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Bessere Therapieerfolge durch individualisierte Behandlung

Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) setzt auf eine erfolgversprechendere Behandlung von Krankheiten mittels der individualisierten Medizin. Bei dieser neuartigen Therapiemöglichkeit werden, neben geeigneten Medikamenten, individuelle Charakteristika bezüglich des Genpools berücksichtigt und zur Behandlung eingesetzt. Vorteil dieser Therapieart ist die Ersparnis von Nebenwirkungen und eine gezielt schnellere Methode zur Bekämpfung von Krankheiten.

Hauptgeschäftsführerin der vfa Cornelia Yzer © vfa - Die forschenden Pharmaunternehmen

„Pharmaforscher sorgen dafür, dass die medikamentöse Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten immer öfter individualisiert, also genau auf den Patienten abgestimmt werden kann. Leider gibt es in Deutschland auch entgegengesetzte Bestrebungen, alle Patienten über einen Kamm zu scheren und eine undifferenzierte
Standardarzneimitteltherapie festzuschreiben. Eine Gesundheitspolitik, die sich zur ‚Individualisierten Medizin‘ bekennt, sollte diesen gleichmacherischen Tendenzen Einhalt gebieten.“ Das unterstreicht Cornelia Yzer, Hauptgeschätsführerin des vfa, heute mit Blick auf das Fachgespräch des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Bundestag über den „Zukunftsreport Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem“. Der Report entstand im Auftrag des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB).

Ein Arzt, der im Sinne der ‚Individualisierten Medizin‘ vorgeht, sucht das für einen Patienten am besten geeignete Medikament nicht allein nach dessen Krankheit aus, sondern berücksichtigt zusätzlich bestimmte Gene oder Stoffwechselcharakteristika des Patienten. Forschende Pharma-Unternehmen ermitteln, bei welchen Medikamenten dies sinnvoll ist, und Diagnostika-Unternehmen entwickeln die hierfür benötigten Gen- oder Bluttests.

Yzer ist überzeugt: „Individualisierte Medizin hat das Potenzial, die Qualität und die Erfolgsquoten von Behandlungen entscheidend zu verbessern. Sie ist gut für die Patienten, denen dadurch unnötige Behandlungsversuche oder schwerwiegende Nebenwirkungen erspart bleiben. Ebenso ist sie gut für den Arzt, denn er kann seinen Patienten zielgerichtet und damit schneller und zuverlässiger helfen. Es ist deshalb erfreulich, dass in Deutschland die Diskussion voranschreitet, wie individualisierte Therapien optimal in den Versorgungsalltag integriert werden können.

Mit Hilfe von Genchips lässt sich schnell testen, wie verschiedene arzneimittelrelevante Gene eines Patienten beschaffen sind. © Sanofi-Aventis

Insbesondere bei der Individualisierung der Krebs- und HIV-Therapie haben forschende Pharma-Unternehmen schon Erfolge vorzuweisen: Gentests sagen für mehrere Präparate vorher, ob sie bei einem Patienten wirken werden; für andere zeigen sie, ob der Patient sie vertragen kann. Bislang sind für elf Präparate Gentests vor der Anwendung vorgeschrieben, und bei drei weiteren Medikamenten werden sie empfohlen. Die Gene, die dabei untersucht werden, haben nichts mit der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit zu tun. Sie stehen entweder im Zusammenhang mit den Biomolekülen, an denen die Wirkstoffe der Arzneimittel ansetzen, oder mit dem Wirkstoffabbau im Körper.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/bessere-therapieerfolge-durch-individualisierte-behandlung