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Günzburger Brain Suite: Moderner geht es nicht

Den ersten Patienten hat Klinikchef Christian Rainer Wirtz in der Günzburger „Brain Suite“ bereits Anfang Oktober 2008 am offenen Gehirn operiert. In einem Festakt wurde jetzt am 20. Februar die überregionale Bedeutung des mit moderner Medizintechnik ausgestatteten neuen Operationssaals gewürdigt. Er verschafft der Neurochirurgischen Uniklinik Ulm an ihrem Standort am Bezirkskrankenhaus Günzburg eine „bundesweite Spitzenstellung“.

Die „Brain Suite“ ist ein digital integrierter neurochirurgischer Operationssaal und verfügt über einen Hochfeld-Magnetresonanz-Tomografen für intraoperative Bildgebung.

Die funktionelle Einheit aus Kernspintomografie, Operationsmikroskop und Neuronavigation erhöht die Sicherheit dank genauer Bildgebung und exakter Navigation bei sehr komplizierten Eingriffen. In 24 Kliniken auf der Welt sind derzeit „Brain Suites“ im Einsatz, mit Günzburg sechs vergleichbare Modelle in Europa. Mit voll beweglichem OP-Tisch wie in Günzburg gibt es die "Brain Suite" laut Pressemitteilung nur noch in Cincinnati (USA).

Politiker loben Standort

Das Bild zeigt den hochmodernen Operationstrakt, die Brain-Suite der Neurochirurgie am Bezirkskrankenhaus Günzburg. Vor dem OP-Tisch stehen, in sterile Kleidung gesteckt, Minister der beiden Südstaaten Söder und Frankenberg sowie die Verantwortlichen des Klinikums. Die Besonderheit besteht darin, dass eine Klinik in Bayern Standort einer baden-württembergischen Uniklinik ist. Möglich gemacht hat dies ein zwischen Bayern und Baden-Württemberg geschlossener Staatsvertrag.
Stelldichein der Prominenz zur Einweihung der Brain Suite. Unser Bild zeigt v. l. Prof. Reinhard Marre, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm; Thomas Düll, Vorstandschef Bezirkskliniken Schwaben; Prof. Peter Frankenberg, baden-württembergischer Forschungsminister; Jürgen Reichert, Verwaltungsratschef und Bezirkstagspräsident; Markus Söder, bayerischer Umwelt- und Gesundheitsminister; Prof. Christian Rainer Wirtz, Ärztlicher Direktor der Neurochirurgischen Klinik für die Universität Ulm am BKH Günzburg. © Bezirkskliniken Schwaben

Die "Brain Suite" ist nach Worten des bayerischen Gesundheitsministers Markus Söder (CSU) „ein großer Fortschritt bei der Behandlung onkologischer Erkrankungen“. In Europa sei die „Brain Suite“ in dieser Konfiguration einzigartig und belege die Innovationskraft der hiesigen Industrie, sagte Baden-Württembergs Forschungsminister Peter Frankenberg (CDU). Nach Ansicht von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert gehört die Günzburger Neurochirurgie „gemessen an der Zahl der Eingriffe pro Jahr zu den drei größten deutschen Neurochirurgien.

Präziser Wegweiser für Operateur

Rainer Birkenbach verglich das von BrainLab AG entwickelte chirurgische Navigationssystem mit dem von Autos: „Anstatt Autos durch die Großstadt zu dirigieren, weist unser System Chirurgen den Weg durch das menschliche Gehirn, und dies mit sehr hoher Präzision“. Die in Feldkirchen ansässige Firma hatte bei der Günzburger Einrichtung die Federführung: Außerdem waren die Carl Zeiss Meditec AG und die Siemens AG wesentlich beteiligt.

„Wir können das System für unsere Patienten gewinnbringend für eine Reihe von Indikationen wie gut- und bösartige Hirntumoren sowie Tumoren der Hirnanhangdrüse einsetzen“, sagte Christian Rainer Wirtz, Ärztlicher Direktor der Neurochirurgischen Klinik.

Länderübergreifend erfolgreich

Die „Brain Suite“ einzurichten gelang durch länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Universitätsklinikum Ulm und dem Bezirkskrankenhaus Günzburg. „Die bundesweit einmalige Konstellation, dass eine Universitätsklinik in einem Bundesland steht und in einem anderen die dazugehörige Universität beheimatet ist, spornt uns immer wieder an, daraus ein Erfolgsmodell zu machen“, so Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender des Kommunalunternehmens Bezirkskliniken Schwaben.

Millionenschwere Brain Suite

Bereits Ende 2007 wurde ein OP-Neubau in Günzburg eröffnet, der wesentlich mit bayerischen Mitteln gefördert worden war. Dabei wurde ein OP-Saal eigens für die „Brain Suite“ eingerichtet, deren Anschaffungskosten auf knapp vier Mio. Euro beziffert werden. Hier beteiligte sich das Land Baden-Württemberg zusammen mit dem Uniklinikum Ulm mit 1,1 Mio. Euro, von der Bayerischen Landesstiftung kamen ebenso wie aus dem Topf pauschaler Fördermittel des Freistaats 0,6 Mio. Euro. Den restlichen Anteil tragen die Bezirkskliniken Schwaben mit Eigenmitteln.

Beste medizinische Versorgung

„Wir freuen uns, dass wir die Zusammenarbeit zwischen dem Universitätsklinikum Ulm und dem Bezirkskrankenhaus Günzburg über Länder- und Institutionengrenzen hinweg so erfolgreich ausbauen konnten“, betonte der Reinhard Marre, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm, beim Festakt in Günzburg. „Denn für die Menschen der Region sind nicht Grenzen wichtig, sondern die beste medizinische Versorgung – und die können wir in der Neurochirurgie auch dank der neuen Brain Suite gemeinsam anbieten.“

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/guenzburger-brain-suite-moderner-geht-es-nicht