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Frankenberg will Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaft ausbauen

Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) sieht im Ausbau von Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaft eine entscheidende Grundlage für die Zukunft Baden-Württembergs. Das Land profitiere davon als attraktiver Standort für Unternehmen, sagte Frankenberg am 10. August bei Besuchen der TurboAcademy in Mannheim und des Projektes CaRLa in Heidelberg.

Minister Prof. Dr. Peter Frankenberg © Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Das Prinzip habe Vorteile für beide Seiten, sagte Frankenberg. Die Hochschulen lieferten das Wissen, die Unternehmen die Infrastruktur. Dabei gehe es auch um die Ausbildung von Ingenieuren, die angesichts eines bevorstehenden Fachkräftemangels immer wichtiger werde.

TurboAcademy und CaRLa sind zwei von derzeit zwölf sogenannten «Industry on Campus»-Projekten in Baden-Württemberg. Dabei sollen den Angaben zufolge Forscher von Industrie und Hochschulen täglich eng zusammenarbeiten. Frankenberg beabsichtigt, die Zahl der Projekte in Zukunft noch auszubauen.

Insbesondere die Automobilindustrie ist laut Frankenberg für Baden-Württemberg das entscheidende Industriefeld. Aber auch in den Bereichen Elektronik, Biotechnologie, Medizintechnik oder Gentechnik sieht der Minister Potenzial. Die Medizintechnik sei beispielsweise ein wichtiges Feld, weil sie nicht so abhängig von Krisenzeiten sei. Gesundheit werde für die Menschen immer ein Thema sein. Auch die Gentechnik sei ein notwendiger Bereich. Durch sie könne ein Beitrag zur Sicherstellung der Welternährung sichergestellt werden.

Frankenberg kann auf die Unterstützung der Landesregierung zählen. Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte im Juli als Wachstumskerne die Bereiche nachhaltige Mobilität, Umwelttechnik, Gesundheit und IT-Dienstleistungen genannt. Diese Bereiche könnten bis 2020 zwischen 50 bis 80 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung bringen, sagte Mappus.

Bisher seien die Kooperationen vor allem mit großen Konzernen zustande gekommen, wie bei BASF im Katalyselabor «CaRLa» oder bei Daimler, das sich in Karlsruhe am Elektromobilitäts-Projekt «e-drive» beteiligt, sagte Frankenberg. An der Fachhochschule in Karlsruhe solle spätestens im kommenden Jahr der Grundstein für ein «Industry on Campus»-Gebäude gelegt werden, in dem sich auch Mittelständler mit der Hochschule zusammentun sollen.

Zur Gesamtfinanzierung der bisherigen Projekte konnte das Wissenschaftsministerium keine konkreten Angaben machen. Jedes Projekt werde individuell nach den jeweiligen Anforderungen gefördert, hieß es. Der Innovationsrat der Landesregierung habe aber empfohlen, weitere «Industry on Campus»-Vorhaben mit insgesamt fünf Millionen Euro zu fördern. Wo und wann diese Projekte umgesetzt werden, sei offen.

In der TurboAcademy beteiligen sich seit 2007 Studenten an der Grundlagenforschung für Auflade- und Motorentechnik. Daneben bildet die Einrichtung auch Berufstätige fort. Die TurboAcademy ist eine gemeinsame Initiative der Hochschule Mannheim und des Automobilzuliefererbetriebes BorgWarner Turbo Systems Engineering GmbH und wurde mit einer Anfangsinvestition von zwei Millionen Euro zu gleichen Teilen durch das Land und das Unternehmen finanziert.

Der Leiter der TurboAcademy, Hans-Peter Schmalzl, sieht in der engen Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft kein Konfliktpotenzial. «Die Entscheidung über Projekte liegt bei der Hochschule», sagte er. Ein Gremium aus jeweils drei Mitgliedern der Hochschule und BorgWarner berate lediglich dabei. Der Konzern lasse große Freiheiten bei der Themenwahl.

Auch der Rektor der Technischen Hochschule Karlsruhe und Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Horst Hippler, sieht in den Kooperationen Vorteile. Universitäten sollten sich noch mehr Unternehmen auf den Campus holen, sagte er. Zur Schaffung von Flächen und Infrastruktur dafür fordert er mehr Autonomie für die Hochschulen.

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