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DFG bewilligte 13 weitere Sonderforschungsbereiche - vier davon in Baden-Württemberg

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet 2014 dreizehn neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Diese werden mit 93,1 Millionen Euro für drei Jahre und neun Monate gefördert. Von den neuen SFB sind drei komplett in Baden-Württemberg angesiedelt, an einem weiteren ist eine baden-württembergische Hochschule beteiligt.

Sonderforschungsbereiche (SFB) ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Konzentration und Koordination der in einer Hochschule vorhandenen Kräfte. Dieses Jahr waren vier der 13 eingerichteten Verbünde SFB/Transregio, die sich auf mehrere Standorte verteilen. Zusätzlich verlängerte der Bewilligungsausschuss 19 SFB für jeweils eine weitere Förderperiode. Insgesamt fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft ab Oktober 2014 insgesamt 245 Sonderforschungsbereiche.

Dank zwei SFB und zwei SFB/Transregio schneidet dieses Jahr Baden-Württemberg überdurchschnittlich gut bei der Vergabe der Bewilligungen ab.

Zwei neue SFB in Heidelberg

Der Sonderforschungsbereich „Reaktive Metabolite als Ursache diabetischer Folgeschäden“ setzt an adäquaten diagnostischen und therapeutischen Strategien an für langfristige Schäden infolge einer Diabeteserkrankung. Der neue SFB geht davon aus, dass reaktive Metabolite zum einen als diagnostische Marker besser geeignet sind, zum anderen aber auch selbst die Entstehung diabetischer Spätschäden verursachen. Diese Hypothese ermöglicht ein grundlegend neues pathophysiologisches Verständnis diabetischer Spätfolgen und kann perspektivisch zu neuen Therapieansätzen führen.

  • Sprecherhochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Prof. Dr. Peter P. Nawroth
  • außerdem beteiligt: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg

Aus den Arbeiten des SFB „Integrative Analyse der Replikation und Ausbreitung pathogener Erreger“ sollen Informationen für mögliche neue Strategien zur Kontrolle von Infektionskrankheiten wie AIDS, Malaria, Hepatitis und Grippe abgeleitet werden. Sein Forschungsprogramm zielt auf ein besseres Verständnis der Erkrankungsursachen und der Gegenmaßnahmen des Wirts, die die Replikation und Ausbreitung von Erregern kontrollieren. Der neue SFB verfolgt dabei einen interdisziplinären Ansatz und verknüpft verschiedene Forschungszweige.

  • Sprecherhochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich
  • außerdem beteiligt: Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) Heidelberg

Hochschulen aus Baden-Württemberg an zwei SFB/Transregio beteiligt

Der SFB/Transregio „Entwurfs- und Konstruktionsprinzipien in Biologie und Architektur. Analyse, Simulation und Umsetzung“ will aktuelle Entwicklungen im Bereich der computerbasierten Modellierung, Simulation und Fertigung untersuchen, um die Leistungsfähigkeit technischer Konstruktionen zu verbessern und die Eigenschaften natürlicher Strukturen in Architektur und Technik zu übertragen. Hierbei sollen die gewonnenen Erkenntnisse durch „reverse Bionik“ zu einem vertieften Verständnis der Funktion biologischer Strukturen führen.

  • Sprecherhochschule: Universität Stuttgart, Prof. Dr.-Ing. Jan Knippers
  • außerdem beteiligt: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Eberhard Karls Universität Tübingen, Fraunhofer-Institut für Bauphysik Stuttgart, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart - Zentrum für Biodiversitätsforschung Stuttgart

Der SFB/Transregio „Steuerung der Körperhomöostase durch TRP-Kanal-Module“ zielt auf ein detailliertes mechanistisches Verständnis, wie verschiedene TRP(Transient receptor potential)-Kanäle bei einem sehr ähnlichen Aufbau unterschiedlichste physiologische Funktionen ausüben. Damit wird die Grundlage für die Entwicklung neuer Pharmaka gelegt, die gezielt diese Funktionen beeinflussen, sowie für neue Therapieoptionen für eine Vielzahl von Krankheiten verschiedener Organsysteme.

  • Sprecherhochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Thomas Gudermann
  • außerdem beteiligt: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Universität des Saarlandes - Campus Homburg, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Technische Universität München, Universität Leipzig
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/dfg-bewilligte-13-weitere-sonderforschungsbereiche-vier-davon-in-baden-wuerttemberg