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Impfstoffe gegen Blutkrebs entwickeln

Die Krebsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg wird weiter verstärkt: Durch die großzügige Unterstützung der Joachim-Siebeneicher-Stiftung aus Heidelberg wurde eine neue "Stiftungsprofessur" für Zelluläre Immuntherapie an der Medizinischen Klinik V, Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Anthony D. Ho) eingerichtet, die der Experte für Stammzelltransplantation und Immuntherapie Professor Dr. Michael Schmitt jetzt offiziell antrat. Die Stiftung stellt Mittel in Höhe von 340.000 Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren bereit. Ziel des 45-jährigen ist es unter anderem, therapeutische Impfstoffe gegen Viren und Krebs zu entwickeln, vor allem für Blutkrebspatienten.

Der gebürtige Saarländer studierte in Homburg, Tel-Aviv und Boston Medizin, war danach an den Universitätskliniken Homburg, Nagasaki und Mie in Japan, sowie am Universitätsklinikum Ulm in Forschung und Patientenversorgung tätig. Zuletzt leitete er als Oberarzt die Klinische Stammzelltransplantation und Immuntherapie am Universitätsklinikum Rostock. In Heidelberg hat ihn besonders die enge Vernetzung der Immuntherapeuten in Universitätsklinikum, Nationalem Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) gereizt: "Gemeinsam wollen wir eine `Immune Alliance´ im Kampf gegen Krebs und Viruserkrankungen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem herausbilden." Dies sind z.B. Blutkrebspatienten nach einer Stammzelltransplantation.

Spezielle Reinräume zur Herstellung vom Impfstoffen und Zellprodukten

Um Zellprodukte und Impfstoffe nach internationalen Herstellungsregeln (good manufactoring practice, GMP) erzeugen zu können, verfügt die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg über eine streng vorgeschriebene technische und räumliche Ausstattung, die so genannte "GMP-Core-Facility", die von Professor Schmitt geleitet wird.

Dort möchte Schmitt mit seinem Team unter anderem therapeutische Impfstoffe gegen Krebs entwickeln und herstellen: Dazu untersuchen die Wissenschaftler, welche Eiweiße aus Tumoren, als Impfstoff verabreicht, eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen den Krebs hervorrufen können. Auch klinische Studien mit Blutkrebspatienten sind in Planung.

Seit zehn Jahren Unterstützung durch die Joachim-Siebeneicher-Sitftung

Die Joachim Siebeneicher-Stiftung wurde von Dr. Joachim Siebeneicher und Ehefrau Charlotte Siebeneicher 1974 gegründet. Sie fördert unter anderem biomedizinische Forschung, öffentliches Gesundheitswesen, Jugend- und Altenhilfe. Schon seit 2002 unterstützt die Stiftung Forschungsprojekte an der Medizinischen Klinik V und stellt damit eine ungewöhnliche Kontinuität in der Wissenschaftsförderung dar.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/impfstoffe-gegen-blutkrebs-entwickeln