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Modernster High-Tech-„da Vinci“ in Tübingen

Am Nachmittag wurde gestern der modernste „da Vinci“ Baden-Württembergs am Tübinger Universitätsklinikum angeliefert. Schon viele Jahre werden Patienten der Uniklinik – zunächst vorwiegend an der Prostata – mit dem Operationsroboter operiert. Die Vorteile der laparoskopischen Operationstechnik mit „da Vinci“ haben überzeugt, jetzt investiert das Klinikum rund drei Millionen Euro in den „da Vinci Xi“ der neuesten Generation, der vor allem für Operationen im Bauchraum und Brustkorb in der Urologie, Gynäkologie, Allgemeinen Chirurgie und Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie eingesetzt wird.

Das neue System eröffnet ein noch größeres Einsatzgebiet. Neben nervenschonenden Eingriffen an Prostata und Blase sind mit dem neuen Gerät auch komplexe Wiederherstellungs-Operationen im gesamten Bauchraum und Brustkorb möglich. Patienten profitieren von der modernen, minimalinvasiven Methode: Durch den schonenden Eingriff mit dem Operationssystem sind die Schnitte kleiner, es kommt zu weniger Blutverlust und dadurch verkürzt sich die Erholungsphase nach der OP. Bevor der Roboter in den klinischen Betrieb geht, trainieren Ärzte, Pflegekräfte und Operationstechnische Assistenten zunächst an dem High-Tech-Gerät.

Seit Ende 2008 werden Patienten der Tübinger Uniklinik mit dem Operationssystem „da Vinci“ operiert. Das System ermöglicht eine neue Operationsmethode, die sogenannte Tele-Robotik-unterstützte laparoskopische Operation (umgangssprachlich: Tele-Robotik-unterstützte Schlüsselloch-OP). Dabei werden die Instrumente durch kleine Schnitte in den Bauchraum eingeführt und durch den Operateur mit Hilfe des neuen OP-Systems so fein gesteuert, dass selbst die kleinsten unruhigen oder ruckartigen Bewegungen des Operateurs ausgeglichen werden. Die Verbindung der Vorteile der Schlüsselloch-Operation mit einer Verfeinerung der Handbewegungen des Operateurs durch das System ermöglicht dabei eine äußerst exakte Bewegung der chirurgischen Instrumente.

Beim Robotik-unterstützten Verfahren führt der Operateur die über Hülsen in den Bauch eingeführten Instrumente nicht mehr direkt mit seinen Händen, sondern steuert telemedizinisch über computergesteuerte Arme. Das „da-Vinci“-Operationssystem übersetzt die Handbewegungen des Chirurgen in ein anderes Verhältnis. So wird aus einer Handbewegung von mehreren Zentimetern beispielsweise eine nur wenige Millimeter lange, direkt ausgeführte Präparation. Das eröffnet dem Chirurgen die Möglichkeit, noch feiner und damit auch präziser zu arbeiten. Patienten ermöglicht die Methode kürzere Krankenhausaufenthalte mit weniger Schmerzen, die schnellere Rückkehr zu normalen körperlichen Aktivitäten, ein geringeres Infektionsrisiko

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