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DFG verlängert SFB 636 und fördert die Forschungsinitiative mit 11,3 Mio Euro

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Sonderforschungsbereich (SFB) 636 „Lernen, Gedächtnis und Plastizität des Gehirns: Implikationen für die Psychopathologie“ (Sprecherin: Prof. Dr. Herta Flor, Leiterin des Instituts für Neuropsychologie und Klinische Psychologie am ZI) für eine weitere vierjährige Förderperiode verlängert. Für diesen Zeitraum stellt die DFG der Forschungsinitiative insgesamt über 11,3 Millionen Euro zur Verfügung, wovon der Anteil des ZI rund 7,3 Millionen Euro beträgt. Das ZI bleibt damit in bewährter Tradition: bereits die SFB 116 und 258 erreichten die dritte und damit maximale Förderperiode.

Sonderforschungsbereiche sind langfristig angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Der SFB 636 konzentriert sich in seinem Forschungsprofil auf Lern- und Gedächtnismechanismen, die hieraus resultierenden plastischen Veränderungen des Gehirns und deren Einfluss auf die Psychopathologie. Im Mittelpunkt stehen Erkrankungen der Emotion und der Motivation, wie Angststörungen, Suchterkrankungen, Störungen der Affektivität und der Affektregulation. Insgesamt 22 Teilprojekte beschäftigen sich mit vier verschiedenen Themenbereichen: Molekulare und zelluläre Mechanismen von Lernen und Hirnplastizität, Verhaltensbiologische und physiologische Mechanismen von Lernen und Hirnplastizität, Experimentelle Psychopathologie sowie Interventionsbezogene Hirnplastizität. Davon sind mehr als die Hälfte der Teilprojekte am ZI beheimatet, die weiteren Teilprojekte sind an den Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim der Universität Heidelberg, den Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim, am Deutschen Krebsforschungszentrum, am Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften sowie am Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung angesiedelt.

Projektleiterin: Prof. Dr. Herta Flor

Sprecherin SFB 636: Prof. Dr. Herta Flor

In ihrer Arbeit gehen die Forscher mit unterschiedlichen Ansätzen der Frage nach, wie das Lernen und das Gedächtnis bei verschiedenen krankhaften Störungen funktioniert. Ziel ist es, aus diesem Verständnis heraus neue Behandlungsansätze zur verhaltenstherapeutischen und pharmakologischen Therapie psychischer Erkrankungen zu entwickeln. So analysiert das Teilprojekt „Lernen und Plastizität des Gehirns bei der Posttraumatischen Belastungsstörung: Risikofaktoren und die Rolle der Konditionierung von Hinweisreizen und Kontexten" (Projektleiterin: Prof. Dr. Herta Flor, ZI) beispielsweise die Rolle von Lernprozessen und plastischen Veränderungen des Gehirns bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTB). Personen mit einem hohen PTB-Risiko werden hinsichtlich ihres Furchtgedächtnisses und der Stressreagibilität - also der Eigenschaft, sehr sensibel auf Stress zu reagieren - untersucht. In dieser Studie kommen ganz verschiedene Methoden zum Einsatz: psychometrische, hirn- und peripherphysiologische, genetische und endokrine Methoden sowie die Analyse von Augenbewegungen.

Graduiertenprogramm für Translationale Neurowissenschaften

Seit April 2008 zählt zu den Teilprojekten des SFB 636 auch das Graduiertenprogramm für Translationale Neurowissenschaften, denn die Nachwuchsförderung ist eines der erklärten Ziele des SFB. Das Graduiertenprogramm fördert junge Wissenschaftler mit einem Stipendium für ihr Promotionsstudium. Bewerber für dieses Programm müssen einen Diplom-, einen Master- oder einen vergleichbaren Abschluss in Biologie, Chemie, Ingenieurwissenschaften, Physik, Biochemie, Mathematik, Psychologie oder verwandten Fächern vorweisen. Der Förderzeitraum erstreckt sich in der Regel über 12 Monate, wobei ein fester Lehrplan durchlaufen wird. Außerdem werden verschiedene Sommer- und Winterkurse angeboten, in denen bestimmte Lehrinhalte vertieft werden und Diskussionen zu ausgewählten Themen stattfinden. Diese Kurse finden in Kooperation mit der Graduiertenakademie der Universität Heidelberg statt.

Erfolgreiche Kombination von grundlagenorientierter und klinischer Forschung

In der nun dritten Förderperiode setzt der Forschungsverbund seine Grundthematik zur Wechselwirkung von Lern- und Gedächtnismechanismen mit der Plastizität des Gehirns unter Einbeziehung von Neurobiologie, Neuropsychologie und Psychiatrie kontinuierlich und zielgerichtet fort. Dabei wird die bislang erfolgreiche Kombination von grundlagenorientierter mit klinischer Forschung weiter ausgebaut. Entscheidend für den Erfolg des SFB ist die gelungene Verknüpfung verschiedener Fachgebiete und Forschungsansätze. Die sehr gute Vernetzung der interdisziplinären Fachgebiete und der erfolgreiche Synergie-Effekt innerhalb des Forschungsverbunds zeigen sich an der zunehmenden Zahl der gemeinsamen und teilprojektübergreifenden Veröffentlichungen der Ergebnisse.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/dfg-verlaengert-sfb-636-und-foerdert-die-forschungsinitiative-mit-11-3-mio-euro