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BMBF fördert Forschungskonsortien zur Systemmedizin

Mit Hilfe systemmedizinscher Forschungsansätze soll eine neue Dimension des Verständnisses von molekularen Netzwerken und ihrer Rolle in pathophysiologischen Prozessen erreicht, sowie die Basis für präzisere und damit wirksamere Therapien geschaffen werden. Das erklärte Ziel der Förderrichtlinie "Forschungskonsortien zur Systemmedizin" ist es, der Etablierung der Systemmedizin in Deutschland den Weg zu bereiten. Projektskizzen können bis zum 15. Januar 2013 eingereicht werden.

Weltweit herrscht heute die Einsicht vor, dass sich die Entstehung vieler Krankheiten durch die isolierte Betrachtung einzelner Komponenten und die Aufklärung ihrer Funktion nur unvollständig erklären lässt. Gerade die Volkskrankheiten haben komplexe, multifaktorielle Ursachen und häufig eine individuelle Chronik. Zum einen spielen oft externe Faktoren wie Ernährung, Bewegung und Umwelteinflüsse bei ihrer Entstehung eine große Rolle. Zum anderen sind es die davon beeinflussten, individuellen genetischen und physiologischen Vorgänge im Menschen, die zwischen Gesundheit und Krankheit entscheiden. Es herrscht also ein fein abgestimmtes Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren und Ebenen, das als dynamisches System möglichst gut verstanden sein will, um aus diesem Wissen bessere Diagnose- und Behandlungswege abzuleiten.

Ein auf dieses dynamische System ausgerichteter medizinischer Forschungsansatz - die Systemmedizin - trägt der Komplexität physiologischer und pathologischer Vorgänge Rechnung, anders als die traditionell in der Medizin vorherrschende, häufig auf einzelne oder wenige Faktoren ausgerichtete Herangehensweise. Der Einsatz systemorientierter Techniken (z. B. Genomsequenzierung, Proteomanalyse, Metabolomanalyse) zur verbesserten Behandlung von Patientinnen und Patienten, der schon in einzelnen Spitzenkliniken weltweit erfolgt, soll ausgebaut werden.

Mit den Richtlinien zur Förderung von Forschungskonsortien zur Systemmedizin implementiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Forschungs- und Förderkonzept "e:Med - Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin". Das Forschungs- und Förderkonzept "e:Med" gestaltet das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung im Bereich der lebenswissenschaftlichen Grundlagenforschung aus.

Gegenstand der Förderung sind Forschungskonsortien, die eine gemeinsame krankheitsbezogene Fragestellung mit Hilfe eines systemmedizinischen Forschungsansatzes bearbeiten.

Antragsberechtigt sind deutsche, staatliche und nicht-staatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit FuE-Kapazität in Deutschland, wie z. B. Kleine und Mittlere Unternehmen.

Die Zuwendungen können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Die Forschungskonsortien können bis zu einem Zeitraum von 3 Jahren gefördert werden, mit der Möglichkeit einer Verlängerung von weiteren 2 Jahren.

Das Förderverfahren ist zweistufig angelegt, es findet aber nur ein fachlicher Begutachtungsschritt unter Beteiligung externen Experten statt. Die Vorhabenübersicht und die Projektskizze können bis spätestens 15. Januar 2013 beim Projektträger im DLR elektronisch eingereicht werden.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahmen hat das BMBF den
Projektträger im DLR
- Gesundheitsforschung -
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn
Tel.: 0228/ 3821 - 1210
Fax: 0228/ 3821 - 1257
beauftragt.

Ansprechpartner:
Dr. Axel Aretz, Tel.: 0228/ 3821 - 1151
Dr. Silke Gundel, Tel.: 0228/ 3821 - 1882
PD Dr. Barbara Junker, Tel.: 0228/ 3821 - 1274

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/bmbf-foerdert-forschungskonsortien-zur-systemmedizin