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Margarete von Wrangell-Habilitationsstipendium für Wissenschaftlerin der UMM

Sie ist erfolgreiche Wissenschaftlerin und außerdem Mutter zweier Söhne: Dr. rer. nat. Nadja Meindl-Beinker erforscht in der Sektion „Molekulare Hepato­logie – Alkoholfolgeerkrankungen“ an der II. Medizini­schen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim die Mechanismen, die einer fortschreitenden Leberer­kran­kung zugrunde liegen. Diesem Thema wird sie auch ihre Habilitationsschrift widmen. Unterstützt wird die 36-jährige Biochemikerin dabei durch das Marga­rete von Wran­gell-Habilitationspro­gramm. Dr. Meindl-Bein­­­ker ist da­mit bereits die dritte Wis­senschaftlerin der Medizi­ni­schen Fakultät Mannheim, die sich erfolg­reich um das Förderprogramm bewor­ben hat.

Mit dem Margarete von Wran­gell-Habilitations­pro­gramm will das baden-württembergische Wissen­schafts­­ministerium qualifi­zierte Frauen darin unterstützen, sich im Wissenschaftsbetrieb in Füh­rungs­positionen zu etab­lieren. Die kommenden fünf Jahre sind für Dr. Meindl-Beinker in Form einer befristeten Habilitationsstelle finanziell gesichert: drei Jahre durch das Wissenschaftsministerium Baden-Würt­tem­­berg und den Europäischen Sozialfonds, zwei Jahre durch die Medizinische Fakultät Mann­heim der Universität Heidelberg.

Dr. rer. nat. Nadja Meindl-Beinker, Stipendiatin des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms © UMM

Ihre wissenschaftliche Karriere hat Dr. Meindl-Bein­ker an der Ruhr-Universität Bochum begonnen, wo sie im Rahmen ihrer Promotion die Biogenese der Peroxisomen erforscht hat, also die Entstehung dieser winzi­gen Zellorganellen, die essenziell für den Abbau verschiedener Stoffwechselprodukte sind. Im Laufe ihrer Karriere hat Dr. Meindl-Bein­ker mehr­fach erfolgreich Stipendien ein­ge­­wor­ben. Einen knapp zwei­jährigen Forschungsauf­enthalt als Gastwissenschaftlerin in Schweden unterstützte die Uni­versität Stockholm mit einem Forschungs­sti­pendium. In den Jahren 2008 und 2009 förderten das Land Baden-Württemberg und der Europäische So­zial­­fonds die Weiterqualifi­zierung der jungen Wissen­schaftlerin und Mutter mit dem Schlieben-Lange-Stipendium.

An der Medizinischen Fakultät Mannheim forscht Dr. Meindl-Beinker seit Ende 2006 in der von Profes­sor Dr. Steven Dooley geleiteten Sektion „Molekulare Hepatologie". Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Signaltransduktion des "Transfor­ming Growth Fac­tor β" (TGF-β) bei fortschreitenden chronischen Lebererkrankungen. Das Thema ist vor allem deshalb besonders span­nend, weil dieser Signalweg bei der Entwicklung von Lebererkrankungen ganz gegensätzliche Rollen ein­nimmt, je nachdem wie stark und lange eine Leber geschädigt wird. In der beispielsweise durch über­mäßigen Alkohol­konsum belasteten Leber wird der Botenstoff zunächst im Rahmen des Wundheilungsprozesses aktiviert und trägt zur Organer­haltung bei. Wird die Leber jedoch dauerhaft geschä­digt, ist auch der TGF-β-Signalweg in den Leberzellen dauerhaft aktiv. Dies führt dazu, dass die hoch spezialisierten Leberzellen mehr und mehr durch funktions­loses Bindegewebe ersetzt werden (Fibrose, Fibrogenese) und damit das wich­tigste Stoffwechselorgan des Köpers ver­kümmert.

Die Kenntnis der zellulären und molekularen Mecha­nis­men, die eine Fibrose begünstigen, ist von großer Bedeutung, um neue diagnostische Tests und dringend benötigte Medikamente entwickeln zu können. TGF-β ist einer der wichtigsten Botenstoffe der hepa­ti­schen Fibrogenese, die ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu Leberzirrhose und Leberzell­krebs ist, und damit ein potenzielles Ziel molekularer Therapien.

Dr. Meindl-Beinker leitet seit Anfang 2010 gemein­sam mit Professor Dooley ein Teil­projekt im Rah­men des Sonderforschungs­bereichs Transregio 77 (SFB/ TRR77; „Liver Cancer - From Mole­­cular Patho­­gene­sis to Targeted Therapies"), der zum Ziel hat, die molekulare Basis der Entstehung und Progression von Leber­tumoren zu entschlüsseln. Dass sie dieses Thema in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn weiter verfol­gen kann, dafür sorgt das Margarete von Wrangell-Habili­tations­programm.

Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen
Das Margarete von Wrangell-Habilitations­pro­gramm ist ein Förderpro­gramm des Minis­teri­ums für Wissenschaft, For­schung und Kunst Baden-Württemberg, das im Jahr 1997 von der Landesregierung geschaffen wurde. Es hat zum Ziel, exzellente Wissenschaftle­rin­nen an den Universitäten und Hochschulen des Landes Baden-Würt­temberg zur Habilita­tion zu ermutigen, indem es diesen eine finanziel­le Unterstützung gewährt. 

Die Namensgeberin des Programms, Marga­rete von Wrangell, war die erste ordentliche Professorin in Deutschland. Sie wurde 1923 an die Universität Hohen­heim (früher: Land­wirtschaftliche Akademie) berufen und leitete dort bis zu ihrem Tod 1932 das Institut für Pflanzenernährungs­lehre.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/margarete-von-wrangell-habilitationsstipendium-fuer-wissenschaftlerin-der-umm