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Boehringer Ingelheim steigert Umsatz im ersten Halbjahr

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat im laufenden Geschäftsjahr weiter zugelegt: Im ersten Halbjahr 2012 stieg der Umsatz währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent auf über 7,1 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr strebt der familiengeführte Konzern ein Wachstum im einstelligen Bereich an. 2011 setzte das Unternehmen 13,2 Milliarden Euro um.

Als Garanten des Wachstums nannte das Unternehmen vier Präparate: die schon in der Vergangenheit erfolgreichen Atemwegsmittel Spiriva (erneut Umsatzkrösus mit 1,8 Milliarden Euro) und Combivent, die beide zweistellig zulegten. Auch der neu eingeführte Gerinnungshemmer Pradaxa sowie das Diabetesmittel Trajenta trugen zum Umsatzwachstum bei.

Unternehmenssprecher Prof. Andreas Barner © Boehringer Ingelheim

Stark gewachsen ist der Umsatz vor allem in den USA und den Schwellenländern. Trotz guter Geschäftszahlen sieht Unternehmenssprecher Andreas Barner, dass europäische Finanzkrise und eine schwächelnde US-Wirtschaft „das Geschäftsumfeld für die Pharmabranche zunehmend schwieriger" machen. Für forschungsgetriebene Pharmaunternehmen werde es angesichts geschrumpfter Gesundheitsbudgets schwieriger, neuartige Therapien auf dem Markt zu bringen und dort zu etablieren.

Damit spielte Barner unter anderem auf die erste negative frühe Nutzenbewertung des zusammen mit Eli Lilly entwickelten Antidiabetikums an, nachdem die beiden Firmen in ihrem Dossier die geforderte Vergleichstherapie nicht berücksichtigten. Inzwischen hat der Gemeinsame Bundesausschuss nach Informationen der Deutschen Apothekerzeitung am 2.August grünes Licht für eine neuerliche frühe Nutzenbewertung gegeben und dem Antrag beider Unternehmen stattgegeben.

Barner, der im Konzern auch die Forschung und Entwicklung verantwortet, kündigte für die nächsten Jahre weitere Neuentwicklungen an: „Wir werden vor allem in den Therapiegebieten Diabetes, Onkologie, Hepatitis-C, in der idiopathischen Lungenfibrose und für andere Atemwegserkrankungen neue Medikamente zur Verfügung stellen". Eine ganze Reihe neuer biologischer und chemischer Wirkstoffe seien bereits von der Präklinik in die klinische Entwicklung überführt worden. Auch Substanzen in den späten Entwicklungsphasen, wie beispielsweise Afatinib zur Behandlung von Lungenkrebs, würden wie geplant voran getrieben.

Gros des Umsatzes aus verschreibungspflichtigen Medikamenten

Unangefochtener Umsatzkrösus bleibt das Atemwegsmittel Spiriva. Unser Bild zeigt eine Inhalettentrocknung. © Boehringer Ingelheim

Die Erlöse mit verschreibungspflichtigen Medikamenten beliefen sich im ersten Halbjahr 2012 auf rund 5,6 Milliarden Euro (plus 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Beinahe ein Drittel dieses Umsatzes entfiel auf Spiriva, ein Mittel zur Behandlung der chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD). Die Blutdrucksenker aus der Micardis-Produktfamilie hielten mit 969 Millionen Euro den Vorjahresumsatz. Rund 500 Millionen Euro Umsatz erzielte Boehringer Ingelheim mit dem neuartigen oralen Gerinnungshemmer Pradaxa (Wirkstoff: Dabigatranetexilat).

Die Umsätze im Selbstmedikationsgeschäft betrugen insgesamt 699 Millionen Euro. In lokalen Währungen war dies ein Wachstum von 1,3 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das Tiergesundheitsgeschäft erzielte im ersten Halbjahr 2012 Gesamterlöse von 527 Millionen Euro, ein währungsbereinigtes Wachstum in Höhe von 7,8 Prozent. Das Wachstum im Tiergesundheitsgeschäft wurde in den ersten Monaten des Jahres 2012 vor allem durch den Verkauf von Tierimpfstoffen in den asiatischen Schwellenländern erzielt. Das Drittkundengeschäft von Boehringer Ingelheim wird maßgeblich von der Entwicklung und Herstellung von Biopharmazeutika getragen. Die Umsätze mit Biopharmazeutika gingen im ersten Halbjahr 2012 von 233 auf 214 Millionen Euro zurück, werden aber zum Jahresende leicht über dem Vorjahr erwartet.

Nord- und Südamerika wichtigste Region

Mit einem Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2012 von knapp 3,3 Milliarden Euro und einem Wachstum von 9,5 Prozent ist Nord- und Südamerika weiterhin die bedeutendste Region für Boehringer Ingelheim. In der Region Asien/Australien/Afrika konnte das Pharmaunternehmen seine Erlöse dank eines guten Absatzes von verschreibungspflichtigen Medikamenten im gleichen Zeitraum um 9,2 Prozent auf über 1,7 Milliarden Euro steigern. Die Regionen im Nahen Osten und Nordafrika sowie Lateinamerika mit Brasilien, Kolumbien und Venezuela an der Spitze waren die in diesem Bereich am stärksten wachsenden Märkte. Mit diesen Zuwächsen konnte vor allem die schwache Entwicklung in Südeuropa aufgefangen werden. Insgesamt erzielte Boehringer Ingelheim in der Region Europa einen Gesamtumsatz von rund zwei Milliarden Euro.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/boehringer-ingelheim-steigert-umsatz-im-ersten-halbjahr