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Landesforschungsprogramm "Wildvögel und Vogelgrippe"

In Baden-Württemberg konnte bisher bei insgesamt 17 Wildvögeln das Influenzavirus vom Subtyp H5N1 Asia (HPAI-H5N1) nachgewiesen werden. Baden-Württemberg hat daher bereits 2006 als erstes und bisher einziges Bundesland ein eigenes Forschungsprogramm zur Vogelgrippe gestartet. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch bezeichnete anlässlich ihres Besuchs der Vogelwarte Radolfzell des Max-Planck-Instituts für Ornithologie die ornithologische Grundlagenforschung als unverzichtbaren Zukunftsbaustein.

Die Vogelwarte Radolfzell hat ihre Räume im Schloss Möggingen. © Keller-Ullrich

Das Forschungsprogramm „Wildvögel und Vogelgrippe" (WuV) hat zum Ziel, das bisherige Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg aufzuklären und schnellstmöglich zielgerichtete risikoorientierte Abwehrmaßnahmen gegen ein zukünftiges Übergreifen von Vogelgrippeviren auf Hausgeflügelbestände oder den Menschen zu entwickeln. Parallel hierzu wurde am Bodensee das trinationale Forschungsprogramm Constanze durchgeführt, an dem sich Baden-Württemberg ebenfalls beteiligt hat. Ziel des Projektes war, die Vogelgrippe und ihre Ausbreitungsmechanismen besser zu verstehen.

Vogelgrippemonitoring in Radolfzell

Die Vogelwarte Radolfzell war seit dem Jahr 2005 maßgeblich an der Durchführung des landesweiten Vogelgrippemonitorings in Baden-Württemberg beteiligt. Insbesondere bei der Probennahme bei lebenden Vögeln leistete sie im Rahmen der Beringung einen entscheidenden Beitrag zur Erlangung des erforderlichen Probenkontingentes der Untersuchungen auf das Vorkommen des Vogelgrippevirus. Des Weiteren unterstützte die Vogelwarte Radolfzell die Landesuntersuchungseinrichtungen und unteren Verwaltungsbehörden hinsichtlich der genauen Artbestimmung von auf Aviäre Influenza untersuchten Wildvögeln.
Staatssekretärin Gurr-Hirsch dankte den Mitarbeiten der Vogelwarte für die durchgeführten Forschungsprojekte im Rahmen des Landesforschungsprogramms 'Wildvögel und Vogelgrippe' (WuV) und im Rahmen von Constanze mit deren wichtigen Ergebnissen und Erkenntnissen, die auch in das Vogelgrippemonitoring des Landes eingeflossen sind. Diese Ergebnisse könnten zudem als Grundlage für eine Überprüfung und möglicherweise eine Modifikation der Vorgaben der EU und des Bundes im Rahmen der Prävention als auch der Bekämpfung eines neuerlichen Vogelgrippegeschehens wichtige Impulse setzen.
 
Der Direktor der Vogelwarte Radolfzell, Prof. Dr. Martin Wikelski , der zugleich einen Lehrstuhl an der Universität Konstanz innehat, bekräftigte auch für die Zukunft die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, beispielsweise bei einem weitergeführten Überwachungsprogramm von Wildvögeln auf ein neuerliches Auftreten von Vogelgrippeerregern bei Wildvögeln am Bodensee.

Land fördert weitere Überwachung

Die Gefahr einer Vogelgrippepandemie durch die Übertragung durch Wildvögel werde heute - nicht zuletzt auch durch die Ergebnisse der beiden WuV-Forschungsprojekte der Vogelwarte und deren Untersuchungen im Rahmen von Constanze - als eher gering eingeschätzt. Dennoch sei auch weiterhin Wachsamkeit erforderlich. "Das Land wird in diesem Zusammenhang ein neues Projekt der Vogelwarte - den geplanten Weiterbetrieb einer Überwachungs- und Beprobungsanlage für Wildvögel (Sentinel-Anlage) in Österreich - finanziell unterstützen", erklärte Gurr-Hirsch.

Die bisherigen Ergebnisse des Landesforschungsprogramms "Wildvögel und Vogelgrippe" können auf dem Portal "Naturschutz in Baden-Württemberg" unter "Projektübersicht und Ergebnisse" eingesehen werden.
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/landesforschungsprogramm-wildvoegel-und-vogelgrippe