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Die Zeichen stehen auf Verkauf von ratiopharm

Das durch Spekulationen mit VW-Aktien in Schieflage geratene Firmenimperium des Ulmer Milliardärs Adolf Merckle bereitet sich offenbar auf einen Verkauf des Generikaherstellers ratiopharm vor. Diesen Schluss legt eine von ratiopharm herausgegebene Pressemitteilung nahe, die das Unternehmen während der Betriebsversammlung am 24. November 2008 in Ulm an die Medien verschickte.

Darin wird Ludwig Merckle, Geschäftsführer der ratiopharm Muttergesellschaft VEM Vermögensverwaltung GmbH, indirekt zitiert: „Die Banken würden in den derzeit laufenden Verhandlungen massiv auf einen Verkauf der ratiopharm oder anderer Beteiligungen drängen.“ Nach Informationen des Wirtschaftsblatts Financial Times Deutschland (FTD) benötigt Merckle rund 700 Mio. Euro. Vergangene Woche hatte VEM ein bis zum 5. Dezember 2008 datiertes Stillhalteabkommen mit 30 Geldinstituten bekannt gegeben.

In Analystenkreisen kursieren vor allem Pharma- und Generikahersteller als mögliche Käufer des 1974 gegründeten Unternehmens.
Nach Informationen des Branchendienstleisters IMS Health, auf die sich das Blatt beruft, verzeichnete Branchenführer Hexal in den vergangenen zwölf Monaten ein Umsatzplus in den Apotheken von zwölf Prozent auf 993 Mio. Euro, während ratiopharms Erlöse um ein Prozent auf 749 Mio. Euro zulegten.

Stellen werden abgebaut

Die wirtschaftliche Basis des Jahres 2008 nannte ratiopharm-Geschäftsführer Oliver Windholz auf der Betriebsversammlung „gut“. Das operative Geschäft sei von den Schwierigkeiten der Muttergesellschaft nicht betroffen. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit kündigte Windholz eine „grundlegende Restrukturierung“ des Unternehmens an, mit der auch ein Stellenabbau verbunden sein werde. Wo und in welchem Umfang Jobs wegfallen, könne momentan noch nicht gesagt werden. Erste kostensenkende Schritte wurden für Anfang 2009 angekündigt.

Signale für den Standort Ulm

„Die Investitionen der ratiopharm, wie der bereits begonnene Bau eines neuen Exportcenters auf dem Betriebsgelände im Donautal sind deutliche Signale für den Standort Ulm“, so Windholz. 2.850 der 5.400 Mitarbeiter von ratiopharm sind in Deutschland beschäftigt, davon 2.300 an den Produktionsstätten in Ulm und Blaubeuren. Mit einem Gesamtumsatz von 1,8 Mrd. Euro im Jahr 2007 ist ratiopharm eines der größten internationalen Generikaunternehmen, nach Brancheninformationsdiensten die Nummer Vier auf der Welt.

Quelle: Presseinformation ratiopharm, 24.11.08 (P, wp, 25.11.08)
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/die-zeichen-stehen-auf-verkauf-von-ratiopharm