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Landesregierung stärkt Forschung an Hochschulen in Baden-Württemberg

Mit insgesamt rund vier Millionen Euro setzt das Land einen weiteren Akzent zur Stärkung der wirtschaftsnahen Forschung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und den Hochschulen für angewandte Wissenschaften des Landes. Das Paket umfasst rund 1,5 Millionen Euro zur Förderung des Technologietransfers zwischen Hochschulen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie eine Million Euro für die kooperative Forschung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Mit 1,4 Millionen Euro sollen 2011 mit dem Programm ‚Innovative Projekte‘ neue Forschungsprojekte an zehn Hochschulen für angewandte Wissenschaften im ganzen Land unterstützt werden.

© pixelio

„Forschung ist ein entscheidender Faktor für wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsplätze und Wohlstand. Sie gehört auch in Zukunft zu den Kernbereichen unserer Politik." Dies sagten Ministerpräsident Stefan Mappus und Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg am 16. März 2011 in Stuttgart.

Das Land stärke damit besonders die Hochschulen für angewandte Wissenschaften, früher Fachhochschulen, in ihrer Rolle als regionale Innovationszentren mit hoher Bedeutung für kleine und mittlere Unternehmen in ihrer Region, so Mappus und Frankenberg. Mit der Förderung der kooperativen Forschung setze das Land außerdem ein weiteres Zeichen für die Kompetenz der Dualen Hochschule.

Neue Förderung für den Technologietransfer

Frankenberg: „Kleine und mittlere Unternehmen sind aus Kostengründen oft daran gehindert, eigene Fachleute ausschließlich für Forschung und Entwicklung einzusetzen. Hier bieten sich die Hochschulen für angewandte Wissenschaften als leistungsfähige Partner im Innovationsgeschehen an.“ Auf Empfehlung des Innovationsrats Baden-Württemberg lege das Land ein Programm mit einem Volumen von rund 1,5 Millionen Euro auf. Es soll den Technologietransfer zwischen den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und kleinen und mittleren Unternehmen intensivieren, indem gemeinsame Forschungsprojekte von Hochschulen und der mittelständischen Wirtschaft finanziell unterstützt werden.

Zehn "Innovative Projekte" an Hochschulen werden gefördert

„Mit dem Programm ‚Innovative Projekte‘ stärken wir die Forschungs- und Entwicklungskompetenz der Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Die geförderten Vorhaben erhalten in ihrer meist zweijährigen Laufzeit Fördermittel von bis zu 120.000 Euro und teilweise Investitionsmittel in Höhe von 25.000 Euro. Neu gefördert werden in diesem Jahr die Hochschulen Aalen, Esslingen, Furtwangen, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Pforzheim, Ravensburg-Weingarten, Reutlingen und Stuttgart (Hochschule für Technik)“, sagte Frankenberg. Dieses Programm habe sich im Zusammenspiel mit weiteren flankierenden Förderangeboten bewährt.

Die kontinuierliche Unterstützung des Landes für die Hochschulen für angewandte Wissenschaften zeigt nach den Worten des Wissenschaftsministers Wirkung. Die Höhe ihrer eingenommenen Drittmittel steige seit Jahren und habe sich seit 1995 mehr als vervierfacht. Heute nähmen die Hochschulen für angewandte Wissenschaften knapp 24 Millionen jährlich an Drittmitteln ein.

Start der kooperativen Forschung an der DHBW

Das Wissenschaftsministerium werde den Aufbau der kooperativen Forschung in den nächsten zwei Jahren mit insgesamt rund einer Million Euro fördern, so Frankenberg. Es gebe dabei zwei Förderlinien. Die erste Linie bilde die Unterstützung der Forschungsadministration im Präsidium der Dualen Hochschule. Aufgabe des Präsidiums sei es, die notwendige Infrastruktur für eine zielgerichtete Entwicklung und Durchführung von Forschungsaktivitäten der Hochschule aufzubauen. In der zweiten Linie würden Mittel für Forschungsprojekte bereitgestellt. Bei diesen Vorhaben müssten die Dualen Partner aus der Wirtschaft gleichwertig beteiligt sein und mindestens die Hälfte der Projektkosten tragen. Ein einzelnes Vorhaben könnte bis zu 50.000 Euro öffentliche Förderung erhalten. „Die Duale Hochschule wird ihre Jahrzehnte lange erfolgreiche Zusammenspiel mit Unternehmen und Sozialeinrichtungen auch auf dem für die DHBW neuen Feld der kooperativen Forschung weiterführen. Sie soll gerade für kleine und mittlere Unternehmen zum leistungsfähigen Ansprechpartner in Forschungs- und Entwicklungsfragen werden“, sagten der Ministerpräsident und der Wissenschaftsminister.

Südwest-Universitäten in der Exzellenzinitiative II sehr gut im Rennen

„Auch in der Grundlagenforschung, die den Humus für die angewandte Forschung bildet, ist das Land besonders stark. Das zeigt sich beispielhaft am guten Abschneiden der Landesuniversitäten in der Exzellenzinitiative“, betonten Mappus und Frankenberg. Auch in der Vorrunde der Exzellenzinitiative II hätten die Landesuniversitäten hervorragend abgeschnitten. Die Universität Tübingen habe mit ihrem Zukunftskonzept einen wichtigen Etappensieg auf dem Weg zum Elite-Status genommen. Die Universitäten Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Konstanz hätten gute Chancen auf weitere Exzellenzcluster und Graduiertenschulen. Insgesamt hätten zehn neue Projekte aus dem Südwesten die erste Hürde genommen. Die Universität Tübingen sei mit insgesamt vier Neuanträgen nach der Berliner Humboldt-Universität (sieben Neuanträge) die zweiterfolgreichste Universität in dieser Phase - gemeinsam mit der Universität Mainz.

Die in der Vorrunde erfolgreichen Projekte (Neuanträge) gehen gemeinsam mit den bereits laufenden Vorhaben aus der Exzellenzinitiative I (Fortsetzungsanträge) in die entscheidende Endrunde. Baden-Württemberg ist mit insgesamt 30 Projekten im Rennen - das sind bundesweit die meisten.

Forschung an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Das Land unterstützt die Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften unter anderem mit folgenden weiteren Programmen:
  • Zentren für angewandte Forschung an den Fachhochschulen (ZAFH)
    Bei den derzeit sechs geförderten Forschungszentren im Land handelt es sich um die regionale Zusammenfassung der Forschungskompetenz mehrerer Hochschulen für angewandte Wissenschaften in besonders zukunftsträchtigen Technologiebereichen. Die ZAFH erhalten aus Mitteln der Baden-Württemberg-Stiftung und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung jährlich jeweils bis zu einer halben Million Euro.
  • Institute für angewandte Forschung (IAF)
    Fast alle staatlichen Fachhochschulen verfügen über ein Institut für angewandte Forschung. Sie sind das organisatorische Dach für alle Aktivitäten im Bereich der angewandten Forschung und damit zentrales strukturbildendes Förderinstrument für die Hochschulen. Das Wissenschaftsministerium fördert IAF mit insgesamt knapp einer Million Euro pro Jahr.
  • Kooperative Promotionskollegs
    Das Programm soll die Durchlässigkeit zwischen den Hochschularten verbessern. Die Förderung umfasst je bis zu zehn Promotionsstipendien an den landesweit acht Kollegs. Hier kooperieren Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit Universitäten. Das Land stellt für das zunächst auf drei Jahre angelegte Programm insgesamt rund 4,9 Millionen Euro zur Verfügung.
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/landesregierung-staerkt-forschung-an-hochschulen-in-baden-wuerttemberg