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Boehringer Ingelheim lizenziert ProBioGen-Technologie

Der Pharma-Konzern Boehringer Ingelheim will künftig die sogenannte Glymaxx-Technologie des Berliner Unternehmens ProBioGen bei seiner biopharmazeutischen Auftragsentwicklung und -herstellung nutzen. Beide Unternehmen gaben jüngst eine nicht exklusive Lizenzvereinbarung bekannt. Finanzielle Einzelheiten wurden in der gemeinsamen Pressemitteilung nicht genannt. Mit der einlizensierten Technologie soll die antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC-Aktivität) gesteigert werden.

Wie die beiden Vertragspartner mitteilen, dient diese Technologie zur Herstellung von de-fucosylierten Proteinen und kann bei bereits bestehenden Antikörper-produzierenden Zelllinien ohne Produktivitätseinbußen eingesetzt werden. Die Technologie könne ohne weiteres in das CHO (Hamsterovarzellen)-basierte Hochexpressionssystem BI-HEX von Boehringer Ingelheim integriert werden. Beide Firmen vereinbarten, die Technologie gemeinsam zu vermarkten und ihren Kunden frei von umsatzbezogenen Lizenzgebühren anzubieten.

Die ADCC-Aktivität ist eine wichtige Funktion von Antikörpern, die Zielzellen (Krebszellen oder kranke Zellen) selektiv abtötet. Mehrere auf dem Markt erhältliche Medikamente auf Basis therapeutischer Antikörper weisen ADCC als Wirkmechanismus auf. Die Steigerung der antikörperabhängigen zellvermittelten Zytotoxizität besitze das Potenzial, die therapeutische Wirkung zu verstärken und/oder die erforderliche Dosierung von antikörperbasierten Medikamenten erheblich zu verringern. Damit träten weniger Nebenwirkungen auf und Behandlungskosten würden sinken. Die Glymaxx-Technologie verhindert, dass der Zucker Fucose an die N-gebundenen Kohlenhydrate von Antikörpern in den antikörperproduzierenden Zellen anbindet. Fehlt Fucose, werde die ADCC-Aktivität gesteigert.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/boehringer-ingelheim-lizenziert-probiogen-technologie