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ILM - LaserTherapieZentrum

Die am ILM durchgeführte Studie untersucht die fraktionierten Bestrahlung von Falten und Narben unter Anwendung eines Erbium:YAG-Handstücks.

Abb. 1: OCT-Bild direkt nach Laserbehandlung 8 Impulse, 16J/cm². © ILM

Ablative Laser wie der Erbium:YAG- und der CO2-Laser werden seit Jahren erfolgreich zur Faltenbehandlung eingesetzt. Hierbei werden epidermale und dermale Hautschichten abgetragen und ein Wundheilungsprozess initiiert. Trotz guter kosmetischer Ergebnisse wird diese Technik jedoch aufgrund der Gefahr von schwerwiegenden Nebenwirkungen und verzögerter Wundheilung immer seltener durchgeführt. Alternativ wurden nicht abtragende Laserverfahren entwickelt, die zwar weniger invasiv sind, sich jedoch auch als weniger effektiv erwiesen. Eine neue Behandlungsmethode geht auf die Veröffentlichung von D. Manstein et al. 2004 zurück. Diese propagiert eine fraktionierte Photothermolyse, d.h. nicht die gesamte Hautoberfläche wird behandelt, sondern es wird ein Muster mikroskopisch kleiner Areale behandelt, die von Brücken unbehandelter Haut umgeben sind. Hierbei können sowohl nicht abtragende als auch abtragende Laser verwendet werden.

Ziel unserer Studie war die Untersuchung eines Erbium:YAG-Handstücks zur fraktionierten Bestrahlung von Falten und Narben.

1. Parameterbestimmungen
Voruntersuchungen mit verschiedenen Masken, die den Laserstrahl in feinste Einzelstrahlen aufspalten, ergaben beste Ergebnisse bei einer Lochweite von ca. 150μm und einem Stegabstand von 350 μm. Mittels Fotos, Auflichtmikroskopie und optischer Kohärenz-Tomographie (OCT) wurde bei 2 Probanden am Unterarm die Wirkung des Lasers bei gleichbleibender Energiedichte von 16 J/cm², jedoch unterschiedlicher Anzahl von Pulsen untersucht. Hierbei zeigte sich ein Substanzdefekt von ca.130μm Durchmesser, der in Abhängigkeit der Pulsanzahl bis zu einer maximalen Tiefe von mehr als 300μm bei 8 aufeinanderfolgenden Pulsen reichte (Abb.1). Ab einer Pulszahl von 4 kam es zu Einblutungen in die Mikrodefekte. Erste Entzündungszeichen wurden nach 7 Stunden beobachtet.

Krustige Auflagerungen im Bereich der Mikrodefekte waren bei 8 und 10 Pulsen sogar nach 2 Wochen noch vereinzelt sichtbar. Diese sind mit den bei rein thermischen fraktionierten Laserbehandlungen beschriebenen MEND´s (microscopic epidermal necrotic debris) vergleichbar. Hierbei handelt es sich um die transepidermale Ausschleusung nekrotischen Materials aus der Haut.

 

Zu sehen ist ein Zellschnitt.
Abb.2a: Histologisches Bild direkt nach Laserbehandlung:12 Impulse, 12J/cm² (HE). © ILM
Bild eines Zellschnitts.
Abb.2b: Histologie 24h nach Laserbehandlung. Epidermis geschlossen, verdickt, noch leichte subepidermale Spaltbildung. © ILM

Histologische Veränderungen zu verschiedenen Zeitpunkten nach Laserbehandlung wurden an Humanhaut im CAM-Modell untersucht. Bei einer Energiedichte von 12 J/cm² und 12 repetitiven Pulsen fanden sich nach 4 und 8 Stunden Mikrogewebsdefekte mit einer ungebenden thermischen Nekrosezone, die bis in die retikuläre Dermis reichten (Abb. 2a).

Nach 24 Stunden war die Basalzellschicht der Keratinozyten bereits wieder geschlossen. Es bestand jedoch noch eine subepidermale Spaltbildung, die auch nach 48 Stunden noch sichtbar war (Abb. 2b).

2. Behandlung von Falten
Bei einer klinischen Studie zur Behandlung von Falten im Gesichtsbereich nahmen 9 Probanden im Alter zwischen 42 und 64 Jahren teil. Die Behandlung erfolgte mit 12 J/cm² und einer Pulsfolge von 12 abtragenden Pulsen. Die Behandlung wurde nach 5 bis 7 Wochen wiederholt. Eine Kontrolle erfolgte nach weiteren 5 bis 7 Wochen. Das Oberflächenrelief der behandelten Hautareale wurde mittels Streifenprojektion (PRIMOS System, GFM Messtechnik, Teltow) bestimmt. Die Messwerte wurden durch eine speziell hierfür durch unsere Arbeitsgruppe Messtechnik modifizierte Software in MatLab (MathWorks Inc.) ausgewertet. Die behandelte Falte wurde jeweils mit einer benachbarten, unbehandelten Falte verglichen, um körpereigene Schwankungen wie z.B. den Hydratisierungsgrad der Haut auszugleichen.

Die Ergebnisse waren abhängig von der Lokalisation und der Faltentiefe: Bei Fältchen im Bereich der Oberlippe ergab sich bei 3/3 Probanden eine deutliche Verminderung der Faltentiefe. An der Wange ergab sich eine Verbesserung bei einem von zwei Probanden. Eine periorbitale Falte sowie eine Glabellafalte waren geringgradig gebessert. Tiefere Marionettenfalten konnten nach 2 Behandlungen nicht vermindert werden. Die Behandlung wurde von allen Probanden als wenig schmerzhaft empfunden. Direkt nach Behandlung zeigte sich in allen Fällen eine Rötung und Schwellung, die ein bis 3 Tage anhielt. Im Augenbereich kam es zu einer leichten Krustenbildung für 5 Tage. Infektionen sowie Pigmentveränderungen wurden nicht beobachtet.

3. Behandlung von Narben
Klinische Untersuchungen zur Behandlung von Narben wurden an 2 Probanden mit seit Jahren bestehenden hypotrophen Narben, einem Probanden mit einer seit 2 Jahren bestehenden hypertrophen Narbe und 3 Probanden mit Keloiden durchgeführt. Bei den Narben wurde jeweils mit der Streifenprojektionsmethode das Volumen in Bezug zur umgebenden Haut bestimmt. Die Dicken der Keloide wurden sonographisch (10 MHz) bestimmt.

Bei den hypotrophen Narben ergab sich nach 2 Behandlungen eine leichte Zunahme der Narbentiefe. Die hypertrophe Narbe zeigte eine Abflachung. Keloide konnten mit 2 bzw. 3 Behandlungen nicht verändert werden.

4. Diskussion
Die fraktionierte, abtragende Erbium:YAG-Laserbehandlung ist nach den vorliegenden Untersuchungen ein wirkungsvolles Instrument zur Behandlung von feinen Fältchen. Die Behandlungen erwiesen sich als wenig beeinträchtigend. Aufgrund der schnellen Reepithelialisierung war die Gefahr von Nebenwirkungen stark vermindert gegenüber flächig abtragenden Verfahren. Mehrfache Behandlungen können problemlos durchgeführt werden.

In der Narbenbehandlung scheint der nicht ablative thermische Mode des Erbium:YAG-Lasers (frühere Untersuchungen) dem fraktionierten abtragenden Verfahren überlegen zu sein.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/ilm-lasertherapiezentrum