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Innovationsindex: Baden-Württemberg belegt Platz 1

Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes liegt Baden-Württembergs Innovationsfähigkeit innerhalb der Europäischen Union nach wie vor auf Platz 1. Damit belegt der Südwesten wie bereits in den Jahren 2004 - erstmalige Erfassung durch das Statistische Landesamt - und 2006 zum dritten Mal den Spitzenplatz. Innovationen sind für hoch entwickelte Volkswirtschaften die entscheidende Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung.

Innovationsindex für die Stadt-/ Landkreise Baden-Württembergs © Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
In keiner anderen der 65 untersuchten EU-Regionen wird im europäischen Regionenvergleich ein höherer Anteil der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung investiert, in keiner ist der Beschäftigtenanteil forschungsintensiver Industriezweige höher und in keiner werden – bezogen auf die Bevölkerungszahl – mehr Patente angemeldet als in Baden-Württemberg. "Zu den bisherigen High-Tech-Hochburgen des Landes, dem Landkreis Böblingen, dem Bodenseekreis und der Landeshauptstadt Stuttgart, gesellt sich mit Ulm neuerdings ein weiterer innovationsstarker Stadtkreis", so Dr. Carmina Brenner, die Präsidentin des Statistischen Landesamtes. Ausschlaggebend für die Spitzenposition Baden-Württembergs ist vor allem die außerordentlich starke technologische Basis des Landes. Nirgendwo anders sind der Anteil der Erwerbstätigen in forschungsintensiven Industriezweigen und die Patentdichte höher als im Südwesten Deutschlands. So arbeiteten zuletzt rund 18 Prozent aller Berufstätigen in FuE-intensiven Industriezweigen, beispielsweise im Fahrzeug- und Maschinenbau oder im Bereich »Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Optik«.

Hervorragendes technologisches Niveau in Baden-Württemberg

Im europäischen Durchschnitt (EU-27) liegt dieser Anteil nur bei unter 7 Prozent. Weiterhin wurden – bezogen auf 1 Mill. Einwohner – von heimischen Erfindern etwa 5-mal so viele Patente beim Europäischen Patentamt angemeldet wie im Durchschnitt aller 27 EU-Länder. Darüber hinaus investiert Baden-Württemberg mit Ausgaben in Höhe von knapp 13,7 Milliarden Euro 4,2 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung und ist damit bei der sogenannten FuE-Intensität europaweit führend (EU-Durchschnitt: 1,8 Prozent ). Auch bei der FuE-Personalintensität, dem Anteil des FuE-Personals an den Erwerbspersonen insgesamt, liegt Baden-Württemberg mit knapp 2 Prozent auf einem europäischen Spitzenplatz. Deutlich schwächer abgeschnitten hat das Land dagegen erneut beim Anteil der Erwerbstätigen in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen – dazu zählen neben Ingenieur-, Finanz- und IT-Dienstleistungen beispielsweise auch Dienstleistungen aus dem Bereich Logistik, Gesundheit und Medien. Hier liegt Baden-Württemberg unter dem Durchschnitt aller 27 Länder der EU. Der geringe Erwerbstätigenanteil in wissensintensiven Dienstleistungen ist aber auch ein Spiegelbild der großen Bedeutung forschungsintensiver Industriebranchen im Land, die zudem viele Dienstleistungsfunktionen im Unternehmen selbst ausführen. Wissensintensive Dienstleistungen gewinnen im Innovationsprozess des Landes jedoch an Bedeutung. Dies zeigt sich insbesondere an einem überdurchschnittlichen Anstieg des FuE-Personals in den unternehmensnahen Dienstleistungen – in Baden-Württemberg.

Landkreis Böblingen, Bodenseekreis und Stadtkreis Stuttgart sind bei der Innovationsfähigkeit führend

Der für die Kreise Baden-Württembergs berechnete Innovationsindex belegt, dass Baden-Württemberg seine hohe Innovationskraft in erster Linie der Region Stuttgart verdankt. Zwei Kreise der Region, der Landkreis Böblingen und der Stadtkreis Stuttgart liegen im Spitzenfeld der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs. Eine hohe Innovationskraft zeigt der Index auch für den Bodenseekreis. Der im Gesamtindex führende Landkreis Böblingen stützt sich vor allem auf seine forschungsintensiven Industriezweige.
Die hohe Innovationsorientierung des Bodenseekreises mit Friedrichshafen als wirtschaftlichem Zentrum geht vor allem auf eine hohe Forschungsintensität zurück: Nirgendwo war landesweit eine höhere FuE-Personalintensität der Wirtschaft zu verzeichnen als im Bodenseekreis. Zudem belegt dieser Landkreis einen Spitzenwert bei den auf die Einwohnerzahl bezogenen Patentanmeldungen.
Auch die Innovationsstärke des Stadtkreises Stuttgart drückt sich vor allem in einer sehr hohen FuE-Intensität der Wirtschaft aus. Hier macht sich bemerkbar, dass Großunternehmen wie zum Beispiel Daimler und Behr in der Landeshauptstadt nicht nur ihren Hauptsitz, sondern auch Forschungs- und Entwicklungsstätten haben. Die technologische Leistungsstärke Stuttgarts ist darüber hinaus auf ein dichtes Netz von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zurück zu führen, die häufig eng mit der Wirtschaft verbunden sind.»Gerade Regionen, die bereits ein hohes Innovationsniveau erreicht haben, werden ihren Vorsprung nur halten können, wenn sie ihre Forschungsanstrengungen effizient miteinander vernetzen«, so Dr. Carmina Brenner.
Mit dem Stadtkreis Ulm konnte im Innovationsindex 2008 erstmals ein neuer Kreis in die Spitzengruppe aufrücken.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg - November 2008

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/innovationsindex-baden-wuerttemberg-belegt-platz-1