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Lob und Preis für Ulmer Forscher

Spitzenleistungen in der Erforschung von Methoden zur Vermeidung von Tierversuchen, bei der Aufklärung von zellulären Vorgängen und bei der Verbesserung der Patientenversorgung wurden mit drei unterschiedlichen Preisen gewürdigt. Wir stellen Ihnen die drei ausgezeichneten Forscher im Folgenden vor.

Prof. Dr. Lutz Claes. © Universitätsklinikum Ulm

Lutz Claes, langjähriger Leiter des Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universität Ulm, ist mit dem Landesforschungspreis für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung erhielt Claes von Landwirtschaftsminister Peter Hauk für sein numerisches Verfahren zur Simulation von Knochenheilungsvorgängen. Damit ließen sich Untersuchungen am lebenden Tier vermindern oder ganz vermeiden, da bisheriges Wissen in ein komplexes numerisches Modell integriert werde.
Im Computer können die verschiedenen Einflussgrößen bei der Knochenbruchheilung simuliert, Versuche besser geplant und die Anzahl der Versuchstiere „deutlich verringert“ werden.

Die zweite Hälfte des Preises ging an Lusine Danielyan, Laborleiterin in der Abteilung Klinische Pharmakologie am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie des Tübinger Uniklinikums für ihre Arbeit “Intranasal delivery of cells to the brain".

Der Preis wird seit 2007 jährlich vergeben. Die Bewertungskommission setzt sich aus Wissenschaftlern, Vertretern von Tierschutzorganisationen und Mitgliedern des Landesbeirates für Tierschutz zusammen.

Jörg Fahrer erhält Nycomed-Preis

Nycomed-Preisträger Jörg Fahrer © Uni Ulm

Jörg Fahrer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Ulm ist in Konstanz mit dem Nycomed-Preis für den Fachbereich Biologie ausgezeichnet worden.
Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt der Wissenschaftler für seine an der Universität Konstanz entstandene und „summa cum laude“ bewertete Doktorarbeit, die sich mit Poly(ADP-Ribose) befasst, einem Produkt der zellulären Antwort auf DNA-Schädigung und deren Wechselwirkung mit spezifischen Bindeproteinen wie dem Tumorsuppressorprotein p53.

„Die hier enthaltenen Ergebnisse stellen einen Durchbruch in der biochemischen Charakterisierung der Wechselwirkung von Poly mit Bindeproteinen dar“, lobte das Kuratorium. Fahrer wechselte nach seiner Promotion im Januar 2008 in die Ulmer Arbeitsgruppe von Holger Barth.

Der Nycomed-Preis wird seit 1973 jährlich für herausragende Promotionsarbeiten junger Doktoranden im Bereich der experimentellen Naturwissenschaften verliehen.

Genetic Alliance ehrt Lehmann-Horn

Sharon Kardia (Genetic Alliance, links) und Linda Feld (Periodic Paralysis Association) zeichneten den Ulmer Wissenschaftler Frank Lehmann-Horn aus. © Uni Ulm

Frank Lehmann-Horn, Direktor des Instituts für Angewandte Physiologie der Universität Ulm, ist kürzlich in Washington mit dem Art-of-Listening Award der Genetic Alliance geehrt worden. Mit dem Preis werden besondere Verdienste in der Patientenversorgung ausgezeichnet. Genetic Alliance ist eine US-amerikanische Dachorganisation, die rund 100 Patientenselbsthilfegruppen, Kliniken und Forschungseinrichtungen umfasst.

Gewürdigt werden Lehmann-Horns Verdienste um Patienten mit muskulären Ionenkanalerkrankungen. Diese zeigen in unregelmäßigen Intervallen Muskellähmungen, die scheinbar grundlos auftreten und sich anschließend ganz oder teilweise wieder zurückbilden. Diese Krankheiten werden häufig als Konversionsneurosen missgedeutet, Patienten fälschlicherweise zum Psychiater statt zum Neurologen überwiesen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/lob-und-preis-fuer-ulmer-forscher