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Lob und Preis für Ulmer Brustkrebsforscher

Der Ulmer Mediziner Rolf Kreienberg hat für seine Verdienste im Kampf gegen den Brustkrebs die mit 5.000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Medaille erhalten. Der Ärztliche Direktor der Ulmer Universitätsfrauenklinik gehört nach Angaben der Jury zu den herausragenden Frauenärzten in Deutschland und hat sich vor allem um die Standardisierung von Diagnose und Behandlung des Brustkrebses sowie als Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft verdient gemacht.

Ausgezeichnet, Prof. Rolf Kreienberg. © UK Ulm

Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr 57.000 Frauen an Brustkrebs. Die durchschnittliche Überlebenswahrscheinlichkeit liegt bei über 81 Prozent, damit gehört der Brustkrebs zu den zunehmend heilbaren Krebserkrankungen. In den vergangenen Jahren wurden in der Brustkrebsfrüherkennung wie auch in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge hochwertige Leitlinien erstellt, die in mehr als 190 zertifizierten Brustzentren umgesetzt werden. Sie garantieren nicht nur die Einhaltung der Behandlungsstandards, sie haben zudem durch die hohe Anzahl an Behandlungsfällen eine größere Expertise, heißt es in der Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover.

Der Ulmer Preisträger habe entscheidend zu dieser Entwicklung beigetragen. Unter seiner Leitung wurde auch das Studiennetzwerk BRENDA etabliert (Breast Cancer Care under Evidence based Guidelines), ein Netzwerk aus 16 regionalen zertifizierten Brustzentren, das über Jahre die Brustkrebstherapien von über 7.000 Patientinnen ausgewertet hat.

Alle Frauen sollten leitliniengetreu behandelt werden

Die bislang wichtigste Erkenntnis zeige, dass bereits jeweils fünf erkannte Abweichungen von den zur Zeit geltenden Leitlinien die Überlebensrate der Frauen um bis zu 40 Prozent verringern. „Die Überlebenswahrscheinlichkeit stieg mit der Zunahme der Einhaltung der Behandlungsstandards“ betonte Kreienberg, „alle Frauen sollten deshalb nach Leitlinien behandelt werden.“ Wie die Abweichungen in den Behandlungsstandards entstehen, untersucht das unter BRENDA II fortgeführte Studiennetzwerk. Trotz aller Erfolge sieht Kreienberg noch offene Fragen: die vollständige Erfassung der Erkrankung in den Krebsregistern der einzelnen Bundesländer sei noch nicht erreicht und auch das Mammographie-Screening müsse noch mehr von den Frauen angenommen werden.

Die Auszeichnung wurde 1972 von der Deutschen Hypothekenbank gestiftet und zählt nach eigenen Angaben zu den ältesten und bestdotierten in Deutschland.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/lob-und-preis-fuer-ulmer-brustkrebsforscher