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Fraunhofer IPA und Partnerinstitute der Uni Stuttgart punkten in Exzellenzinitiative

In der zweiten Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder hat der Bewilligungsausschuss nun weitere Fördermittel für den Exzellenzcluster Simulation Technology (SimTech) sowie für die Graduiertenschule "Graduate School of Excellence advanced Manufacturing Engineering (GSaME)" beschlossen. In beiden Projekten ist das Fraunhofer Institut Produktionstechnik und Automatisierung (Fraunhofer IPA) über wissenschaftliche Projekte und Wissenschaftler eingebunden. Prof. Alexander Verl hat für die neue Förderperiode in der Nachfolge von Prof. Westkämper das Amt des Sprechers der Graduiertenschule GSaME übernommen.

"Wir freuen uns sehr über diesen großen Erfolg. Wir sind mit diesen bewilligten Mitteln nunmehr in der Lage, das Profil der Forschungsuniversität Stuttgart mit hoher internationaler Reputation weiter zu konturieren und auszubauen. So ist der erneut geförderte Exzellenzcluster Simulation Technology ein Musterbeispiel für die Forschungsdynamik an unserer Universität. Mit der weiteren Förderung der Graduiertenschule GSaME sind wir in der Lage, unser international beispielloses Erfolgsmodell der Promotionsförderung fortzusetzen und Nachwuchskräfte aus den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und der Betriebswirtschaft auf dem Gebiet fortgeschrittener Produktionstechnologien für die Fabrik der Zukunft zu qualifizieren", so Uni-Rektor Wolfram Ressel.

Exzellenzcluster Simulation Technology (SimTech)

Ob in der Produktion, der Medizin, bei Klimavorhersagen oder in vielen anderen Lebensbereichen: Simulation und Modellierung sind für die Lösung komplexer Probleme in den Natur- und Ingenieurwissenschaften wie in den Lebens- und Geisteswissenschaften unentbehrlich geworden. Die Simulationstechnik von isolierten Ansätzen aus verschiedenen Disziplinen und Theorien zu einer ganzheitlichen Systemwissenschaft zu verbinden, ist das Ziel des im Jahr 2007 eingerichteten und nun auf weitere fünf Jahre bewilligten Exzellenzclusters Simulation Technology (SimTech). Eine solche Gesamtsicht geht über Fachgrenzen hinaus und unterstützt alle Aspekte vom Modell bis zum interaktiven System.

SimTech ist es in der ersten Förderperiode gelungen, die unterschiedlichsten an der Universität Stuttgart vorhandenen Kompetenzen auf dem Gebiet der Simulationsforschung erfolgreich zusammenzuführen. So konnte der Forschungsverbund ein hervorragendes, interdisziplinäres Fundament aufbauen, von dem der Cluster in den kommenden Jahren profitieren wird. Gerade die Arbeit an den von SimTech definierten visionären Anwendungsfeldern soll intensiviert werden. Hierzu zählen etwa das simulationsbasierte Design neuer Werkstoffe mit maßgeschneiderten Hightech-Eigenschaften, die vollständig virtualisierte Entwicklung von Prototypen und die Simulation komplexer und umfassender Methoden in der Umwelttechnik. Außerdem sollen die Forschungsarbeiten in den Bereichen Biomechanik und Systembiologie stärker miteinander verzahnt werden, um der Vision eines ganzheitlichen Menschmodells näher zu kommen.

Schließlich rückt auch das Thema "High Performance Computing" stärker in den Fokus. So soll etwa die Zusammenarbeit mit dem Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart (HLRS) weiter ausgebaut werden. Dabei profitiert der Cluster vom neuen Rechnersystem "Hermit", das Anfang dieses Jahres eingeweiht wurde und in der renommierten TOP-500-Liste der weltschnellsten, zivilen Supercomputer derzeit Rang 12 einnimmt. Neben der Forschung an neuen Strategien in der Simulationstechnik konzentriert sich der Exzellenzcluster auch künftig auf die Förderung junger Wissenschaftler. So soll der erfolgreiche Elitestudiengang "Simulation Technology" genauso fortgeführt werden wie die Graduiertenschule SimTech, in der derzeit etwa 100 Doktoranden an ihrer Promotion arbeiten. Außerdem plant SimTech, in den kommenden Jahren eine eigene "Junior Academy" aufzubauen.

Graduiertenschule "Graduate School of Excellence advanced Manufacturing Engineering" (GSaME)

Ein neuer Typ von Nachwuchswissenschaftlern und Managern für Fabriken der Zukunft, hervorragende Forschungsergebnisse auf dem volkswirtschaftlich bedeutsamen Gebiet fortgeschrittener Produktionstechnologien sowie deren Umsetzung in der Industrie sind wichtige Ziele der Graduiertenschule GSaME, die bereits 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative eingerichtet wurde und nun für eine weitere Periode gefördert wird. Alternativ zu bestehenden Promotionswegen wurde mit der Graduiertenschule GSaME ein innovatives, bis dato national und international beispielloses Konzept der Promotionsförderung umgesetzt, um Nachwuchskräfte aus den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und der Betriebswirtschaft orientiert an den aktuellen und zukünftigen Anforderungen eines wettbewerbsintensiven, globalen Arbeits- und Marktumfeldes zu qualifizieren und dabei eng mit der Wirtschaft zu kooperieren. Zudem sollte die Promotionszeit verkürzt werden. Die GSaME hat dazu das bewährte duale Prinzip aufgegriffen und für die Promotionsphase spezifisch weiterentwickelt.

Was damals durchaus experimentellen Charakter hatte, ist heute ein Erfolgsmodell. Dies zeigen unter anderem Kooperationen mit mehr als zwanzig namhaften Firmen des Maschinenbaus, der Elektrotechnik oder des Automobilsektors sowie mit weiteren Forschungspartnern. Mehr als 60 Promovierende forschen derzeit in der GSaME, etwa zwanzig Nachwuchswissenschaftler werden ihre Promotion – teilweise mit renommierten Auszeichnungen – bis zum Ende des Jahres abgeschlossen haben und sind in der Wirtschaft bereits jetzt hoch begehrt.

Die künftige Strategie der GSaME ist darauf gerichtet, die Potenziale ihres Kooperationsmodells "duales wissenschaftliches System" durch ein weiterentwickeltes interdisziplinäres Forschungs- und Ausbildungsprogramm, durch Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität für weibliche und internationale Absolventen und einen internationalen "Rollout" weiter zu erschließen. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeiten stehen die Technologien und Methoden für die Fabriken der Zukunft. Baden-Württembergs Industrie ist weltweit führend in der Ausrüstung von Fabriken. Die GSaME wird dazu beitragen, diese Position zu erhalten und die Trends zukünftiger Produktionen zu gestalten. Mit innovativen, strukturellen Maßnahmen entsprechend der Trends zu neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft soll eine langfristig und nachhaltig erfolgreiche Entwicklung der GSaME in einem künftigen Public-Private-Partnership-Modell gesichert werden.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/fraunhofer-ipa-und-partnerinstitute-der-uni-stuttgart-punkten-in-exzellenzinitiative