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Geburtshelfer für Kooperationen

Arzneimittel, deren Wirkstoffe mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen hergestellt werden, standen unter anderem im Mittelpunkt des regionalen Branchentreffens “UNI meets Pharma”. Mehr als 130 Vertreter der Gesundheitsforschung und -Industrie vom Bodensee diskutierten auf Einladung des Netzwerks BioLAGO, das in diesem Jahr sein 5-jähriges Bestehen feiert. Der Verbund bringt Wissenschaftler und Unternehmen zusammen. Seit seiner Gründung wurden bereits über 75 Kooperationsprojekte auf der bodenseeweiten Plattform erfasst, begleitet und initiiert.

Diesjähriger Gastredner der Jubiläumsauflage des Branchentreffens „UNI meets Pharma“ war Dr. Wieland Wolf, Geschäftsführer der ProBioGen AG aus Berlin © BioLAGO

Über 50 Prozent der sich weltweit in Entwicklung befindenden Medikamente basieren bereits auf biotechnologischen Verfahren. Gemeint sind die sogenannten Biopharmazeutika, die in den vergangenen Jahren die Therapiemöglichkeiten bei Krankheiten wie Krebs, rheumatoider Arthritis und angeborenen Stoffwechselkrankheiten revolutioniert haben. "Es ist das seit Jahren am schnellsten wachsende Segment in der pharmazeutischen Industrie, und das wird in den kommenden Jahren so bleiben", sagte Dr. Wieland Wolf, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens Probiogen und Gastreferent beim bodenseeweiten Treffen der Pharma-Forschung und -Industrie, das vom Branchenverbund BioLAGO zum 5. Mal ausgerichtet wurde. Durch Fortschritte in der Biotechnologie sind gerade individuelle Therapien in jüngster Vergangenheit vorangetrieben worden, darunter beispielsweise Immuntherapien, bei denen das Potenzial der körpereigenen Krankheitsabwehr nutzbar gemacht wird.

Auch in der Bodenseeregion sind zahlreiche, hochspezialisierte Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen wie GATC Biotech in Konstanz, Eugenex in Tägerwilen oder Vetter in Ravensburg vertreten, die Dienstleistungen für die Entwicklung neuer Medikamente oder Verfahren zum Wohle der Gesundheit und Umwelt erbringen. Diese haben sich gemeinsam mit Forschungseinrichtungen wie der Universität Konstanz, dem Biotechnologie-Institut Thurgau oder der Hochschule Albstadt-Sigmaringen zum länderübergreifenden Verbund BioLAGO zusammengeschlossen. Seit über fünf Jahren nun treibt das Netzwerk mit Geschäftsstelle in Konstanz die Umsetzung von Ideen aus dem Labor in den Markt voran, in den Branchen Pharma, Medizin(technik), Diagnostik, Lebensmitteltechnologie und Umweltschutz. "Wirtschaftszweige, die eine wichtige Säule der Gesundheitsindustrie bilden, die in der Region Hochrhein-Bodensee rund 15 Prozent aller Arbeitsplätze repräsentiert", berichtet Professor Klaus Schäfer, Vorstandsvorsitzender von BioLAGO.

Ein Netzwerk voller Erfolgsgeschichten - Kooperationen im Fokus

Der Vorstand des regionalen Netzwerks BioLAGO blickt auf erfolgreiche Vernetzungsarbeit in der Branche der Lebenswissenschaften & Biotechnologie in den letzten 5 Jahren zurück: (v.l.) Peter Pohl, Prof. Klaus P. Schäfer, Dr. Jürgen Ruff, Otto Knes und Dr. Michael Steinwand. Auf dem Bild fehlen Prof. Jörg Bergemann, Dr. Axel Mündlein, Daniel Fäh und Dr. Robert Hermann © BioLAGO

Aus einem Stammtisch hervorgegangen und mit rund 30 Gründungsmitgliedern gestartet hat sich BioLAGO als wirtschaftsfördernde regionale Institution etabliert und bereits für viele Kooperationen den Weg geebnet. Mittlerweile vereint das Netzwerk über 80 Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft und repräsentiert zirka 6.000 Arbeitsplätze in allen vier Bodensee-Anrainern, darunter zahlreiche Hochschul-Ausgründungen.

"Mehr als 75 Kooperationen zwischen den Mitgliedern haben wir in den letzten Jahren bisher erfasst, die großteils ohne BioLAGO nicht zustandegekommen wären", erklärt Schäfer. So hatte man beispielsweise die Akteure des Dornbirner Vivit-Instituts mit den Unternehmen Onkonet aus Ravensburg und der Konstanzer GATC Biotech zusammengebracht, die gemeinsam ein vierjähriges Projekt zur Verbesserung von Brustkrebstherapien starteten. Auch die Vernetzung mit Kliniken ist dem Verbund wichtig, um neue Produkte aus der Taufe zu heben. "Gerade haben wir zwei Mediziner mit einem Technologietransfer-Unternehmen zusammengebracht, die nun Hand in Hand ein neuartiges, therapeutisches Klinikbett entwickeln", freut sich Andreas Baur, Geschäftsführer von BioLAGO. In den kommenden Jahren sollen viele weitere Vermittlungserfolge hinzukommen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/geburtshelfer-fuer-kooperationen