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Lichtblick für Millionen Patienten

Prof. Dr. Ulrich Schraermeyer wurde am 9. Mai 2012 in Frankfurt am Main mit dem Innovationspreis 2012 der BioRegionen in Deutschland ausgezeichnet. Der Tübinger Forscher erhielt den Preis für die Idee, einen Wirkstoff zur Behandlung von „trockener“ Altersbedingter Makuladegeneration, AMD, einzusetzen. Diese Erkrankung verändert die Sehfähigkeit der Patienten bis hin zur vollständigen Erblindung. Um im Interesse der Betroffenen seine Ergebnisse zeitnah patentieren und vermarkten zu können, gründete Prof. Schraermeyer die Katairo GmbH.

Allein in Deutschland leiden etwa 4,5 Millionen Menschen unter der so genannten trockenen Altersbedingten Makuladegeneration, der häufigsten Erblindungsursache in den Industrieländern. Die trockene AMD galt bisher als nicht therapierbar. Jetzt hat Prof. Dr. Ulrich Schraermeyer, Leiter der Sektion Experimentelle Vitreoretinale Chirurgie der Universitätsaugenklinik in Tübingen, erstmals Forschungsergebnisse veröffentlicht, die tatsächlich in einigen Jahren eine erfolgreiche Behandlung ermöglichen könnten. Prof. Schraermeyer ist Experte für die Pathologie des Retinalen Pigmentepithels, einer Zellschicht des Auges, in der die krankhaften Veränderungen bei AMD stattfinden. In dieser Schicht lagert sich über Jahrzehnte hinweg toxisches Lipofuszin ab, das aus Stoffwechselprodukten besteht und von den Zellen nicht ausgeschieden werden kann. Als Folge kommt es zum Absterben von Photorezeptoren in der Netzhaut. Prof. Schraermeyer hat nun entdeckt, dass ein bestimmter Wirkstoff dafür sorgt, dass das Lipofuszin weitgehend abgebaut und ausgeschieden werden kann.

Dass diese Entdeckung nicht nur für Wissenschaftler von großem Interesse ist, beweist die Tatsache, dass sich bereits kurz nach der Veröffentlichung der Ergebnisse in einer Fachzeitschrift erste Investoren aus den USA meldeten. Prof. Schraermeyer weiß um die Bedeutung seiner Erkenntnisse. Deshalb hat er die Katairo GmbH mit Sitz in Kusterdingen bei Tübingen gegründet, um die Patentierung und Vermarktung des Wirkstoffes zu ermöglichen. „Potenzielle Investoren benötigen eine Firma, um zu investieren“, erklärt Prof. Schraermeyer. Der Einstieg ist für Investoren auch deshalb interessant, weil der Wirkstoff von einer Pharmafirma – für eine gänzlich andere Anwendung – bereits bis zur klinischen Phase II entwickelt wurde. Das heißt, der Wirkstoff hat beste Voraussetzungen, um eine zügige Zulassung für eine klinische Phase I der Therapie gegen trockenen AMD zu erhalten. „Da der Medical Need, also die medizinische Notwendigkeit, sehr groß ist und es bisher überhaupt keine Therapie gibt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Finanzierung durch Venture Capital oder die Pharmaindustrie sehr groß“, ist sich auch Prof. Schraermeyer sicher. „Ich schätze, dass mit etwa fünf Millionen Euro eine Phase I Studie für die Behandlung der trockenen AMD realisiert werden kann.“

Prof. Schraermeyer erhielt am 9. Mai 2012 in Frankfurt am Main den Innovationspreis der BioRegionen in Deutschland. Er wird für seine Idee, durch die er eine ursächliche Behandlung von trockener AMD gefunden hat, gewürdigt. Die Fachjury war sich einig: Dieses Projekt aus der BioRegion STERN zeichnet sich sowohl durch exzellente Grundlagenforschung als auch durch wirtschaftliche Umsetzbarkeit aus.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/lichtblick-fuer-millionen-patienten