zum Inhalt springen
Powered by

Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Maiswurzelbohrers angelaufen

In Baden-Württemberg sind gegen die weitere Ausbreitung des Maiswurzelbohrers in mehreren Landkreisen im Rheintal verschiedene Maßnahmen angelaufen. Die Aktivitäten des Maiswurzelbohrers wurden in den vergangenen Wochen im Rahmen einer breit angelegten Überwachungsaktion beobachtet. "Nachdem in den rund 1.500 Fallen bereits über 100 Käfer gefangen worden sind, wurden die nach den EU-Quarantänevorschriften erforderlichen Maßnahmen zwischenzeitlich eingeleitet", erklärte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Peter Hauk.

Der Maiswurzelbohrer ist ein gefürchteter Maisschädling. Bekämpft werden könnte er eines Tages mit gentechnisch verändertem Mais. © Mihaly Czepo/biosicherheit.de

"Das wiederholte Auftreten des Maiswurzelbohrers stellt eine immense Herausforderung und eine große Belastung für die betroffenen Landwirte dar. Dies gilt in besonderem Maße für den Ortenaukreis mit den meisten Befallsorten und den höchsten Käferzahlen", sagte Hauk im Rahmen eines Termins am Dienstag (4. August) in Lahr-Hugsweier (Ortenaukreis).

"Am vergangenen Freitagvormittag wurde mit den vorgegebenen Bekämpfungsmaßnahmen in Appenweier (Ortenaukreis) und Singen (Landkreis Konstanz) begonnen. So wurden am Samstag bereits die Maisflächen bei Weil-Haltingen behandelt", so Minister Hauk. Mit Hilfe von speziellen Stelzenschleppern würden die betroffenen Flächen innerhalb einer gesetzlich definierten Zone um die Käferfundstellen mit dem amtlich zugelassenen und bienenungefährlichen Pflanzenschutzmittel 'Biscaya' (Wirkstoff Thiacloprid) behandelt. Die Kosten der Behandlung trage das Land.
 
Die Verbreitungssituation des Maiswurzelbohrers hat sich in Europa in den beiden letzten Jahren zunehmend verschärft. In Osteuropa einschließlich der Slowakei und großen Teilen Österreichs, Tschechiens und Polens ist der Schädling bereits etabliert. Derzeit muss davon ausgegangen werden, dass in diesem Jahr Käfer sowohl über die Verkehrswege ins Rheintal eingeschleppt wurden, als auch aus Eiern letztjährig eingeschleppter Käfer stammen.
 
In diesem Jahr wurden auch in Frankreich bis Anfang dieser Woche an 17 Standorten, darunter fünf im Elsass, Maiswurzelbohrer registriert. Im Tessin und in Norditalien tritt der Käfer in diesem Jahr extrem stark auf. Aufgrund dieser Situation dürften Frankreich und Deutschland bei anhaltend schöner Wetterlage durch den Transit der Insekten mit Bahn und LKW aus Italien besonders stark tangiert sein. Südlich der Alpen, in der Schweiz, wurden im Tessin in fast allen Fallen um das Sechsfach höhere Anzahlen von Käfern gefangen als im letzten Jahr.
 
"Über das weitere Vorgehen wird nach eingehender Analyse der Befallsentwicklung in den kommenden Wochen zu entscheiden sein. Dabei sind die Belange aller Betroffenen in die Entscheidung einzubeziehen. In einem ersten Schritt ist es notwendig, die von der EU vorgeschriebenen Bekämpfungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der rechtlichen, fachlichen, topographischen und kulturtechnischen Voraussetzungen auf das erforderliche und unbedingt notwendige Maß zu begrenzen", betonte Minister Hauk.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/massnahmen-gegen-die-weitere-ausbreitung-des-maiswurzelbohrers-angelaufen