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Gentest: Verbindliche Beratung soll zentrales Element werden

Das schon lange angekündigte Eckpunktepapier der Regierungskoalition zum Gendiagnostikgesetz sieht eine verbindliche Beratung vor. Dies erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Annette Widmann-Mauz, jüngst in Berlin. Nach dem Willen der Koalition soll es Arbeitgebern grundsätzlich verboten werden, von Arbeitnehmern Gentests zu verlangen.

Nach Vorstellung der Koalitionäre soll ein Stufenkonzept für Aufklärung und Beratung bei genetischen Untersuchungen greifen. Bei prädiktiven und vorgeburtlichen Gentests soll die genetische Beratung als Ergänzung zur Aufklärung verpflichtend sein, anders als bei diagnostischen genetischen Untersuchungen, deren Angebot nicht verpflichtend sein soll.

Kernforderung erfüllt

Brigitte Widmann-Mauz. (Foto: CDU/CSU-BT-Fraktion) © CDU/CSU-BT-Fraktion
Nach Widmann-Mauz’ Worten werde damit eine Kernforderung der Union Eingang in das geplante Gesetz finden. Im Rahmen des anerkannten Rechts auf Wissen bzw. Nichtwissen könne auf ausdrücklichen Wunsch auf die Beratung verzichtet werden. Tests, die weder auf gesundheitliche Beeinträchtigung der Föten oder Embryos vor oder nach der Geburt abzielen, sollen nicht mehr möglich sein. Dazu gehören beispielsweise Tests zur Bestimmung des Geschlechts.

Des Weiteren sollen Gentests in dem Gesetz unter einen umfassenden Arztvorbehalt gestellt werden. Verankert wird die Freiwilligkeit der Teilnahme an genetischen Untersuchungen und das genetische Diskriminierungs- und Stigmatisierungsverbot. Eine zentrale Gendiagnostik-Kommission soll verbindliche Standards für die Aufklärung und Bearbeitung sowie die Durchführung von Gentests erarbeiten.

Auch Versicherer bleiben außen vor

Genetische Untersuchungen auf Verlangen des Arbeitgebers sollen grundsätzlich verboten werden. Beim Arbeitsschutz sollen solche Untersuchungen nur unter eng gefassten Voraussetzungen zugelassen werden. Versicherer dürfen weder die Durchführung eines Gentests noch Auskünfte über bereits durchgeführte genetische Untersuchungen verlangen. Ausnahmen zur Vermeidung von Missbräuchen sollen in besonderen Fällen vorgesehen werden, z.B. für den Abschluss einer Lebensversicherung mit einer sehr hohen Versicherungssumme.

Quelle: CDU/CSU – Bundestagsfraktion, 27.03.08 (P) (wp - 09.04.08)
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/gentest-verbindliche-beratung-soll-zentrales-element-werden