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DFG fördert neue Sonderforschungsbereichen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet 13 neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Die neuen SFB werden mit insgesamt gut 113 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommt eine 20-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Forschungsprojekten. Vier der 13 Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die sich auf mehrere antragstellende Forschungsstandorte verteilen. Drei der neuen SFB sind in Baden-Württemberg angesiedelt und drei transregionale Sonderforschungsbereiche haben eine baden-württembergische Beteiligung. Alle neuen Sonderforschungsbereiche werden ab 1. Juli 2015 für zunächst vier Jahre gefördert.

Zusätzlich zu den 13 Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss für die Verlängerung von 28 Sonderforschungsbereichen für jeweils eine weitere Förderperiode. Ab Juli 2015 fördert die  Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) damit insgesamt 241 Sonderforschungsbereiche.

Die neuen baden-württembergischen Sonderforschungsbereiche:

Der Sonderforschungsbereich „Immunpathologie aufgrund eingeschränkter Immunreaktionen (IMPATH)" geht von einem Paradoxon aus: Entgegen der klassischen Auffassung, dass gerade ein überaktives Immunsystem bestimmte Erkrankungen verursacht, gibt es neue Erkenntnisse, dass diese immunpathologischen Erkrankungen auch durch eingeschränkte Immunreaktionen hervorgerufen werden können. Ziel des Verbunds ist es, dieses Paradoxon als ein biologisch wichtiges und klinisch relevantes Prinzip zur Erklärung von Entzündungsreaktionen darzustellen. Dabei sollen Immunstimulation und -rekonstitution als therapeutische Maßnahmen für entzündliche Erkrankungen evaluiert werden.
Sprecherhochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Sprecher: Professor Dr. Stephan Ehl; weitere beteiligte Institution: Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik, Freiburg.

Wieso und wie entwickelt sich ein akuter Schmerz zu einem chronischen? Den zugrunde liegenden Übergangprozessen widmet sich der Sonderforschungsbereich „Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz: Struktur-Funktions-Merkmale neuraler Bahnen und deren Reorganisation". Mithilfe bildgebender Verfahren sollen molekulare Mechanismen der Schmerzentstehung identifiziert und im Zusammenspiel mit neuralen Netzwerken und der subjektiven Schmerzwahrnehmung beleuchtet werden. Im Zentrum stehen dabei plastische Veränderungen der Struktur und Funktion von neuronalen Netzwerken. In klinischen Studien an Schmerzpatienten werden Interaktionen mit emotionalen, motivationalen und kognitiven Prozessen in die Betrachtung mit einbezogen.
Sprecherhochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Sprecherin: Professor Dr. Rohini Kuner, weitere beteiligte Institutionen: Technische Universität München; Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg; European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Heidelberg; Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, Heidelberg; Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim.

Wellen sind überall zugegen, ob bei der Ausbreitung von Licht oder Schall, beim Herzschlag oder in der modernen Kommunikationstechnik. Das Ziel des Sonderforschungsbereichs „Wellenphänomene: Analysis und Numerik"besteht darin, die Ausbreitung von Wellen zu steuern. Der grundlegende methodische Ansatz besteht in der Verflechtung von mathematischer Analysis und Numerik. Neben der Grundlagenforschung zu Wellen wird die anwendungsbezogene Perspektive auf Optik und Photonik, Biomedizintechnik und Angewandte Geophysik gerichtet.
Sprecherhochschule: Karlsruher Institut für Technologie, Sprecherin: Professor Dr. Marlis Hochbruck, weitere beteiligte Institutionen: Eberhard Karls Universität Tübingen; Universität Stuttgart.

Die neuen transregionalen Sonderforschungsbereiche mit baden-württembergischer Beteiligung:

Neben der Barrierefunktion der Haut, die den Körper vor seiner Umgebung schützt, ist die Haut auch eine wichtige Schaltstelle des Immunsystems. Der Sonderforschungsbereich/Transregio „Die Haut als Sensor und Initiator von lokalen und systemischen Immunreaktionen" begreift die Haut als ein komplexes Organ und wendet sich molekularen und zellulären Interaktionen in der Haut zu. Der Verbund kombiniert Immunologie, Mikrobiologie und Dermatologie und untersucht, wie ein Ungleichgewicht im zellulären Mikromilieu und Wechselwirkungen mit Mikroorganismen auf der Haut krankmachende Mechanismen in Gang setzen, die entzündliche Hauterkrankungen wie atopische Dermatitis, Psoriasis oder Sklerodermie verursachen.
Sprecherhochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Sprecher: Professor Dr. Alexander Enk, weitere antragstellende Institutionen: Eberhard Karls Universität Tübingen; Johannes Gutenberg-Universität Mainz; weitere beteiligte Institution: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg.

„Quantitative Methoden für Visual Computing" stehen im Zentrum eines transregionalen Sonderforschungsbereichs, der sich mit der visuellen Darstellung von Informationen auseinandersetzt. Visualisierung wird nicht als bloßes Mittel zum Zweck betrachtet, sondern in Form der eigenständigen Disziplin „Visual Computing" quantifiziert und optimiert. Ziel des Verbunds ist es, eine zuverlässigere Technologie für die visuell gestützte Datenanalyse zu entwickeln. Dies wiederum soll die Reproduzierbarkeit und Vorhersagbarkeit von Resultaten verbessern und deren Qualität messbar machen.
Sprecherhochschule: Universität Stuttgart, Sprecher: Professor Dr. Daniel Weiskopf, weitere antragstellende Institution: Universität Konstanz, weitere beteiligte Institution: Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen.

Auf 14-tägige Wettervorhersagen kann man sich heute noch nicht verlassen, denn die Atmosphäre ist auch für Forscherinnen und Forscher ein chaotisches und bisweilen unberechenbares System, das schwer zu prognostizieren ist. Der transregionale Sonderforschungsbereich „Wellen, Wolken, Wetter" möchte die komplexe Wechselwirkung physikalischer Prozesse zum Beispiel bei der Entwicklung von Wirbelstürmen, Hagelgewittern, Monsunen, Zyklonen, Spitzenböen oder Hitzewellen darstellen und besser verstehen.
Sprecherhochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München, Sprecher: Professor Dr. George Craig, weitere antragstellende Institutionen: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Karlsruher Institut für Technologie, weitere beteiligte Institutionen:Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg; Technische Universität München; Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Weßling.

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