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Cloud Computing – jetzt auch für Lebenswissenschaften

Vom Rechnen in der Wolke sollen jetzt auch die Lebenswissenschaften profitieren: Für die Entwicklung von sicheren Hochleistungs-Cloud-Computing-Anwendungen hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie nun ein neues Förderprogramm aufgelegt. Die zwölf Siegerprojekte, von denen drei aus dem Bereich Gesundheitswirtschaft stammen, wurden Anfang März auf der CeBIT vorgestellt. Als Koordinator des Projektes "HealthCloud" wird das Freiburger Unternehmen Averbis GmbH fungieren.

Cloud Computing im Fokus der CeBIT 2011 © Deutsche Messe Hannover

In den kommenden drei Jahren werden die zwölf Siegerprojekte mit insgesamt 50 Mio. Euro gefördert. Durch die beteiligten Industriepartner steigt das Gesamtvolumen des Projekts auf 100 Mio. Euro. In jedem der Projekte geht es darum, rechenintensive Anwendungen, die bisher die Nutzung von zentralen Hochleistungsrechnern verlangten, zu dezentralisieren. Statt eines Supercomputers sollen die Aufgaben künftig durch einen Zusammenschluss von normalen Rechnern, eben "in der Wolke" gelöst werden.
Mit „GeneCloud“ wird auch ein Projekt mit direktem biotechnologischen Nutzen gefördert. Es soll kleine und mittelständische Unternehmen künftig beim Wirkstoffscreening unterstützen. Für solche Firmen ist es häufig schwierig, Zugang zu Hochleistungsrechnern zu bekommen, um Hochdurchsatz-Experimente zu analysieren. Vorhersagen zu Biomarkern, Medikamenten-Target-Interaktionen und Nebenwirkungen und anderen rechenintensiven Fragestellungen sollen künftig mittels Cloud Computing getroffen werden. 

Die Cloud bietet hohe Rechenleistung ohne Hochleistungsrechner

„Das Verständnis von Protein-und Gen-Netzwerken ist von hoher Relevanz für die Medizin, um Medikamente schneller, billiger und mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln“, betont Michael Schroeder von der am Projekt beteiligten TU Dresden. Kleine Unternehmen sollten die Möglichkeit der heutigen Rechenleistung in der Cloud nutzen können, so das erklärte Ziel von GeneCloud. Allerdings sei bisher die Datensicherheit ein zentrales Problem gewesen. „Wir entwickeln sichere High-Performance-Cloud-Computing-Services für die Life Science", verspricht nun Michael Alvers, CEO beim Projektkoordinator Transinsight GmbH. Wie das funktionieren soll, erklärt der Informatiker Schroeder. „In GeneCloud adaptieren wir unsere preisgekrönten Algorithmen an die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Firmen. Durch eine Kombination von Kryptographie und Steganographie sichern wir kritische Daten, so dass niemand anders als der Eigentümer in die Daten Einsicht nehmen kann.“ Neben Transinsight und der TU Dresden sind die Antikörper Online GmbH (Aachen), die RESprotect GmbH (Dresden) und die Qualitype AG (Dresden) als weitere Industriepartner Mitglied des GeneCloud-Verbundes. 

Freiburger Unternehmen koordiniert gesundheitsökonomisches Projekt

Die anderen Projekte aus dem Schwerpunkt „Gesundheit“ haben einen stärker gesundheitsökonomischen Fokus: Das Projekt „HealthCloud“, koordiniert von der Averbis GmbH (Freiburg), wird Cloud-Dienste zur Wirtschaftlichkeitsprüfung erstellen, die auf der Sekundärnutzung klinisch-ärztlicher Routinedaten basieren. Mit dem Projekt „Tresor“ will die medisite Systemhaus GmbH (Hannover) ein Cloud-System aufbauen, das medizinische Verlaufsdokumentationen analysiert und effizient nutzbar macht.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/cloud-computing-jetzt-auch-fuer-lebenswissenschaften