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Investoren in der Ionenfalle

Die PANATecs GmbH aus Tübingen feierte am 16. September 2009 mit rund 50 Kunden und Gästen aus Wissenschaft und Wirtschaft ihren fünften Geburtstag im Casino in Tübingen. Stocherkahnfahrt, Gesundheitspolitik und Theatersport standen auf dem Programm.

Typisch Tübingen: die Stocherkähne © PANATecs

Im Trüben zu stochern, so wie es bei Stocherkahnfahrten nun einmal üblich ist, passt so gar nicht zu der Idee, auf der die PANATecs-Gründer seit fünf Jahren ihr Unternehmen aufbauen. Doch am fünften Geburtstag darf auch mal Abstand genommen werden vom Alltag. Die gemütliche Fahrt im Holzkahn, angetrieben mit Muskelkraft, stand in deutlichem Kontrast zu dem, was PANATecs für gewöhnlich macht: Proteinanalysen als Dienstleistung – ein High-Tech-Service mit Zukunft.

Wenn ein Kunde wissen will, wie ein bestimmtes Protein aufgebaut ist, dann beginnt für die Experten von PANATecs die Arbeit. PANATecs setzt auf Hochtechnologie und tiefes Detailwissen seiner Mitarbeiter. Beste Voraussetzungen also, damit der Kunde handfeste Daten über Eigenschaften und Strukturmerkmale seiner Proteinprobe erhält.

Gute Aussichten

Solche Analysen sind enorm wichtig, wenn es darum geht, die Hintergründe von Krankheiten zu verstehen oder wenn Pharmaunternehmen Medikamente entwickeln. „Da auch die Branchenriesen zurzeit eher restriktiv bei Personal und Ressourcen agieren, führt das zu internen Engpässen und zur Vergabe von Aufträgen an geeignete Dienstleister. Für den Teil der analytischen Entwicklung, und im zunehmenden Maß auch bei der Routineanalytik, werden wir davon profitieren“, beschrieb Geschäftsführer Dr. Benedikt Merz in seiner Rede die künftigen Geschäftsaussichten.

Menschen, Wissen und Ideen

Zu sehen sind drei Männer vor einem Transparent der Firma PANATecs
Gute Laune beim PANATecs-Führungsteam: Geschäftsführer Dr. Benedikt Merz, der Leiter der Administration Alexander Cansier und der Forschungsleiter Dr. Thomas Flad (v.l.). © PANATecs

Erst fünf Jahre alt und dennoch schon am Markt präsent – für ein Unternehmen aus der Biotechnologiebranche ist das eine rasche Entwicklung. Sie ist im Fall von PANATecs jedoch kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von drei Faktoren: Menschen, Ideen, Wissen.
Dr. Benedikt Merz betonte daher besonders die Rolle von Kollegen, Mitarbeitern und externen Partnern. Seine Quintessenz: „Unser Marktvorteil ist das hohe Maß an Know-how, kombiniert mit den neuesten Technologien und den schnellen und zuverlässigen Reaktionszeiten eines dynamischen Spezialisten-Teams. Diesen strategischen Vorsprung werden wir nicht nur aufrecht erhalten, sondern mit Investitionen in eine gute Weiterbildung unserer Mitarbeiter und in neue state-of-the-art-Technologien weiter ausbauen.“

Der lange Arm des Investors

Zu den wichtigen Akteuren zählen nicht ausschließlich diejenigen, die im Labor die komplexen Analysen durchführen, sondern auch jene, die für Strategie, Marketing und Finanzierung verantwortlich zeichnen. Marktanalysen, oder strategische Entscheidungen wie im Jahr 2008, als man vereinbarte, sich künftig auf den Pharmamarkt zu konzentrieren, aber auch die Suche nach Investoren sind Kernaufgaben, für deren Lösung in einem Unternehmen an den richtigen Stellen die richtigen Menschen handeln müssen.

Die Akquisition von Fremdkapital ist eine Schlüsselstelle in der Entwicklung von Biotech-firmen. Investoren finanzieren üblicherweise einen Teil der beträchtlichen Ausgaben für Geräte, Forschung, Entwicklung und Markteintritt. Ohne Fremdkapital sind in der Biotechnologiebranche die Startphase und der Übergang in die Wachstumsphase in der Regel nicht zu stemmen. Merz: „ Das entscheidende Signal, der Durchbruch nach all unseren Bemühungen nach fünf Jahren harter Arbeit, kam dann mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde über fünf Millionen Euro mit dem Zukunftsfonds Heilbronn und der Kreditanstalt für Wiederaufbau zustande.“ Am Galgenhumor, der die PANATecs-Entscheider damals umtrieb, ließ Merz seine Zuhörer sogleich teilhaben: „So weit wie der Arm des Investors reicht, kann man gar nicht fliehen.“

Gesundheit als zentrales Thema

PANATecs steht aufgrund seines Portfolios in enger Verbindung mit dem Gesundheitsmarkt und dessen Dynamik. Ralf Jarosch, Professor für Sozialmedizin, Sozialpsychiatrie und Medizinethik an der Evangelischen Fachhochschule Berlin hielt den Festvortrag und zeigte, welche großen Veränderungen im Gesundheitswesen zu erwarten sind. Und er stellte innovative Ansätze vor, mit denen Menschen im Alter trotz körperlicher Beeinträchtigungen mehr Eigenständigkeit bewahren können. Ein Vortrag, der durch Querdenken und differenzierte Lösungsansätze gekennzeichnet ist. Jarosch geht davon aus, dass die Lebenswelt des Menschen durch sieben Dimensionen, wie zum Beispiel Finanzen, Rehabilitation oder Bildung definiert werden kann. Anhand dieser Differenzierung lassen sich exakte Leistungspakete erstellen, die einem Menschen im Alter entscheidende, weil maßgeschneiderte Unterstützung geben. Damit ließe sich nicht nur die Lebenssituation verbessern, sondern auch die Gesundheitssysteme erheblich entlasten, erklärte Jarosch.

Harlekin im Bio-Business

Ionenfalle, Durchflusszytometrie - harte Nüsse für die Theatersportler von "Harlekin" aus Tübingen. Dennoch lösten sie ihre Aufgaben mit Bravour. © PANATecs

Jede Branche pflegt ihr eigenes Fachkauderwelsch – die Biotechnologie macht da keine Ausnahme. Für die Akteure des Improvisationstheaters „Harlekin“ aus Tübingen waren die Begriffe, die ihnen aus dem Publikum zugerufen wurden, böhmische Dörfer. Doch die Impro-Künstler ließen sich nicht beirren. Sie zauberten aus Worten wie Ionenfalle oder Durchflusszytometer aus dem Stehgreif beeindruckende Spielszenen, Gedichte und Lieder. Das spiegelt einem jungen Biotechunternehmen, bei dem Planung, analytisches Denken, Systematik und Strategie unerlässlich sind, tägliche Routine wider: Auch mit spontanen Ideen kann man am Ende viel Beifall ernten.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/investoren-in-der-ionenfalle