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Begehrter Nachwuchspreis geht an Heidelberger Strahlentherapeutin

Für ihre herausragenden Forschungsarbeiten zur Strahlentherapie mit Schwerionen ist Privatdozentin Dr. Stephanie E. Combs, Radioonkologin am Universitätsklinikum Heidelberg, im Oktober 2010 mit dem mit 10.000 Euro dotierten Behnken-Berger-Preis ausgezeichnet worden. Die Behnken-Berger-Stiftung - der Name geht zurück auf den deutschen Physiker Hermann Behnken (1889-1945) und seine Ehefrau Traute Behnken-Berger - vergibt die Auszeichnung jährlich an Nachwuchswissenschaftler, die auf den Gebieten Strahlentherapie und Strahlenschutz forschen.

Dr. Stephanie Combs hat maßgeblich dazu beigetragen, die Schwerionentherapie in die radioonkologische Behandlung von Krebspatienten einzubinden. Die 34-jährige Preisträgerin, die als Oberärztin in der Abteilung für Radioonkologie und Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg arbeitet, hat mit ihrem Team mehrere innovative Behandlungskonzepte für Patienten mit bösartigen Hirntumoren, Tumoren der Schädelbasis sowie gastrointestinalen Tumoren wie dem Leberkrebs entwickelt. Diese Konzepte haben sich bereits in klinischen Studien bewährt bzw. werden gerade im Rahmen von klinischen Studien am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT geprüft.

Die ersten 80 Patienten im HIT: Klinische Ergebnisse in Acta Oncologica publiziert

Das HIT wurde als weltweit einmalige Bestrahlungsanlage im November 2009 eröffnet; seitdem sind dort mehr als 250 Patienten behandelt worden. Die erfolgversprechenden klinischen Ergebnisse, die die Heidelberger Experten mit den ersten 80 Patienten im HIT sammeln konnten, haben Dr. Combs und Kollegen im Oktober 2010 in der Fachzeitschrift "Acta Oncologica" veröffentlicht. "Im HIT konnten wir zeigen, dass die Schwerionentherapie erfolgreich von einem experimentellen Umfeld in die klinische Anwendung am Patienten übertragen werden kann", erklärt die Preisträgerin. "Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Krebsbehandlung."

Die Bestrahlung mit Schwerionen ist ein äußerst präzises und biologisch hochwirksames Therapieverfahren. Die Schwerionen werden über eine Beschleunigeranlage auf sehr hohe Geschwindigkeit gebracht und in den Tumor geschossen. Dort fügen sie dem Tumorgewebe irreparablen Schaden zu. Durch millimetergenaue Steuerung wird der Tumor punktgenau getroffen und das umgebende gesunde Gewebe geschont. In ihren Arbeiten konnte Dr. Stephanie Combs unter anderem zeigen, dass Schwerionenbestrahlung deutlich besser gegen Hirntumorzellen wirkt als herkömmliche Strahlenbehandlung.

Als erfolgreiche Wissenschaftlerin mehrfach ausgezeichnet und gefördert

Die Arbeiten der Heidelberger Radioonkologin wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem Herman-Holthusen-Preis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie, der höchsten Auszeichnung auf diesem Gebiet. Sie sind in renommierten Fachzeitschriften wie dem "Journal of Clinical Oncology", "Cancer" oder dem "International Journal of Radiation Oncology" publiziert. Auch die Medizinische Fakultät Heidelberg hat die Arbeiten von Dr. Stephanie Combs unterstützt, sowohl im Rahmen des PostDoc Programms als auch durch das Olympia-Morata-Habilitationsförderprogramm für exzellente Wissenschaftlerinnen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/begehrter-nachwuchspreis-geht-an-heidelberger-strahlentherapeutin