zum Inhalt springen
Powered by

Hartmann trotzt der Schuldenkrise

Trotz der Sparbemühungen in den Staatshaushalten im Zuge der Euro-Schuldenkrise, die zu weiteren Einschnitten in die Ausgaben der nationalen Gesundheitssysteme führte, hat die in Heidenheim ansässige Hartmann Gruppe ihren Kurs im Geschäftsjahr 2011 erfolgreich fortgesetzt. Dies wird aus den jetzt vorgelegten Zahlen des Medizinprodukteherstellers deutlich. Der Umsatz konnte im Geschäftsjahr 2011 gesteigert werden.

Gegenüber dem Rekordumsatz des Vorjahres stiegen die Umsatzerlöse weltweit um 4,1 Prozent auf 1,69 Mrd. Euro. Im Jahresdurchschnitt 2011 sah sich das Unternehmen mit deutlich höheren Rohstoff- und Handelswaren-Preisen konfrontiert und stark volatilen Kursrelationen zwischen Euro und Fremdwährungen ausgesetzt.

Kräftiges Umsatzplus im Infektionsmanagement

Erneute Umsatzsteigerung in den drei medizinischen Geschäftsbereichen. © Hartmann AG

Im Segment Wundmanagement verzeichnete das Unternehmen im Berichtsjahr ein Wachstum von 3,4 Prozent auf 455,7 Mio. Euro. Besonders stark wuchsen die  Umsätze bei Produktsystemen zur modernen Wundbehandlung in Frankreich und Russland. Trotz knapper Baumwollressourcen steigerte das Unternehmen seinen Umsatz auch bei traditionellen Wundauflagen sowie Kompressions- und Fixierbinden. Innerhalb des Geschäftssegments verzeichnete das breite Sortiment für die postoperative Wundversorgung das stärkste Umsatzplus.

Umsatzkrösus im Geschäftsjahr 2011 war erneut das Geschäftsfeld Inkontinenzmanagement, das 610,9 Mio. Euro und damit 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr erlöste. Mit 10,1 Prozent (auf insgesamt 371,6 Mio. Euro) fiel im Geschäftsbereich Infektionsmanagement das Umsatzwachstum am kräftigsten aus. Das Unternehmen profitierte vom zunehmenden Hygienebewusstsein bei professionellen Kunden und Endverbrauchern: Im Rahmen der Vorbeugung vor in Gesundheitseinrichtungen erworbenen Keimen (Nosokomialinfektionen) stieg die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln. Zum 31. Dezember 2011 trugen die drei medizinischen Kernsegmente 84,6 Prozent zum Gesamtumsatz bei und blieben damit auf Vorjahresniveau.

Mehr Umsatz im In- und Ausland

Während die Umsatzerlöse im Inland um 3,7 Prozent auf 583,9 Mio. Euro zunahmen, stiegen sie im Ausland um 4,3 Prozent auf 1,115 Mrd. Euro. Der Auslandsanteil lag nahezu unverändert bei 65,6 Prozent. Auf gezielte und frühzeitige Sparmaßnahmen führt das Unternehmen zurück, dass sowohl das Ebit (Plus 4,1 Prozent auf 107,6 Mio. Euro) als auch das Konzernergebnis 70,8 Mio. Euro (plus 1,3 Prozent im Vergleich zu 2010) 2011 sich verbesserten. Auch die Eigenkapitalquote stieg zum Jahresende 2011 von 50,2 auf beachtliche 53,9 Prozent und betrug 612,3 Mio. Euro. Auch die Nettoverschuldung reduzieurte sich gegegenüber dem Vorjahr um 39,8 Mio. Euro auf 132,8 Mio. Euro.

Zum Jahresende 2011 beschäftigte die Unternehmensgruppe 9.966 Menschen, 16 Personen weniger als Ende 2010. Davon arbeiteten 3.850 in Deutschland, 6.116 an ausländischen Standorten.

Ausblick verhalten optimistisch

Trotz ungewisser Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise und sich abkühlender Weltkonjunktur sieht sich die Hartmann Gruppe gut aufgestellt und will weiter wachsen. International will sich die Unternehmensgruppe noch stärker als Systemanbieter mit Mehrwert bietenden Lösungen zur Prozessoptimierung in den Bereichen Controlling, Bestellwesen und Logistik profilieren. Besondere Bedeutung genießt der russische Markt, in dem das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren um rund ein Drittel pro Jahr gewachsen sei.

Die im Bode Science Center gebündelte Kompetenz im Infektionsschutz will das Unternehmen nutzen, um der steigenden Zahl von in Gesundheitseinrichtungen erworbenen Infektionen wirksam zu begegnen. Das Zentrum war im Mai 2011 gegründet worden. Allein in den EU-Mitgliedsstaaten sterben nach Unternehmensangaben rund 37.000 Patienten jährlich an den Folgen einer Infektion, die durch Mikroorganismen ausgelöst wird und in einem kausalen Zusammenhang mit einem Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer anderen Einrichtung des Gesundheitswesens steht.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/hartmann-trotzt-der-schuldenkrise