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DFG fördert Traumatologieforschung

Eine neue klinische Forschergruppe an der Universität Ulm untersucht die frühe Entzündungsantwort und positive Beeinflussung des Immunsystems bei Unfall-Verletzungen. Die daraus gewonnenen diagnostischen Erkenntnisse sollen auf verschiedene Modellformen und schließlich auf den Patienten übertragen werden. Die Ulmer Gruppe ist eine von sechs neu geförderten klinischen Forschergruppen in Deutschland.

Die Arbeiten laufen in den nächsten Tagen an, kündigte ihr Sprecher Florian Gebhard jetzt an. Der Facharzt für Chirurgie und Orthopädie ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie. Die interdisziplinär besetzte Gruppe leitet Markus Huber-Lang.

Problem: Entzündungen als Verletzungsfolge

Prof. Florian Gebhard, Sprecher der Forschergruppe (Foto: UK Ulm)
Jahr für Jahr verletzen sich acht Millionen Menschen in Deutschland bei Unfällen, mehr als 1,5 Millionen davon müssen vollstationär behandelt werden. Traumata sind damit nach Angaben der DFG der häufigste Behandlungsgrund in jedem Lebensabschnitt. Nach Verletzungen am Bewegungsapparat kommt es vielfach zu Entzündungen, die sich trotz deutlicher medizinischer Fortschritte nur schwer behandeln lassen.

Alter und Schweregrad der jeweiligen Verletzung haben nach Gebhards Worten entscheidenden Einfluss auf die Antwort des Körpers. Eine Reaktion des Organismus sind Entzündungen, die Gebhards Worten zufolge unter Umständen gefährlicher als die Verletzung selbst sein können. „Andererseits fördern Entzündungen aber auch den Heilungsprozess“, so Gebhard. „Problematisch ist nur ein Zuviel des Guten“, denn dann hätten die vom Körper produzierten Heilungsstoffe einen negativen Effekt. Die Ulmer Forschergruppe beschäftigt sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Frage, wie sich diese (Entzündungs-)Prozesse steuern lassen.

Quelle: Universität Ulm - 15.09.08 (P, wp, 26.09.08)
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/dfg-foerdert-traumatologieforschung