zum Inhalt springen
Powered by

Gefahren und Langzeitfolgen der Biotechnologie

Das Thema eines der vier Open-Space-Workshops der BIOPRO Baden-Württemberg am 26. Juni 2008 lautete: "Gefahren und Langzeitfolgen der Biotechnologie". Vor allem im Bereich der Grünen Gentechnik wurden Gefahren gesehen. Diskutiert wurden zu diesem Thema auch ethische, volkswirtschaftliche sowie gesellschaftspolitische Aspekte.

Gefahren und Langzeitfolgen der Biotechnologie werden insbesondere im Bereich der grünen Gentechnik befürchtet und gesehen. Im Zeitalter der Globalisierung und der industriellen Landwirtschaft ist es heute kaum noch möglich, ohne Gentechnik auszukommen. Genanalyse findet in der modernen Züchtungsforschung wenn nicht zur gentechnischen Modifizierung von Pflanzen, doch zumindest zu deren Optimierung ihren Einsatz.

Gefahren und Langzeitfolgen lauern dabei in der Störung der Biodiversität sowie in der drohenden Übermacht bzw. Monopolstellung von Konzernen, insbesondere wenn sich daraus eine Beeinträchtigung bisheriger Lebensformen ergibt oder die bisherige Nutzung bestimmter Pflanzen erschwert oder gar unmöglich wird, etwa durch Patente.
Es ist ein Beet mit Suchinipflanzen zu sehen.
Langzeitfolgen der Grünen Gentechnik wurden vor allem in Bezug auf die Biodiversität gesehen. (Foto: BIOPRO/bjo)
Eine weitere Gefahr verbirgt sich in den unbekannten Folgen möglicher Wechselwirkungen, was unter anderem unter dem Begriff der Koexistenz diskutiert wird. Die Ketten der Wechselwirkungen sind häufig viel verquickter als man denkt.

Den Gefahren kann man zum Beispiel dadurch entgegenwirken, dass auch im Bereich der grünen Gentechnik analog zu Phase-4-Studien in der Medikamentenentwicklung Langzeitstudien bezüglich Negativ- bzw. Wechselwirkungen eingeführt werden. Auch kann das Instrument der Moratorien eingesetzt werden. Denkbar wäre auch die Einrichtung eines Weltethikrats, der prüft, welche Möglichkeiten genutzt werden sollen und welche nicht. Außerdem sollten die Bedingungen, die für bestimmte Arbeiten im Labor vorgegeben werden (S1- oder S2-Standard) auch im Bereich der grünen Gentechnik vorgeschrieben sein. Und nicht zuletzt könnte durch stärkere Fokussierung auf Prävention manch eine Gefahr oder Langzeitfolge von vornherein vermieden werden.

In der Diskussion über Gefahren und Langzeitfolgen spielen ethische, volkswirtschaftliche sowie gesellschaftspolitische Aspekte eine Rolle. Allerdings entspringt diese Diskussion auch dem in Europa herrschenden Wohlstand. Ein Nomade, der von der Hand in den Mund lebt, teilt die Bedenken gegenüber dem Einsatz der grünen Gentechnik nicht.
Die Fragen, die zur Abwägung der Gefahren und Langzeitfolgen der Biotechnologie zwingend zu stellen sind, lauten:
- Ist das eine technologische Spielerei (Gentechnikprodukt der 2. Art)?
- Wo sind die Kontraindikationen und wo die Pro’s?

geo - 30.06.08
© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH
Open Space Technology: Open Space (englisch für „geöffneter Raum“) ist eine Methode zur Strukturierung von Besprechungen und Konferenzen. Open Space schafft einen Raum, in dem viele Menschen selbstorganisiert und selbstverantwortlich ihre Anliegen gemeinschaftlich bearbeiten können. Es gibt keine vorgegebenen einzelnen Themen. Jeder kann ein Anliegen, das ihm besonders am Herzen liegt, vorantreiben. Das können komplexe und dringliche gemeinsame, aber auch persönliche Fragen und Themen sein. Sie werden erst zu Beginn der Veranstaltung formuliert.
Im Open Space gibt es vier Prinzipien:
1. Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute - einer oder 25 ist egal, und jeder ist wichtig und motiviert. 2. Was auch immer geschieht, es ist okay - Ungeplantes und Unerwartetes ist oft kreativ und nützlich. 3. Es beginnt, wenn die Zeit reif ist - wichtig ist die Energie (nicht die Pünktlichkeit). 4. Vorbei ist vorbei - Nicht vorbei ist Nicht-vorbei – wenn die Energie zu Ende ist, ist die Zeit um.
Und ein Gesetz: Das Gesetz der zwei Füße
Das „Gesetz der zwei Füße“ ist Ausdruck der Freiheit und Selbstverantwortung: der Teilnehmer bleibt nur so lange in einer Gruppe, wie er es für sinnvoll erachtet, also solange wie er etwas lernen und/oder beitragen kann. (Quelle: wikipedia)
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/gefahren-und-langzeitfolgen-der-biotechnologie