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Drei neue Sonderforschungsbereiche in Baden-Württemberg

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zum 1. Januar 2010 weitere 17 Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Zehn der neuen SFB sind Forschungsprojekte aus dem Bereich der Lebenswissenschaften, die für zunächst vier Jahre mit insgesamt 78 Millionen Euro gefördert werden. Einer hiervon wird an der Universität Freiburg errichtet. Sechs der 17 neuen Verbünde sind SFB/Transregio, die sich auf mehrere Forschungsstandorte verteilen. Darunter sind zwei, die federführend von der Universität Heidelberg als Sprecherhochschule koordiniert werden.

Ziel des SFB/Transregio 77 "Leberkrebs - Von der molekularen Pathogenese zur zielgerichteten Therapie" ist es, Erkenntnisse der biomedizinischen Grundlagenforschung in neue Therapien gegen das Leberkarzinom, einer der häufigsten bösartigen Tumore des Menschen, zu überführen. Bislang gibt es dagegen nur eingeschränkte therapeutische Behandlungsmöglichkeiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Heidelberg, Hannover und Braunschweig wollen in diesem Forschungsverbund ein tiefgreifendes Verständnis der molekularen Entstehung von Leberkrebs von seinen Anfängen durch chronische Lebererkrankungen bis hin zur Metastasierung erlangen. So sollen neue präventive, therapeutische und diagnostische Ansätze entwickelt werden. Sprecher des SFB/Transregio 77 ist Professor Dr. med. Peter Schirmacher, Ärztlicher Direktor des Pathologischen Instituts der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Eine weitere antragstellende Hochschule ist die Medizinische Hochschule Hannover. Außerdem sind das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig beteiligt.

Der SFB/Transregio 83 "Molekulare Architektur und zelluläre Funktionen von Lipid/Protein-Komplexen" spannt seinen fachlichen Bogen von der Biophysik und Biochemie über die Zellbiologie bis hin zur Immunologie und Virologie. Im Mittelpunkt der Forschung steht dabei die Rolle der Lipide in biologischen Membranen. In Heidelberg, Dresden und Bonn wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geeignete Membran-Modellsysteme mit modernsten Methoden analysieren, um einen grundlegenden Einblick in die Natur, Spezifität und Funktion von Protein-Lipid-Interaktionen zu gewinnen. So wollen sie bislang unbekannte Wirkprinzipien entdecken und charakterisieren. Sprecher des neuen SFB/Transregio 83 ist Professor Dr. rer. nat. Thomas Söllner vom Biochemie-Zentrum der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Die Technische Universität Dresden und die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sind weitere antragstellende Hochschulen. Außerdem sind das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg und das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden an diesem Sonderforschungsbereich beteiligt.

Im neuen SFB 850 "Kontrolle der Zellmotilität bei Morphogenese, Tumorinvasion und Metastasierung" verbinden Freiburger Wissenschaftler der Entwicklungsbiologie und der Krebsforschung ihre Expertise zu einem wissenschaftlichen Netzwerk, um die molekularen Mechanismen der Tumorzellinvasion und der Metastasenbildung besser zu verstehen und neue Diagnose- und Therapieansätze anzustoßen. Im besonderen Fokus steht dabei das Verständnis von Kontrolle und Kontrollverlust der physiologischen und pathologischen Zellbeweglichkeit in der embryonalen und geweblichen Entwicklung sowie der Streuung und Zellinvasion von Tumoren. Sprecherhochschule des SFB ist die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Professor Dr. Christoph Peters). Außerdem ist das Max-Planck-Institut für Immunbiologie, Freiburg beteiligt.

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft zur Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstitutionen in Deutschland. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft dient der Wissenschaft in allen ihren Zweigen durch die finanzielle Unterstützung von Forschungsaufgaben und durch die Förderung der Zusammenarbeit unter den Forscherinnen und Forschern.

Der zuständige Bewilligungsausschuss der DFG in Bonn hat beschlossen, dass zum 1. Januar 2010 weitere 17 Sonderforschungsbereiche (SFB) eingerichtet werden. Die neuen SFB werden mit insgesamt 132 Millionen Euro für zunächst vier Jahre gefördert, hinzu kommt die 20-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten. Die Themen der Einrichtungen reichen von neuartigen Prothesen über politische Reformen bis zu marinen Bakterien.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/drei-neue-sonderforschungsbereiche-in-baden-wuerttemberg