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Entwicklung einer Kombinationstherapie: Immunsystem im Kampf gegen Krebs stärken

Mit der sogenannten immunologischen Tumortherapie konnten Mediziner bereits erste Erfolge in der klinischen Erprobung vorweisen. Die Erfolgsrate soll nun durch die Erforschung der Grundlagen dieser Mechanismen deutlich verbessert werden. Prof. Günter J. Hämmerling und Prof. Bernd Arnold vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg wollen in einem aktuellen Forschungsprojekt klären, wie sich die Einwanderung von Immunzellen in Tumoren fördern lässt.

Aus klinischen Studien ist bekannt, dass Patienten, bei denen bestimmte Zellen der Immunabwehr, die sogenannten T-Zellen, besonders zahlreich im Tumorgewebe vorkommen, eine bessere Heilungschance haben als Patienten mit einem niedrigeren T-Zell-Aufkommen. Vergleichbares beobachteten Prof. Günter J. Hämmerling und Prof. Bernd Arnold in einem Tumormaus-Modell, das Geschwulste an der Bauchspeicheldrüse (Insulinome) ausbildet.

Die Behandlung mit einem Impfstoff gegen die Tumoren oder ein Transfer von tumorreaktiven T-Zellen in die Insulinommäuse reichte allein jedoch nicht aus, um die Tiere zu heilen. Die spezifischen Immunzellen konnten nicht in den Tumor einwandern. Die gewünschte Wirkung brachte erst eine Aktivierung der Blutgefäße des Tumors durch Entzündungsreaktionen – etwa durch Bestrahlung oder die Behandlung mit entzündungsfördernden Stoffen. Auf diese Weise konnten T-Zellen in das Tumorgewebe eindringen und die Tumorzellen zerstören. Prof. Dr. Günter J. Hämmerling resümiert: “Für eine effektive Tumortherapie ist eine Kombination von Immuntherapie und Veränderung des Tumormikromilieus erforderlich.“

Die Forscher wollen diese Erkenntnisse in einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojekt intensiver untersuchen und geeignete Therapieansätze für die klinische Anwendung entwickeln. Dabei verfolgen sie drei Ansätze.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausarbeitung von punktgenauen Bestrahlungsmethoden. Der Vorteil hierbei ist, dass Kliniken dafür bereits gut ausgerüstet wären. Als weiteren Aspekt wollen die Mediziner die Wirkung von Hemmstoffen auf die Gefäßneubildung erforschen. Erste Beobachtungen haben nämlich gezeigt, dass eine Hemmung der übermäßigen Neubildung von Blutgefäßen in Tumoren die Einwanderung von Immunzellen begünstigt.
Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler die sogenannten regulatorischen T-Zellen (Tregs) unter die Lupe nehmen. Vorarbeiten haben gezeigt, dass diese die Einwanderung von Immunzellen beschränken. Nach Entfernung der Tregs wurde eine stark erhöhte Einwanderung gefunden.

Die Untersuchungen erfolgen zum Teil in Zusammenarbeit mit Dr. Philipp Beckhove, Abteilung Translationale Immunologie, DKFZ.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/entwicklung-einer-kombinationstherapie-immunsystem-im-kampf-gegen-krebs-staerken