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DKFZ zeichnet Ulmer Leukämieforscher aus

Für seine Forschung zur häufigsten Leukämieform bei Erwachsenen (Chronische Lymphatische Leukämie) erhält Stephan Stilgenbauer vom Universitätsklinikum Ulm den Richtzenhain-Preis des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Das Preisgeld von 10.000 Euro teilt sich Stilgenbauer mit dem zweiten Preisträger Christopher Heeschen vom Spanish National Cancer Research Centre Madrid.

Der Ulmer Arzt und Wissenschaftler trägt durch seine Untersuchungen am Erbgut der Krebszellen wesentlich dazu bei, für Leukämiepatienten gezielt die wirkungsvollsten Therapien auswählen zu können.

Blick in Gene sondert Therapien aus

Für seine Leukämieforschung ausgezeichnet: Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer. © UK Ulm

Stilgenbauer hat mit seiner Arbeitsgruppe die Möglichkeiten verbessert, bei Leukämiepatienten vor Beginn einer Behandlung herauszufinden, welche Therapie am erfolgversprechendsten ist.

„Mit unseren Analysen können wir zum Beispiel feststellen, ob im Erbgut der Krebszellen der Mechanismus gestört ist, der das Absterben der Zelle hervorruft, wenn sie zum Beispiel durch eine Chemotherapie geschädigt wird. Ist dieser Selbstzerstörungsmechanismus gestört, wissen wir, dass bestimmte Chemotherapien wenig gegen diese Krebszellen ausrichten können“, erklärt Stilgenbauer, der leitender Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin III (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Hartmut Döhner) ist.

Einteilung in Risikogruppen

Durch eine umfangreiche Analyse des Erbguts können die Ärzte Patienten in Risikogruppen einteilen und dann die passende Therapie wählen. „Das kann zum Beispiel eine andere Form von Chemotherapie sein. Wir setzen aber auch neuere biologische Behandlungsformen ein, bei denen zum Beispiel Antikörper zur Bekämpfung der Krebszellen verwendet werden. Auch die Kombination beider Therapien ist oft erfolgversprechend. Wir erhalten durch die Untersuchungen des Erbguts auch Hinweise darauf, wann eine Stammzelltransplantation, also der Aufbau eines ganz neuen Immunsystems, sinnvoll sein kann“, erläutert der Ulmer Preisträger.

Die Erkenntnisse der Wissenschaftler werden bereits für Leukämiepatienten genutzt. Genau das ist einer der Gründe für die Jury, den Preis nach Ulm zu vergeben, denn der Richtzenhain-Preis zeichnet exzellente Wissenschaftler aus, deren Arbeit auf vorbildliche Weise Ergebnisse aus der Krebsgrundlagenforschung in die Klinik überträgt.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/dkfz-zeichnet-ulmer-leukaemieforscher-aus