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Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm

Das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen wird zum 7. Mal ausgeschrieben. Die Finanzierung erfolgt durch das Land und mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Das Programm hat zum Ziel, qualifizierte Wissenschaftlerinnen in ihrem Habilitationsvorhaben an einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Hochschule zu unterstützen. Die Anträge müssen bis 15. Juli 2009 beim Wissenschaftsministerium eingehen. Der Beginn für die genehmigten Projekte ist für das erste Quartal 2010 geplant.

Margarete von Wrangell, Namensgeberin dieses Programms, war Deutschlands erste ordentliche Professorin. Sie wurde 1923 an die Universität Hohenheim (früher: Landwirtschaftliche Akademie) berufen und leitete bis zu ihrem Tod im Jahr 1932 das Institut für Pflanzenernährungslehre.

„Wir wollen mehr Frauen für den Professorenberuf gewinnen. Das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm ist ein wichtiges Instrument, herausragende Wissenschaftlerinnen gezielt zu fördern“, so Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg am 23. Januar in Stuttgart. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Programm bezeichnete der Minister als positiv. „Die Zahlen bestätigen unsere Politik. Der Frauenanteil an Hochschulprofessuren im Land hat sich im Zeitraum 1997 bis 2007 von 7,9 Prozent auf 14,6 Prozent erhöht.“

Großer Handlungsbedarf im Medizinbereich
Insbesondere im Medizinbereich bestehe mit einem Anteil von 7,6 Prozent weiblicher Professoren an den Medizinischen Fakultäten im Land großer Handlungsbedarf. Seit der Öffnung des Programms für Habilitationsvorhaben aus der klinischen Medizin im Jahr 2007 seien jedoch zahlreiche Anträge von Medizinerinnen eingegangen.

Die Förderung im Rahmen des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms erfolgt in Form eines Anstellungsverhältnisses an einer baden-württembergischen Universität (TV-L EG 13). Sie ist auf insgesamt fünf Jahre begrenzt, wovon drei Jahre durch das Land und den Europäischen Sozialfonds finanziert werden. Bei positiver Stellungnahme durch den betreuenden Hochschullehrer erfolgt die Finanzierung weiterer zwei Jahre durch die jeweilige Hochschule. Für Medizinerinnen gelten ergänzende Bestimmungen.

Das Land hat zahlreiche Projekte im Rahmen der Frauenförderung auf den Weg gebracht, um die Situation von Wissenschaftlerinnen an den baden-württembergischen Hochschulen zu verbessern. Neben dem Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm leistet das Mathilde Planck-Lehrauftragsprogramm hierzu einen wesentlichen Beitrag.

Finanzielle Unterstützung durch die EU
In der Förderperiode 2007 bis 2013 erhält das Wissenschaftsministerium durch den Europäischen Sozialfonds erstmalig finanzielle Unterstützung der EU für seine verschiedenen Frauenförderprogramme. Die in der Regel 50-prozentige Kofinanzierung der geförderten Programme aus EU-Mitteln erlaubt eine deutlich größere Zahl von Förderfällen und unterstützt so erheblich die Bemühungen des Landes bei der Erhöhung des Frauenanteils in wissenschaftlichen Führungspositionen.

Das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm wurde 1997 erstmals ausgeschrieben. In den bislang sechs Ausschreibungsrunden konnten insgesamt 102 Habilitandinnen in die Förderung aufgenommen werden. Dafür wurden Mittel in Höhe von 17,3 Mio. Euro bereitgestellt.

Das Förderprogramm ist nach der ersten Professorin an einer deutschen Universität benannt. Margarete von Wrangell (1877 - 1932) habilitierte sich im Jahr 1920 an der Universität Hohenheim, wo sie 1923 eine Professur für Pflanzenernährung übernahm und das dortige gleichnamige Hochschulinstitut gründete.

Bewerbungsfrist ist der 15. Juli 2009.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst - 23.01.09

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/margarete-von-wrangell-habilitationsprogramm