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Kampf gegen ungesunde Lebensmittel: EU startet Runde Tische zur künftigen Forschungsstrategie

Trotz vermehrter Forschung und stetigen Innovationen im Lebensmittelbereich, sind immer noch zu viele Europäer zu dick und ernähren sich falsch. Die Europäische Union hat das Problem erkannt und will gegensteuern. Daher soll es nun EU-weite Diskussionsrunden mit Bürgerbeteiligung geben. Die Universität Hohenheim koordiniert dazu das EU-Projekt INPROFOOD für neue Impulse zukünftiger Forschung im Lebensmittelbereich.

Die Bürger sind gefragt: Wo die künftigen Forschungsschwerpunkte liegen, soll eine Reihe runder Tische in 13 europäischen Ländern erarbeiten. Ein Teil der Teilnehmer wird nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Die Federführung liegt beim Life Science Center der Universität Hohenheim. Eine Fördersumme von fast 4 Millionen Euro macht das Projekt zu einem der Schwergewichte der Forschung der Universität Hohenheim.

INPROFOOD (Towards Inclusive Research Programming for Sustainable Food Innovations) heißt die Idee aus Hohenheim. Sie sieht vor, dass sich Lebensmittelwissenschaftler, Industrie, Verbraucher- und Gesundheitsverbände an einen Tisch setzen und beratschlagen, in welche Richtung in Zukunft verstärkt geforscht werden soll. Diese Empfehlungen von Experten und Bürgern soll der EU-Kommission zur Orientierung bei der Konzeption zukünftiger Forschungsprogramme dienen.

Mit ihrem Ansatz haben sich Klaus Hadwiger und Susanne Braun vom Life Science Center der Universität Hohenheim in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt: EU-weit waren Experten aufgerufen, Vorschläge einzureichen, wie sich die künftige Forschungsrichtung am besten ermitteln lasse. Doch: „Forschung allein macht niemanden gesund“, sagt Projekt-Koordinator Hadwiger. „Es muss in die richtige Richtung gehen, und die Ergebnisse müssen auch bei den Menschen ankommen.“ Wie das zu schaffen ist, sollen die Diskussionsrunden ausloten. Um auch die Stimmen von Gruppen zu erhalten, die bei der Programmfindung für europäische Forschungsausschreibungen nur selten Gehör finden, werden die Teilnehmer der 39 geplanten Workshops in 13 Ländern per Zufall ausgewählt. „Eine inklusive Auswahl möglichst vieler Stimmen ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Forschungsförderung“ sagt Herr Hadwiger.

Wann und wo in den kommenden drei Jahren diese Workshops stattfinden werden, wird derzeit konzipiert. Für die Universität Hohenheim bietet dieses Projekt eine hervorragende Chance, ihre vielfältigen Exzellenzen im Lebensmittelbereich in europäische Forschungsagenden einzubringen. Diverse Veranstaltungen in Hohenheim sind schon in Planung.

Hintergrund: INPROFOOD
Mit fast 4 Millionen Euro fördert die Europäische Union das auf drei Jahre angelegte Projekt INPROFOOD. Startschuss war am 1. November. Koordinator ist Klaus Hadwiger vom Life Science Center an der Universität Hohenheim. Die 18 Projektpartner sind über die gesamte Europäische Union verstreut, darunter die Universitäten von Maastricht, Kopenhagen und Surrey, die World Health Organisation (WHO), der Wissenschaftsladen Wien und der Risikoforscher Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn von der Universität Stuttgart.

Hintergrund: Schwergewichte der Forschung
Fast 31 Millionen Euro an Drittmitteln akquirierten Wissenschaftler der Universität Hohenheim 2010 für Forschung und Lehre. In loser Folge präsentiert die Reihe „Schwergewichte der Forschung“ herausragende Forschungsprojekte mit einem Drittmittelvolumen von mindestens einer viertel Million Euro bzw. 125.000 Euro in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/kampf-gegen-ungesunde-lebensmittel-eu-startet-runde-tische-zur-kuenftigen-forschungsstrategie