zum Inhalt springen
Powered by

Im "Fast-Track" zum Doktortitel

Start frei! hieß es am 7. Mai 2008 offiziell für die neu eingerichtete Graduiertenschule "Chemische Biologie" in den Fachbereichen Biologie, Chemie sowie Informatik und Informationswissenschaft. Die neue Einrichtung wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative geschaffen und bildet bereits seit Anfang April Doktoranden aus. Gastredner war der prominente Chemiker Prof. Horst Kunz von der Universität Mainz, der spannende Einblicke in die medizinische Relevanz seiner Forschungsgebiete an der Schnittstelle zwischen Biologie und Chemie gewährte.

Am 7. Mai 2008 wurde die neue Graduiertenschule Chemische Biologie der Universität Konstanz offiziell in Betrieb genommen. Die Einrichtung wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder bewilligt. Die Koordinatoren Prof. Andreas Marx und Prof. Martin Scheffner freuen sich über den offiziellen Start. Hinter ihnen liegen arbeitsreiche Monate der Konzeption, arbeitsreich geht es weiter. Bereits 23 Doktoranden haben sich eingeschrieben und stehen in den Startlöchern, um sich in ihre Forschungsgebiete hineinzuknien und ihre Doktorarbeiten zu verfassen. Die Doktoranden kommen aus der gesamten Bundesrepublik, auch international hat das neue Angebot Interesse geweckt. Nicht verwunderlich, denn die Graduiertenschule agiert mit einem internationalen Netzwerk breit auf internationalem Parkett. Kooperationspartner sind u. a. die Universitäten Stanford, Kanpur, Toronto und Nanyang, die ETH und Universität Zürich. Auch bedeutende und innovative Unternehmen gehören zu den Partnern der neuen Einrichtung.

Bedeutend für die Krebsforschung

Mit seinem Eröffnungsvortrag Vortrag „Fully Synthetic Vaccines from Tumor-associated Mucin Glycopeptide Antigens" entführte der Chemiker Prof. Horst Kunz die Gäste gleich in der Auftaktveranstaltung in chemische Welten und medizinische relevante Forschungsfelder. Kunz ist Experte für Peptid- und Kohlenhydratchemie. Die von ihm entwickelten Verfahren kommen zum Beispiel zum Einsatz bei Untersuchungen von Virenhüllen und tumorassoziierten Antigenen. Prof. Andreas Marx erklärt, um was es sich bei solchen „Antigenen“ handelt „Unsere Forschungsfelder haben auch für die medizinische Forschung eine hohe Relevanz, zum Beispiel in der Krebsforschung. Krebszellen unterscheiden sich deutlich von normalen Körperzellen, obwohl sie aus dem gleichen Gewebe hervorgehen. Die Krebszelle trägt praktisch immer bestimmte tumorassoziierte Antigene, abgekürzt TAA, auf ihrer Zelloberfläche. Das sind winzige Signale, die zeigen, dass die Zelle krankhaft verändert ist. Das Immunsystem erkennt über diese Antigene, dass es sich um eine krankhaft veränderte Zelle handelt. Eine gezielte Immunantwort ist die Folge. Wenn das Immunsystem versagt, kann sich ein Tumor ausbilden.“

Starkes Engagement gefragt

Wer sich bei der neuen Graduiertenschule bewirbt, muss ausgezeichnete Noten und Referenzen haben. „Wir haben viele Bewerbungen und wählen sehr sorgfältig aus. Wer Mitglied in der Graduiertenschule ist, muss wirklich bereit sein, sich sehr stark zu engagieren und einfach sehr leistungsstark sein. Die Doktoranden werden umgekehrt auch sehr intensiv betreut. Neben dem Doktorvater bzw. der Doktormutter gibt es zusätzlich zwei Ko-Betreuer aus anderen Disziplinen. Interdisziplinäres Arbeiten ist in der Graduiertenschule nicht graue Theorie, sondern wird gelebt“, so Marx.

Erforschung wichtiger physiologischer Prozesse

Der Schwerpunkt der Graduiertenschule liegt an der wissenschaftlichen Schnittstelle zwischen Biologie und Chemie. Ihre Mitglieder erforschen wichtige physiologische Prozesse auf molekularer Ebene. Die makromolekularen Grundbausteine der Zelle, insbesondere Proteine werden im Hinblick auf ihre funktionalen und strukturellen Wechselwirkungen charakterisiert. Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Synthetische Chemie, Biochemie, Biophysik, Biomedizin und dem Feld der Bioinformatik. Das Ausbildungsprogramm umfasst wissenschaftliche Kurse und Module zur Stärkung von Schlüsselqualifikationen wie Projekt- und persönliches Management.

Dieser neue und bisher einzigartige Ansatz wird einen hohen Qualitätsstandard der Ausbildung sichern. Für besonders motivierte und leistungsstarke Bachelor-Absolventen bietet die Graduiertenschule die Möglichkeit, über den so genannten "Fast Track" das Doktorat einschließlich Masterstudium in nur vier Jahren abzuschließen.

Quelle: Uni-Konstanz - 07.05.08 (P)
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/im-fast-track-zum-doktortitel