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DFG: Neue Schwerpunktprogramme

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet 13 weitere Schwerpunktprogramme ein. Die Mehrzahl der Programme liegt in den Wissenschaftsgebieten der Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Die Themen reichen von den internationalen Finanzmärkten über selbstheilende Materialien bis zum interstellaren Medium. Die neuen Programme sollen ab Anfang 2011 ihre Arbeit aufnehmen. Ziel ist es das in Deutschland und darüber hinaus vorhandene wissenschaftliche Know-how zu besonders aktuellen oder sich gerade erst bildenden Forschungsgebieten zu vernetzen.

Warum können Parasiten in Wirtszellen des Organismus überleben, die eigentlich für ihre Bekämpfung vorgesehen sind und eine dementsprechend lebensfeindliche Umgebung darstellen? Ist das aus der Natur bekannte Prinzip der „Selbstheilung“ auch auf Materialien aller Art übertragbar und wo können diese „selbstheilenden Materialien“ eingesetzt werden? Dies sind einige der Fragestellungen aus der Grundlagenforschung, die in den kommenden Jahren in neuen Schwerpunktprogrammen (SPP) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersucht werden.

Der Senat der DFG richtete auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn insgesamt 13 weitere Schwerpunktprogramme ein. Die neuen SPP decken das gesamte fachliche Spektrum von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Lebenswissenschaften und Naturwissenschaften bis zu den Ingenieurwissenschaften ab. Das Themenspektrum reicht dabei von der Pflanzenfamilie der Brassicaceae, bei der die molekularen und evolutionären Mechanismen erforscht werden sollen, mit denen diese Kreuzblütengewächse an bestimmten Standorten überleben, während sie anderswo nicht gedeihen können bis hin zum Stofftransport in porösen Medien oder dem Wärmetransport durch Spinfreiheitsgrade. Die Programme haben damit über die Klärung grundlegender wissenschaftlicher Fragestellungen hinaus einen ausgeprägten Anwendungsbezug. Hohes Innovationspotenzial besitzen auch die geplanten Forschungen zu „ressourceneffizienten Konstruktionselementen“ im Maschinen- und Fahrzeugbau, mit denen sowohl der Verschleiß verringert als auch der Energieverbrauch gesenkt werden soll.

Hohe Interdisziplinarität

Die Programme sind in hohem Maße interdisziplinär angelegt und bringen beispielsweise Biologie, Chemie, Physik und Materialwissenschaften zusammen, um bionische Konzepte auf die Synthese nicht-natürlicher Festkörper zu übertragen und so maßgeschneiderte anorganische Funktionsmaterialien zu erhalten. Der Einsatz neuester Forschungsmethoden und -geräte – etwa aus der Pflanzenforschung, der Astrophysik oder Informatik – ist ein weiteres Kennzeichen der nun eingerichteten Verbünde. Allen gemeinsam ist auch die enge Einbeziehung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die wesentliche Voraussetzung für die Einrichtung eines neuen Schwerpunktprogrammes ist.

Die 13 neuen SPP wurden aus insgesamt 64 eingereichten Konzepten ausgewählt. Jedes Programm wird in den kommenden Monaten von der DFG einzeln ausgeschrieben, die eingehenden Förderanträge werden in einem strengen Begutachtungsverfahren auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Oberthema geprüft. Bei zwölf der neuen Programme erstreckt sich die Förderung zunächst über drei Jahre, ein SPP wird zunächst für zwei Jahre gefördert. Für alle 13 neuen SPP stehen dabei im ersten Förderjahr 25 Millionen Euro und in der ersten Förderperiode insgesamt gut 73 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Schwerpunktprogramme der DFG arbeiten in der Regel sechs Jahre. Mit den nun bewilligten 13 Einrichtungen fördert die DFG ab 2011 insgesamt 96 SPP.

Schwerpunktprogramme

Zu den neuen Schwerpunktprogrammen zählen u. a. folgende Programme:

Lebenswissenschaften

Evolutionary Plant Solutions to Ecological Challenges: Molecular Mechanisms Underlying Adaptive Traits in the Brassicaceae s.l. (Adaptomics)
Koordinatorin: Prof. Ute Krämer, Universität Bochum

Zellkompartimente als Orte der Pathogen-Wirt-Interaktion
Koordinator: Prof. Albert Haas, Universität Bonn

Flowering Time Control: From Natural Variation to Crop Improvement
Koordinator: Prof. Christian Jung, Universität Kiel

Naturwissenschaften

Spin Caloric Transport (SpinCaT)
Koordinator: Prof. Christian Back, Universität Regensburg

Ingenieurwissenschaften

Autonomes Lernen
Koordinator: Dr. Marc Toussaint, TU Berlin

Poröse Medien mit definierter Porenstruktur in der Verfahrenstechnik – Modellierung, Anwendungen, Synthese
Koordinator: Prof. Frerich Keil, TU Hamburg-Harburg

Design and Generic Principles of Self-Healing Materials
Koordinator: Prof. Ulrich Schubert, Universität Jena

Ressourceneffiziente Konstruktionselemente
Koordinator: Prof. Bernd-Robert Höhn, TU München

Generation of Multifunctional Inorganic Materials by Molecular Bionics
Koordinator: Prof. Joachim Bill, U Stuttgart

Hintergrundinformationen zu den Schwerpunktprogrammen der DFG inklusive einer Liste der geförderten Programme finden Sie unter dem Link oben rechts.
Weitere Auskünfte zu den nun bewilligten SPP erteilen die jeweiligen Koordinatorinnen und Koordinatoren.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/dfg-neue-schwerpunktprogramme