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DFG richtet 20 Sonderforschungsbereiche ein

Abgedeckt wird alles von neuen Therapien bei Multipler Sklerose über Heldengeschichte in der Antike bis zu funktionellen Mikrogelen. Hier aufgelistet ist eine Auswahl geförderter Forschungsansätze der Naturwissenschaften in Baden-Württemberg.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zum 1. Juli 2012 20 Sonderforschungsbereiche (SFB) ein und fördert damit insgesamt 232 Sonderforschungsbereiche. Dies beschloss der zuständige Bewilligungsausschuss auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn. Die neuen SFB werden mit insgesamt 176 Millionen Euro (inklusive einer 20-prozentigen Programmpauschale für indirekte Kosten der Projekte) zunächst für eine erste Periode von vier Jahren gefördert.

In den Lebenswissenschaften werden unter anderem molekulare Mechanismen der zellulären Qualitätskontrolle untersucht. Von der Forschung auf diesem Gebiet erhoffen sich die beteiligten Wissenschaftler ein umfassendes Verständnis darüber, wie Zellen auf Schäden reagieren und ihren Gleichgewichtszustand aufrechterhalten. Ein weiterer Verbund zielt darauf ab, die Grundlagen für die Entwicklung von neuen Therapien zur Behandlung von Multipler Sklerose, der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankung des Zentralnervensystems, zu schaffen. Trotz intensiver Forschung auf dem Gebiet in den letzten Jahrzehnten sind die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen nach wie vor nicht geklärt, daher ist das Ziel der Initiative, Entstehung, Verlauf und Auswirkungen der MS zu verstehen.

Einer der naturwissenschaftlichen Sonderforschungsbereiche will neue Verfahren zur Nutzung funktioneller Mikrogele erschließen, um damit das Design neuer interaktiver Materialeigenschaften zu ermöglichen. Bei den ingenieurwissenschaftlichen Neueinrichtungen steht unter anderem die Steigerung des Wirkungsgrades von Gasturbinen durch den Einsatz von innovativen Verbrennungskonzepten im Vordergrund. Davon versprechen sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen wesentlich geringeren Energieverlust, da der größte Teil der primär eingesetzten Energie bisher unter Erzeugung von Treibhausgasen und anderen Schadstoffen verloren geht.

Fünf der neuen Verbünde sind SFB/Transregio und verteilen sich somit auf mehrere Standorte. In einem gemeinsam mit der chinesischen Partnerorganisation NSFC geförderten SFB/Transregio kooperieren beispielsweise deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Kolleginnen und Kollegen in Beijing. Zusätzlich bewilligte der zuständige Ausschuss die Verlängerung eines deutsch-chinesischen SFB/Transregio für eine weitere vierjährige Förderperiode.

Die neuen SFB der Region Baden-Württemberg:

  • „MEDical EPigenetics (MEDEP): Von den Grundlagen epigenetischer Mechanismen zur klinischen Anwendung“
    Sprecherhochschule: Universität Freiburg, Sprecher: Professor Dr. Roland Schüle – außerdem beteiligt: Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik, Freiburg
  • "Wissens- und modellbasierte Chirurgie“
    Sprecherhochschule: Universität Heidelberg, Sprecher: Professor Dr. Markus W. Büchler; weitere antragstellende Hochschule: Karlsruher Institut für Technologie – außerdem beteiligt: Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • „Zelluläre Qualitätskontrolle und Schadensbegrenzung“
    Sprecherhochschule: Universität Heidelberg, Sprecher: Professor Dr. Bernd Bukau – außerdem beteiligt: Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie, Heidelberg
  • „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“
    Sprecherhochschule: Universität Ulm, Sprecher: Professor Dr. Hartmut Döhner
Sonderforschungsbereiche ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Konzentration und Koordination der in einer Hochschule vorhandenen Kräfte. Das SFB-Programm soll so essenziell zur Profilbildung der beteiligten Hochschulen beitragen. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern spielen in diesem Zusammenhang ebenso eine übergeordnete Rolle.
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/dfg-richtet-20-sonderforschungsbereiche-ein