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CSS-Systemhaus Schlegel: Pflanzenkulturen mit elektronischem Ausweis

Fünf Jahre lang hat das auf individuelle Business-Software spezialisierte Stuttgarter CSS-Systemhaus Schlegel an dieser weltweit einmaligen Softwarelösung für Gewebekulturlabore gearbeitet, bis die einzelnen Invitrosoft-Module praxistauglich waren. An der Entwicklung waren Spezialisten für In-vitro-Kulturen, Datenbankentwickler und Softwareprojektleiter beteiligt.

Der winzige Punkt auf dem rosa Nährboden im fingerhutgroßen Plastikbecher ist mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Aber ein Blick auf das aufgeklebte Strichcode-Etikett genügt dem Laborleiter von InnovaPlant in Gensingen, um zu sagen: „Das wird mal eine rosa blühende Petunie.“

Softwareanwendung in Europa, Afrika und Amerika

Pflanzenproduktion unter sterilen Bedingungen (Foto: Invitrosoft)
Die Software umfasst die komplette Kulturverwaltung, garantiert die verwechslungssichere Produktion und Vermehrung von Pflanzen und liefert per Thermodrucker alle notwendigen Informationen auf einem Strichcode-Etikett quasi als Ausweis für jedes einzelne Pflänzchen durch alle Entwicklungsstufen hindurch.

Inzwischen setzen Labore in Europa, Afrika und Amerika Invitrosoft erfolgreich ein. Zu dieser Basisversion kommen die vielfältigsten individuellen Module, die mit jedem einzelnen Labor entwickelt werden. Das eine wünscht die Erfassung und Verwaltung von Testergebnissen pro Kultur im PC, das andere möchte das Softwareprogramm auch im Gewächshaus anwenden, ob bei der Verwaltung der Mutterpflanzen zur Kulturetablierung, im Versuchsanbau oder im Blühtestumfeld. All das ist mit der Software selbstverständlich möglich. Und wenn es mal Probleme gibt - wie bei jeder PC-Arbeit - das Supportteam hilft weiter. Meist genügt schon eine Fernwartung von Stuttgart aus, egal ob sich das Labor in Frankfurt, München oder Hamburg, in Costa Rica, Krakau oder Tel Aviv befindet.
Pflanzen mit Strichcode-Etikett (Foto: CSS)
Pflanzen mit Strichcode-Etikett (Foto: CSS)

Gewächshäuser so weit das Auge reicht

Ablesen der Etiketten © CSS
Es ist spannend, in einem Gewebekulturlabor zu sein - zumal für einen Laien. Das Unternehmen Kientzler-Jungpflanzen in Gensingen hat dies ermöglicht. Da gibt es nicht nur Gewächshäuser so weit das Auge reicht, alle mit Millionen von Jungpflanzen bestückt. Zum Unternehmen gehören auch zwei Labore der Tochterfirma InnovaPlant. „Warum zwei Labore und nicht ein doppelt so großes?“ fragen wir den Laborleiter Dr. Axel Feldhoff. „Aus Sicherheitsgründen“, antwortet er. „Im zweiten Labor sind all unsere Kulturen als Duplikat vorhanden. Es wäre verhängnisvoll und teuer, wenn einige unserer Neuzüchtungen – durch welche Katastrophe auch immer – während der Reproduktionszeit verloren gingen.“ Im Labor selbst fühlt man sich eher wie in einem medizinischen Forschungsinstitut.

Alle Reagenzgläser und Glastöpfchen sind mit briefmarkengroßen Strichcode-Etiketten beklebt, die alle Informationen aus dem Invitrosoft-Programm enthalten. In den klimatisierten, lichtgesteuerten Kammern wachsen rund 2.500 verschiedene Zierpflanzen einer blühenden Zukunft entgegen.

Erweiterung des Labor-Programms für Laub- und Nadelbäume

Der Initiator dieses speziellen Softwareprogramms für Pflanzenzucht, Andreas Schlegel, sieht sich noch längst nicht am Ende seiner Invitrosoft-Entwicklungskette. Er experimentiert längst mit einer Erweiterung des Labor-Programms für Laub- und Nadelbäume. Damit könnten nach großen Waldbränden oder auf korrosionsgeschädigten Flächen erfolgreiche Aufforstungen mit krankheits- und insektenresistenten Jungpflanzen betrieben werden. Der nächste Schritt seiner Zukunftsvisionen wäre dann der elektronische Wegweiser für Invitro-Getreide-Kulturen. „Sich vorzustellen, dass einmal der Hunger in der Welt gelindert werden kann, weil in Schwellen- und Entwicklungsländer Saatgut für Weizen, Mais oder Hirse geliefert werden kann, das von Mutterpflanzen stammt, die im Labor auf Klima-Robustheit und Ertragsstärke gezüchtet wurden, ist phantastisch,“ schwärmt Andreas Schlegel.

Dass es sich hier nicht um Hirngespinste handelt, wird deutlich, wenn man von den Versuchen hört, die längst in einigen landwirtschaftlichen und biotechnischen Forschungsinstituten mit Getreidepflanzen unter Begleitung des Invitrosoft-Programms laufen. „Aber der Weg durch die vielen Testversuche ist noch weit und teuer“. Hilfe erhofft sich Andreas Schlegel vom Landwirtschaftsministerium und der EU. Förderanträge zur Unterstützung seiner Forschungen wurden bereits gestellt.

Quelle: CSS - 28.01.2008

Weitere Informationen:
CSS-Systemhaus Schlegel oHG
Motorstraße 4
D-70499 Stuttgart
Tel.: 0711 8387729
Fax 0711 8387739
E-Mail: info@css.eu

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/css-systemhaus-schlegel-pflanzenkulturen-mit-elektronischem-ausweis