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Bundesministerin Schavan übernimmt Schirmherrschaft für Forscherstation in Heidelberg

Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat die Schirmherrschaft für die Forscherstation, das Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung übernommen. Das Kompetenzzentrum ist ein Projekt der Klaus Tschira Stiftung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und wird von der Physikdidaktikerin Professor Manuela Welzel-Breuer geleitet.

Mit Kindern die Welt entdecken © Klaus Tschira Stiftung / Tim Wegner

Mit der Forscherstation möchte die Klaus Tschira Stiftung Kinder frühzeitig an Naturwissenschaften heranführen, indem sie Erzieherinnen und Grundschullehrkräfte dafür begeistert und fortbildet. In intensiven sechs- bis zwölfmonatigen Schulungen, die berufsbegleitend stattfinden, lernen die Pädagogen, wie sie gemeinsam mit den Kindern Naturphänomene im Alltag beobachten und in Experimenten spielerisch erfahren können. Das Kompetenzzentrum erforscht außerdem Fragen wie: „Wie können Erzieherinnen am besten in ihrer Kompetenzentwicklung gefördert werden, um eine frühe naturwissenschaftliche Bildung zu ermöglichen?" und „Wie reagieren Kinder auf die Angebote naturwissenschaftlicher Förderung?".

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse zeigen, mit welchen Maßnahmen die naturwissenschaftliche Bildung bei Kindergarten- und Grundschulkindern am besten gefördert werden kann. Die Forschungsergebnisse fließen nicht nur direkt in die eigene Arbeit zurück, mittlerweile wird die Fachkompetenz der Forscherstation bundesweit angefragt. 

Dieses einzigartige Konzept aus prozessbegleitender Fortbildung und Forschung wird von der Ministerin begrüßt. „Es ist beeindruckend, wie durch das Engagement der Klaus Tschira Stiftung Erzieherinnen und Erzieher dazu ermutigt werden, naturwissenschaftliche Themen im pädagogischen Alltag der Kindertageseinrichtungen aufzugreifen und anzuwenden“, sagt Annette Schavan. „Je früher Kinder mit Naturwissenschaften in Berührung kommen, desto eher werden sie sich auch später dafür begeistern."

Das besondere am Konzept der Forscherstation ist, dass sie nicht nur die Kinder, sondern gezielt die Erzieherinnen und Lehrkräfte in den Fokus der Forschung rückt. Erstmals wird wissenschaftlich ermittelt, welche Kompetenzen sie für die Aufgabe der frühen naturwissenschaftlichen Bildung bereits mitbringen und wie sie diese am besten erweitern können. Die individuelle und gezielte Förderung der Kompetenz knüpft an die vorhandenen Stärken an und ermutigt die Erzieherinnen sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Sie wagen sich mit eigener Entdeckerfreude und wachsendem Interesse an Naturphänomene heran, „fangen Feuer“ und lassen den Funken auf die Kinder überspringen.

Ebenso werden die Lernprozesse der Drei- bis Sechsjährigen untersucht. Die Forscherstation kann hier von der Stärke der Bildungsforschung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg profitieren. Insbesondere erhält sie hierbei wissenschaftliche Unterstützung aus der Abteilung Physik. Mit einem in der Forscherstation entwickelten Verfahren kann der aktuelle Lernstand jedes einzelnen Kindergartenkindes detailliert erfasst werden. Die Erzieherinnen erkennen, wann und wie Kinder aktiv werden und Zugang zu Naturphänomenen finden. Parallel dazu entwickeln sie über die Fortbildung Ideen und Möglichkeiten für altersgerechte und alltagstaugliche Impulse und können so individuell frühe naturwissenschaftliche Motivation und Experimentierfreude fördern.

Die Pädagogische Hochschule, die Klaus Tschira Stiftung und die Forscherstation sind sehr erfreut über die Zusage der Schirmherrschaft durch die Ministerin und sehen darin nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch einen Ansporn für ihre weitere Arbeit. Die Klaus Tschira Stiftung fördert die Entwicklung und Umsetzung des gesamten Konzepts und ermöglicht den Erzieherinnen die kostenlose Teilnahme an den Schulungen.

Über 350 Erzieherinnen aus über 100 Kindertagesstätten haben bis heute erfolgreich an den Fortbildungen der Forscherstation teilgenommen. Dabei bilden jeweils zwei Teilnehmerinnen aus der gleichen Einrichtung ein Fortbildungsteam, um die Nachhaltigkeit der Fortbildung zu gewährleisten. Zusätzlich wird den Kindergärten ein intensives Coaching angeboten. Kindergärten, die das Konzept früher naturwissenschaftlicher Förderung umsetzen und ein naturwissenschaftliches Bildungsangebot in den Alltag der Kinder integrieren, werden durch die Bereitstellung von kindgerechten Materialien unterstützt. Diese können kostenlos von allen Interessenten bei der Forscherstation ausgeliehen werden. Kindertagesstätten, die das Gelernte in ihrer alltäglichen Kindergartenpraxis umsetzen, werden als Forscherstationen mit einer Plakette ausgezeichnet.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/bundesministerin-schavan-uebernimmt-schirmherrschaft-fuer-forscherstation-in-heidelberg