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immatics wirbt 54 Mio. Euro Kapital ein

Das neue Kapital ermöglicht immatics die Durchführung einer Phase III Zulassungsstudie für IMA901, seinen wichtigsten Impfstoffkandidaten zur Behandlung von Patienten mit Nierenzellkarzinom. Die Studie soll 2010 beginnen. Neben den bestehenden Investoren sind auch neue Partner an Bord.

Die immatics biotechnologies GmbH, ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Schwerpunkt auf der klinischen Entwicklung neuer therapeutischer Impfstoffe zur Behandlung von Krebs, gab am 21. September 2010 bekannt, dass sie in einer dritten (Serie C) Finanzierungsrunde 53,8 Millionen Euro eingeworben hat. Mit dem neuen Kapital kann das Unternehmen die weitere Entwicklung seiner vorhandenen Pipeline zukunftsweisender therapeutischer Impfstoffe finanzieren. Insbesondere ermöglichen die neuen Mittel die Durchführung einer Phase-III Zulassungsstudie mit dem am weitesten entwickelten Produktkandidaten IMA901, der – wie auf der ASCO-Tagung im Juni vorgestellte Studienergebnisse zeigen – das Potenzial besitzt, Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom einen Überlebensvorteil zu bringen.

Paul Higham, CEO immatics © immatics

An der neuen Finanzierungsrunde beteiligten sich sowohl bestehende als auch neue Investoren. Rund die Hälfte des Kapitals wurde von der dievini Hopp BioTech holding, Wellington Partners und anderen bestehenden Investoren beigesteuert; die andere Hälfte stammt aus Fonds der MIG AG sowie von der AT Impf GmbH und damit von neuen Investoren. Nach Abschluss der Finanzierungsrunde wird Dr. Matthias Kromayer von der MIG AG weiteres Mitglied im Beirat von immatics. Die dievini Hopp BioTech holding bleibt der größte Anteilseigner von immatics.

Mit dem frischen Kapital wird immatics noch in diesem Jahr eine klinische Zulassungsstudie der Phase III zu seinem am weitesten entwickelten Krebsimpfstoff IMA901 beginnen. IMA901 ist ein rational entwickelter Krebsimpfstoff, der aus zehn tumor-assoziierten Peptiden (TUMAPs) besteht, die bei der Mehrzahl der Patienten mit Nierenzellkarzinom überexprimiert sind. Das Studiendesign fußt auf den Erkenntnissen der abgeschlossenen Phase-II-Studie sowie Rückmeldungen von Zulassungsbehörden und Meinungsführern. Geplant ist eine randomisierte, kontrollierte Studie zur Beurteilung der Kombination aus IMA901 und Standardtherapie im Vergleich zu Standardtherapie allein in der Erstbehandlung des Nierenzellkarzinoms. Der primäre Endpunkt der Studie ist das Gesamtüberleben. Die ersten Ergebnisse werden gegen Ende 2013 erwartet.
immatics wird außerdem die Entwicklung von IMA910 vorantreiben, einem weiteren therapeutischen Impfstoff, der derzeit im Rahmen einer klinischen Phase-II-Studie an rund 90 Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs untersucht wird. Für das dritte klinische Projekt des Unternehmens, IMA950, werden derzeit in Kooperation mit Cancer Research UK in Großbritannien und dem National Cancer Institute in den USA zwei Phase-I-Studien mit Patienten, die an Glioblastom – eine besonders aggressive Art des Hirnkrebs – erkrankt sind, vorbereitet. Ferner wird immatics in Südostasien die Aufnahme klinischer Studien mit IMA941 bei Patienten mit Magenkrebs vorantreiben und seine Technologieplattform XPRESIDENT™ zur Identifizierung von Antigenen weiter ausbauen und verbessern.

Eigene Plattformtechnologie als Voraussetzung für Wirkstoffeentwicklung

Die neuen therapeutischen Impfstoffe in der aktuellen Pipeline von immatics wurden mit der einzigartigen XPRESIDENT™-Technologie entwickelt. Mit dieser Plattform lassen sich schnell und zuverlässig spezifische tumorassoziierte Peptide (TUMAPs) für jede Krebsart identifizieren. So kann das Unternehmen in kurzer Zeit bessere Krebsimpfstoffe entwickeln, diese patentieren und neue Impfstoffkandidaten in weniger als 24 Monaten in die klinische Prüfung bringen. Darüber hinaus kann die XPRESIDENT™-Technologie von immatics auch genutzt werden, um krankheitsassoziierte Peptide in anderen Krankheitsbildern als Krebs zu identifizieren.
Paul Higham, CEO von immatics, sagte: „Die Tatsache, dass führende europäische Biotech-Investoren uns einen solchen finanziellen Rückhalt geben, zeigt, dass sie von unserem Unternehmen und unseren Entwicklungsprogrammen überzeugt sind. Jetzt, da die Finanzierung gesichert ist, können wir uns ganz auf die weitere klinische Entwicklung unserer drei wichtigsten Krebsimpfstoff-Programme konzentrieren. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir für unser führendes Projekt, IMA901 zur Behandlung von Nierenkrebs, noch in diesem Jahr eine Phase-III-Zulassungsstudie beginnen können – ein entscheidender Schritt, der Krebspatienten einen vielversprechenden neuen therapeutischen Impfstoff bedeutend näher bringt. Dank der Mittel aus der dritten Finanzierungsrunde können wir außerdem die Weiterentwicklung unserer anderen Impfstoffkandidaten vorantreiben und das Potenzial unserer zugrunde liegenden Technologieplattform XPRESIDENT™ weiter ausbauen und noch besser entwickeln.“

Dr. Matthias Kromayer von der MIG AG kommentierte: „Es wird immer klarer, dass therapeutische Impfstoffe das Potenzial haben, die Krebsmedizin zu revolutionieren. Die Phase-II-Ergebnisse, die immatics mit IMA901 erzielt hat, haben uns sehr beeindruckt, und wir erkennen beim Führungsteam in seiner Planung einen klar vorgezeichneten Weg zu einem hohen Wertzuwachs des Unternehmens. Mit seinem Ansatz der rationalen Entwicklung von Impfstoffen sehen wir immatics hervorragend positioniert, um in diesem schnell wachsenden Bereich eine führende Rolle zu übernehmen und das Leben von Krebspatienten bedeutend zu verbessern.“

Prof. Christof Hettich von dievini Hopp BioTech holding stellte fest: „Wir freuen uns, immatics auch weiterhin unterstützen zu können. Wir stehen hinter dem Ansatz, den immatics mit seinen Krebsimpfstoffen verfolgt, und wir sind sicher, dass die Führungsmannschaft den überzeugenden Plan, den sie entwickelt hat, erfolgreich umsetzen und erheblichen Mehrwert für alle Gesellschafter schaffen wird.“

Prof. Erich Schlick von Wellington Partners erklärte: „Die anhaltende Unterstützung von Wellington für immatics beruht auf der festen Überzeugung an die klinische Relevanz peptidbasierter Krebsimpfstoffe und auf der hervorragenden Arbeit der Geschäftsführung seit unserer ersten Investition.“

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/immatics-wirbt-54-mio-euro-kapital-ein