zum Inhalt springen
Powered by

Kaliumkanal erhöht Schizophrenie-Risiko

Eine neue Studie zur Schizophrenie hat einen Mechanismus identifiziert, der den Kaliumfluss in die Zelle steuert - ein potenzielles molekulares Ziel für neue Behandlungsansätze. Die bislang unbekannte Form eines Schlüsselkaliumkanals war im Gehirn von Menschen mit chronisch psychischer Erkrankung um das 2,5-fache erhöht und mit einer genetischen Risikovariation verbunden.

Ein modifiziertes Neuron einer Ratte, das Isoform 3.1 exprimiert, eine Variante des KCNH2 Kaliumkanal-Gens, das genetisch mit Schizophrenie in Zusammenhang gebracht wird. © National Institutes of Health Genes Cognition and Psychosis Program

In der Maiausgabe der Fachzeitschrift Nature Medicine liefern Wissenschaftler des National Institute of Health und Kollegen, USA, einschließlich Professor Andreas Meyer-Lindenberg vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) hierfür eine Reihe von Anhaltspunkten. Das Blockieren des abnormen Proteins könnte therapeutisch wirksam sein und dazu beitragen, die bei Schizophrenie gestörte Hirnaktivität zu korrigieren.

Durch die Regulierung des Zuflusses von Kaliumionen kontrollieren Kaliumkanäle, wann Neuronen feuern, das heißt elektrische Impulse entladen und einen chemischen Botenstoff freigeben, der entsprechende Signale an benachbarte Neuronen des Schaltkreises weitergibt. Ein spezieller Kaliumkanal mit der Bezeichnung KCNH2 zog dabei die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich, da dieser möglicherweise in der Aufrechterhaltung jener neuronalen Impulse eine Rolle spielt, die gerade die komplexeren Denkprozesse unterstützen, die bei Schizophrenie gestört sind.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/kaliumkanal-erhoeht-schizophrenie-risiko