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BioLux GmbH - Vom Huhn ins Ei zum Kunden

Was mit einem Dienstleistungslabor für DNA-Sequenzierungen begann, mündete innerhalb weniger Jahre in ein weltweites Netzwerk aus hoch spezialisierten Biotech-Unternehmen für molekularbiologische Produkte. Die Investition in Plattformtechnologien spielt dabei eine entscheidende Rolle. Mit der Antikörperproduktion hat das Geschäftsteam um die Stuttgarter BioLux GmbH inzwischen sein umsatzstärkstes Segment gefunden.

Das Gebiet der Plattformtechnologien betrat Klaus Höhnel mit großen Schritten über die Landesgrenzen hinweg. Zusammen mit seinen Partnerlabors in Paris, San Francisco und Bratislava entwickelte der promovierte Chemiker ein breites Angebot an molekularbiologischen Produkten und Dienstleistungen.
Dr. Klaus Höhnel, Geschäftsführer der BioLux GmbH © privat
Im Team bietet er seiner Kundschaft DNA-Sequenzierungen, Antikörper, Gensynthesen sowie Peptidsynthesen an und erweitert die Angebotspalette ständig.

Als Höhnel im Jahr 2000 in seiner Heimatstadt Stuttgart die BioLux GmbH gründete, reagierte er zunächst auf den Bedarf an DNA-Sequenzierungen in den Kliniken, den er während seines beruflichen Aufenthalts an der Berliner Charité erkannte. Ein geschäftlicher Kontakt nach Frankreich eröffnete bald zusätzliche Möglichkeiten. Die Zusammenarbeit mit der Firma Genosphere Biotechnologies in Paris erlaubte nicht nur gegenseitige Unterstützung bei Kapazitätsengpässen, sondern auch den Einstieg in DNA-Synthese, Antikörperproduktion und Peptidsynthese.

Immunserum aus Eidotter

Selektivität eines polyklonalen Antikörpers gegen ein synthetisches Peptid und dessen phosphoryliertes Derivat © BioLux
Die beiden Unternehmen ergänzen sich in ihrer technischen Ausstattung sowie in ihrer Beratungsleistung. Neben synthetischen Genen offerieren sie gemeinsam polyklonale Antikörper aus Kaninchen, Meerschweinchen und Hühnern. Genauer gesagt aus Hühnereiern, denn das Immunserum gewinnen die Biotechnologen nicht aus dem Blut der Vögel, sondern aus dem Eidotter. Damit nicht genug. Seit geraumer Zeit kann Höhnel auch monoklonale Antikörper aus Kaninchenzellkulturen zu seinem Repertoire zählen – eine Neuheit, die von seinem Partnerunternehmen Epitomics in San Francisco entdeckt wurde und die die bewährte Herstellung von Antikörpern aus Mauszellkulturen ergänzt. „Zellkulturen sind robust und müssen nicht ständig gefüttert werden“, scherzt Höhnel und fügt hinzu, dass Antikörper aus Kaninchenzellkulturen eine Reihe molekularbiologischer Vorteile aufweisen. So erkennen sie beispielsweise mehr Epitope als polyklonale Antikörper beziehungsweise andere Epitope als Antikörper aus der Maus. Eine weitere Arbeitsgemeinschaft liegt im Bereich des Nachweises von Q-Fieber- und Chlamydien-Antikörpern und besteht mit der slowakischen Firma Vladislav Stanko Dolfinin.

Gemeinsam sind sie stark

„Kooperationen sind überlebenswichtig“, betont Höhnel. Die rasante technische Entwicklung in der Biotech-Branche und der damit verbundene Preisdruck unter den Anbietern lassen ihm wenig Zeit zum Ausruhen. „Vor 15 Jahren haben synthetische Gene 21 Euro pro Basenpaar gekostet, heute kosten sie 1 Euro pro Basenpaar“, nennt der Stuttgarter ein Beispiel für den Preisverfall. Wer ständig auf dem neuesten Stand der Technik bleiben will, braucht gewaltiges Kapital bei stetig sinkenden Preisen – oder einen klugen Kopf, so wie Klaus Höhnel ihn beweist. Die ergänzende Zusammenarbeit mit anderen biotechnologischen Labors, gerade im Bereich der Plattformtechnologien, erlaubt es ihm, schnell und umfangreich auf neue Nachfragen zu reagieren und gegenüber Billiganbietern Stärke zu beweisen. Inzwischen hat sich die Antikörperproduktion für das Team um Höhnel als das umsatzstärkste Segment herausgestellt. „Auch der Bereich der Gensynthese nimmt ständig an Bedeutung zu“, ergänzt er.

Beim Streben nach Teamwork stellte Höhnel fest, dass seine Bereitschaft zur Kooperation vor allem im Ausland auf offene Ohren stößt. „In Deutschland herrscht immer die Angst, sich gegenseitig etwas wegzunehmen“, bedauert er seine Erfahrung. Auch der Kundenkreis ist weltweit angesiedelt. Zu ihm zählen große Pharmafirmen, Pflanzenphysiologen oder Pflanzenzüchter, die beispielsweise Antikörper zur Etablierung neuer ELISA-Tests einsetzen, um so spezielle Proteine gentechnisch veränderter Pflanzen nachweisen zu können.

Auf teure Consulting-Agenturen oder strategische Planer, nach denen ihn Betriebswirte aus Wirtschaft und Forschung immer wieder befragen, verzichtet Höhnel bei seinen Geschäftsanbahnungen gänzlich. Er wählt lieber den persönlichen und direkten Weg der Kontaktaufnahme.

Innovation darf nicht fehlen

„Basistechnologien, die als Grundlage zur Herstellung anderer Technologien dienen“, wie Höhnel den Bereich der Plattformtechnologie definiert, sind seiner Ansicht nach ein wichtiger Schlüssel in der Branche und werden noch an Bedeutung zunehmen. Dabei will er aber die ständig voranschreitende technische Entwicklung berücksichtigt wissen: „Auch die DNA-Sequenzierung ist früher eine Basistechnologie gewesen, heute ist sie eine Allerweltstechnologie.“ Nichtsdestotrotz bleibt sie für ihn das wichtigste Arbeitsfeld am Stuttgarter Standort, aus dem er immer wieder innovative Produkte und Dienstleistungen generiert.

km – 22.4.08
© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Weitere Informationen:
Dr. Klaus Höhnel
BioLux GmbH
Brommerstraße 19
70563 Stuttgart
Tel.: 0711 - 901818 5

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/biolux-gmbh-vom-huhn-ins-ei-zum-kunden