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Bundeswettbewerb für Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung

Im Bundeswettbewerb um vier neue Zentren für Gesundheitsforschung haben insgesamt sieben Anträge aus Freiburg, Heidelberg, Mannheim und Tübingen die nächste Runde erreicht. Baden-Württemberg ist damit das bislang erfolgreichste Bundesland. Eine endgültige Entscheidung wird Ende Februar 2011 erwartet. Jedes Zentrum soll im Endausbau mit durchschnittlich 30 Mio. Euro pro Jahr gefördert werden.

Minister Prof. Dr. Peter Frankenberg © Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Wissenschaftsminister Frankenberg wertete das Abschneiden der Universitäten und Universitätsklinika aus Baden-Württemberg als „großen Erfolg für die medizinische Forschung im Land. Baden-Württemberg ist mit Anträgen für alle vier Zentren in die nächste Runde gelangt. Das zeigt, wie breit unsere Forschung aufgestellt ist“. Erfolgreichster Standort in dieser Phase sei Heidelberg mit erfolgreichen Anträgen für alle vier Zentren, im Bereich der  Herz-/Kreislaufforschung gemeinsam mit der Universitätsklinik Mannheim. Tübingen habe bei zwei Zentren Erfolg gehabt (Infektiologie und Krebsforschung), Freiburg bei einem Zentrum (Krebsforschung).

In der nächsten Runde sollen die antragstellenden Universitäten, Universitätsklinika und außeruniversitären Forschungseinrichtungen nun gemeinsame Gesamtkonzepte mit einrichtungsübergreifenden Projekten vorlegen. Danach werden die Zentren ihre Arbeit aufnehmen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird 90 Prozent der Förderung übernehmen, zehn Prozent tragen die Sitzländer der Partnerstandorte.

Die erfolgreichen Anträge aus dem Land

Heidelberg: From Pathogenesis to Improved Diagnostics and Early Clinical Trials of Cystic Fibrosis, COPD and Lung Cancer. Mit einen strukturierten Forschungsprogramm strebt die Medizinische Fakultät Heidelberg zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg gGmbH und dem European Molecular Laboratory (EMBL) eine wesentliche Intensivierung der Grundlagenforschung über die Entstehung von Krebs im Tiermodell, die Entwicklung innovativer Diagnostika und neuer Biomarker sowie eine frühe Diagnose und therapeutische klinische Versuche an.

Heidelberg:  DKFZ as core center for the German Consortium for Translational Cancer Research. In einer Kooperation zwischen DKFZ, der Medizinischen Fakultät Heidelberg und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) werden die führenden Partner in der Krebsforschung zusammengeführt. Diese gemeinsame Expertise soll dazu genutzt werden, Pläne für eine individualisierte Krebsdiagnose, Therapie und Vorbeugung zu entwickeln und in den Alltag zu implementieren.

Heidelberg/Mannheim: Heidelberg University Research Center for Cardiomyopathies and Arrhythmias (HEURECA). Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Mannheim wird die Medizinische Fakultät Heidelberg Faktoren für Kardiomyopathien (Herzmuskelschwäche) und Herzrhythmusstörungen analysieren und die maßgeblichen molekularen Pfade untersuchen. Damit soll ein Beitrag geleistet werden zur Erforschung, Vermeidung und Behandlung der beiden häufigsten Ursachen für Herzversagen (40 %).

Heidelberg: Innovative Interventions against Infectious Diseases (I³D). Im Mittelpunkt steht die Erforschung der angeborenen Immunabwehr mit systemischen Aspekten der erworbenen Immunabwehr und des immungeschwächten Patienten. Dazu sollen innovative Interventionsstrategien gegen menschliche Krankheitserreger etabliert werden durch Verbindung von Grundlagenforschung, klinischer Forschung und öffentlicher Versorgungsforschung. Dies wird eine integrative interdisziplinäre Plattform für neue Interventions- / Therapieansätze.

Freiburg: Translational Cancer Research Center Freiburg (TCRF) - Oncogenic Pathways, Cancer Epigenetics and Functional Imaging as Guiding Principles for Therapeutic Targeting: Im Zentrum stehen die häufigsten Krebsarten (insbesondere Lungenkrebs und hormonabhängige Krebsarten, d.h. Brust- und Prostata-Krebs). Angestrebt wird ein synergetisches Programm, um die grundlegenden molekularen Mechanismen der Krebsentstehung und möglicher therapeutischer Ziele zu identifizieren, die molekularen Kontrollmechanismen in Zell- und Tiermodellen zu validieren, ein maßgeschneidertes Bildgebungswerkzeug  zur Überprüfung des Erfolgs einer Therapie zu entwickeln und die Translation molekularer Prinzipien in innovative therapeutische Strategien.

Tübingen: Novel immunotherapies and therapeutics: In Tübingen werden vielversprechende Ansätze zur Immuntherapie von Krebserkrankungen durch funktionelle Bildgebung, Pharmakogenomik und die Erforschung des programmierten Zelltodes unterstützt. Um den letzten Schritt zur Realisierung von konkreten Therapien zu machen, will Tübingen die Infrastruktur für innovative klinische Studien schaffen und bereitstellen.

Tübingen: Comprehensive Infectious Disease Research Center Tübingen (CIDRE): Ziel des angestrebten Zentrums CIDRE ist es, neue Diagnose-, Therapie- und Prophylaxestrategien zu entwickeln. So sollen neue Zielmoleküle und Wirkstoffe für Antibiotika oder Impfstoffe identifiziert, neue Strategien für die Mobilisierung der körpereigenen Abwehrmechanismen entwickelt und der individuelle Prophylaxebedarf rechtzeitig erkannt werden.

Bundeswettbewerb für Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung
Das Gesundheitsforschungsprogramm der Bundesregierung hat zum Ziel, rasch zunehmende Volkskrankheiten wirksamer zu bekämpfen. Dazu sollen insgesamt vier neue "Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung" für die Bereiche Herz-/Kreislaufforschung, Infektiologie, Krebsforschung und Lungenforschung aufgebaut werden, in denen jeweils ein Helmholtz-Zentrum und ca. sechs  universitäre Partner zusammenarbeiten. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/bundeswettbewerb-fuer-deutsche-zentren-der-gesundheitsforschung