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Hartmann toppt Rekordumsatz des Vorjahres, verdient aber weniger

Der Heidenheimer Hartmann-Gruppe hat den Rekordumsatz des Vorjahreszeitraums um 3,2 Prozent auf jetzt 1,302 Mrd. Euro übertroffen. Das geht aus den Zahlen zum dritten Quartal hervor, die der Medizinproduktehersteller jetzt veröffentlicht hat.

Investitionen und Mehraufwendungen zur Qualitätssicherung allerdings ließen den Konzern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 45,1 Mio. Euro rund elf Prozent weniger verdienen. In seinen drei zentralen Geschäftsfeldern Wund-, Inkontinenz- und Infektionsmanagement, die rund 85 Prozent des Umsatzes ausmachen, meldete die Unternehmensgruppe Umsatzsteigerungen.

Das Wundmanagement verzeichnete zum 30. September 2012 eine Steigerung der Umsatzerlöse um 3,7 Prozent auf 354,7 Mio. Euro. Das Wachstum resultierte vor allem aus Umsätzen mit Produkten für die moderne Wundbehandlung, bei postoperativen Verbänden sowie beim Erste-Hilfe-Sortiment für Endverbraucher. Das unter der Marke Vivano angebotene Produktsystem zur Unterdruck-Wundtherapie werde vom Markt gut angenommen, heißt es weiter. Das Geschäftsfeld Inkontinenzmanagement erzielte zum Ende des dritten Quartals einen Umsatz von rund 468 Mio. Euro (plus 3,3 Prozent zum Vorjahr). Wachstumstreiber waren das zweiteilige Produktsystem MoliForm/MoliPants sowie MoliCare Mobile, die Inkontinenzhose für mobile Patienten. Am stärksten wuchs die unter der Marke Menalind angebotene Pflegeserie für die strapazierte Haut älterer Menschen.

Die Umsätze im Segment Infektionsmanagement stiegen zum Ende des dritten Quartals 2012 um 0,7 Prozent auf 281,1 Mio. Euro. Bei kundenindividuellen OP-Sets und Desinfektionsmitteln wuchs die Unternehmensgruppe weiter, vom „unprofitablen“ Geschäft mit Untersuchungshandschuhen und OP-Verbandstoffen trennte sich Hartmann. In den weiteren Geschäftsfeldern steigerte die Unternehmensgruppe ihren Umsatz um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf fast 200 Mio. Euro. Wachstumstreiber war die in Würzburg ansässige Kreipp-Gruppe.

Investitionen belasten Ergebnis

Zur Absicherung des Wachstumskurses investierte die Unternehmensgruppe in den ersten drei Quartalen 2012: so wurden Marketing und Vertrieb im Zusammenhang mit der Markteinführung des neuen Vivano-Systems zur Unterdruck-Wundtherapie aufgebaut, desgleichen kostete der weitere Ausbau der Marktposition in Russland und Australien. Trotz dieser Investitionen verbesserte sich das operative Ergebnis vor Einmaleffekten gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres überproportional. Gleichzeitig konnte die Nettoverschuldung weiter zurückgeführt werden.

Die Finanzkrise in Südeuropa, hohe Rohstoffpreise, sowie Investitionen in den Standort Kneipp, Mehraufwendungen im Zusammenhang mit dem geänderten Standortkonzept Russland sowie Mehrkosten zur Lösung von Qualitätsproblemen bei einigen sterilen Mullprodukten reduzierten das Ergebnis vor Steuern in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs um 10,5 Prozent auf 70,6 Mio. Euro. Das Konzernergebnis ging zweistellig, um 11,2 Prozent auf 45,1 Mio. Euro zurück.

Die Hartmann Gruppe beschäftigte zum Ende des dritten Quartals 10.392 Mitarbeiter, 426 Personen mehr als im Vorjahr. Personal wurde für den Ausbau der Fertigung in Tschechien sowie der kundennahen Funktionen in Deutschland rekrutiert. Rund 38 Prozent der Beschäftigten waren zum Ende des 3. Quartals 2012 in Deutschland beschäftigt, das Gros in ausländischen Tochtergesellschaften.

Für das laufende Jahr sieht sich der Heidenheimer Gesundheitskonzern auch unter schwierigeren Rahmenbedingungen gut aufgestellt, seine Wachstumsstrategie erfolgreich fortzusetzen. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Hartmann ein leichtes Umsatzplus in allen vier Geschäftsfeldern. Dabei erwartet das Unternehmen, dass das operative Ergebnis auf Höhe des Rekordjahres 2011 liegen wird. Durch die genannten Einmaleffekte wird das ausgewiesene Resultat einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/hartmann-toppt-rekordumsatz-des-vorjahres-verdient-aber-weniger