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Forschung an nicht-pathogenen Mikroorganismen

Das Bundesministeriums für Bildung und Forschung fördert "anwendungsorientierte Forschung an nicht-pathogenen Mikroorganismen für Gesundheit, Ernährung und ressourceneffiziente Industrieproduktion" im Rahmenprogramm "Biotechnologie – Chancen nutzen und gestalten".

Gegenstand der Förderung sind anwendungsorientierte Forschungsarbeiten an Mikroorganismen. Forschung an human- und tierpathogenen Mikroorganismen ist nicht Gegenstand der Förderung, das schließt nützliche oder sogar lebenswichtige Mikroorganismen (humanes Mikrobiom) nicht aus. Der Forschungs- und Förderschwerpunkt zielt insgesamt darauf ab, auf der Grundlage genombasierter Forschungsansätze und Hochdurchsatzverfahren die umfassende Analyse der Funktion der Genome von Mikroorganismen sowie deren Stoffwechsel (Metabolom, Fluxom) mit Blick auf mögliche Anwendungen zu vertiefen und zu validieren.

Insgesamt sollen Mikroorganismen und deren Bestandteile mit dem Ziel zur Anwendung für Gesundheit, Ernährung und industrielle Verfahren untersucht werden. Das generierte Wissen soll permanent daraufhin geprüft werden, ob es in konkrete Entwicklungen von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen einmünden kann. Dazu wird es erforderlich sein, die Kooperation mit Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft zu erweitern.

Die inhaltlichen Themenschwerpunkte für die anwendungsorientierte Forschung an Mikroorganismen sind insbesondere:
Funktionelle Genom-, Metagenom-, Proteom-, Metabolom- und Fluxomanalysen an Mikroorganismen mit wichtigen Eigenschaften für Gesundheit, Ernährung und industrielle Verfahren sowie Produkte. Die Vorhaben müssen nicht notwendigerweise auf einer bekannten Sequenz aufbauen. Hier können auch bestehende Metabolomdatenbanken (sofern vorhanden) benutzt werden.

Ausdrücklich ausgenommen werden Vorhaben, die ausschließlich der Sequenzierung eines Mikroorganismus dienen. Sofern die Sequenzierung erforderlich ist, um eine übergeordnete anwendungsorientierte Fragestellung zu bearbeiten, ist eine Förderung möglich. Der Einsatz von Mikroorganismen zur Produktion von rekombinanten Proteinen (inkl. Antikörper) für die biopharmazeutische Entwicklung ist nicht Gegenstand der Förderung. Ebenso sind Forschungsvorhaben im Bereich Bioenergie nicht förderwürdig.

Die o.g. Themenschwerpunkten der anwendungsorientierten Forschung an Mikroorganismen sollen mit folgenden Modulen umgesetzt werden:

Modul A - Transfer:

Gefördert werden auf den o.g. Themenschwerpunkten anwendungsorientierte FuE-Projekte der Verbundforschung, die während oder nach Abschluss des Vorhabens einen erfolgreichen Transfer der wissenschaftlichen Ergebnisse in die Wirtschaft erwarten lassen. Neben der Kooperation von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sollte die frühzeitige Einbindung von Unternehmen - insbesondere auch von kleinen und mittleren Unternehmen - angestrebt werden. Sofern keine direkte Industriebeteiligung während der Projektlaufzeit vorgesehen ist, sollte der Projektskizze (s. Zif. 7.2.1) ein Empfehlungsschreiben von einem Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft beigelegt werden. Das Schreiben sollte das Interesse und die Bereitschaft des Unternehmens an der Verwertung der Projektergebnisse klar dokumentieren.

Modul B - Nachwuchsgruppen

Gefördert werden auf den o.g. Themenschwerpunkten anwendungsorientierte FuE-Projekte von Arbeitsgruppen unter Leitung von jüngeren, in der Forschung bereits erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Post-Docs). Hierbei sind insbesondere auch deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland angesprochen, die an eine Einrichtung in Deutschland zurückkehren wollen. Die Arbeitsgruppen sollen eng mit Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft kooperieren.

Modul C - Industrie

Gefördert werden auf den o.g. Themenschwerpunkten FuE-Projekte der Verbundforschung und Einzelvorhaben, die von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft koordiniert werden. Die Forschungsvorhaben sollten - in Ergänzung zu Modul A - auf konkrete Produkt- und/oder Verfahrensentwicklungen fokussiert sein und die Steigerung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bioindustrie erwarten lassen. Die Förderung ist vor allem auf die Stärkung der Eigenverantwortung der beteiligten Unternehmen angelegt. Grundsätzlich wird ein substanzieller Eigenbeitrag der Unternehmen erwartet. Der Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) soll besondere Beachtung geschenkt werden.

Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz in Deutschland, darunter insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen. Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihren zusätzlichen Aufwand bewilligt werden. Die Partner eines "Verbundprojekts" haben ihre Zusammenarbeit in einer Kooperationsvereinbarung zu regeln.

Die Zuwendungen können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel - je nach Anwendungsnähe des Vorhabens - bis zu 50 Prozent anteilfinanziert werden können. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung - grundsätzlich mindestens 50 Prozent der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten - vorausgesetzt.
Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft - FhG - die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Das Förderverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger Jülich bis spätestens 15. Januar 2009 für die Module A und B sowie bis spätestens 15. Juli 2009 für das Modul C zunächst Projektskizzen in schriftlicher und elektronischer Form auf dem Postweg vorzulegen. Bei Verbundprojekten sind die Projektskizzen in Abstimmung mit dem vorgesehenen Verbundkoordinator vorzulegen.

Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist. Verspätet eingehende Projektskizzen können aber möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.

In der zweiten Verfahrensstufe werden die Interessenten bei positiv bewerteten Projektskizzen aufgefordert, einen förmlichen Förderantrag vorzulegen, über den nach abschließender Prüfung entschieden wird.
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF seinen Projektträger Jülich (PtJ-BIO) beauftragt.

Weitere Informationen:
Dr. Christoph Wennemann.
Tel.: 02461/613299
E-Mail: c.wennemann@fz-juelich.de


Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/forschung-an-nicht-pathogenen-mikroorganismen