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Die Krise erreicht auch Zeiss

Das abgelaufene Geschäftsjahr, das am 30. September 08 endete, hat der Technologiekonzern Carl Zeiss mit einem fünfprozentigen Umsatzwachstum abgeschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr schlägt allerdings die weltweite Wirtschaftskrise in der Halbleitertechnik und seit kurzem in der industriellen Messtechnik zu Buche.

Der Konzern ist auf die Kostenbremse getreten, um die Auswirkungen der Rezession abzufedern, hat die Zahl der Zeitarbeiter verringert und setzt Mitarbeiter in unterschiedlichen Konzernbereichen ein. Dass die Krise den Konzern erreicht hat, verdeutlicht eine andere Zahl: Im ersten Halbjahr schickt der Konzern 1.300 Angestellte aus verschiedenen Geschäftsbereichen in die Kurzarbeit.

Zuversicht angesichts des breiten Portfolios

Vorstandschef Dr. Dieter Kurz © Zeiss

Den Konzern sieht sein Vorstandschef Dieter Kurz durch sein „breites Geschäftsportfolio in einer vergleichsweise guten Situation“. Ins neue Geschäftsjahr ist Zeiss unterschiedlich erfolgreich gestartet: mit Umsatzzuwächsen in den Geschäftsfeldern Medizintechnik, Mikroskopie und Optronik und Einbrüchen im Geschäft der Halbleitertechnik (16 Prozent Auftragsrückgang) und Industriellen Messtechnik.

84 Prozent des auf 2,73 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,60 Mrd.) angewachsenen Umsatzes erwirtschaftete die Zeiss Gruppe im Ausland. Das EBIT 07/08 sank von 394 Mio. auf 343 Mio. Euro, wofür der Ausbau der weltweiten Service- und Vertriebsteams sowie gestiegene FuE-Kosten verantwortlich seien. Der Jahresüberschuss sank auf 178 Mio. Euro (Vorjahr: 233 Mio.). Der Cashflow vor Ertragsteuern betrug 496 Mio. Euro und damit 18 Prozent des Umsatzes (Vorjahr: 549 Mio.; 21 Prozent). Finanzvorstand Michael Kaske verwies auf die erneut um drei Prozentpunkte auf 33 Prozent gestiegene Eigenkapitalquote.

Zwei Patente pro Arbeitstag

Im Geschäftsjahr 2007/08 investierte Carl Zeiss 118 Mio. Euro (Vorjahr: 107 Mio.) in Sachanlagen, vor allem in hochmoderne Produktionsanlagen und die Verbesserung der Infrastruktur. Über 60 Prozent des Umsatzes erzielt Carl Zeiss mit Produkten, die nicht älter sind als fünf Jahre. Im Geschäftsjahr 2007/08 meldete das Unternehmen 422 neue Patente an (Vorjahr: 384) und steckte zwölf Prozent seines Umsatzes (321 Mio. Euro) in Forschung und Entwicklung (Vorjahr: 290 Mio).

Verhalten ins neue Geschäftsjahr

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 sank der Umsatz um 17 Prozent auf 601 Mio. Euro (Vorjahr: 723 Mio.) Ein Plus verzeichneten die Bereiche Medizintechnik, Mikroskopie, Industrielle Messtechnik und Markenoptik/Optronik, 16 Prozent weniger Aufträge gab es im Halbleitermarkt, auch die Industrielle Messtechnik sei von der gesunkenen Nachfrage betroffen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/die-krise-erreicht-auch-zeiss