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Molekularbiologie + Mathematik = ?

„Informations- und Kommunikationstheorie in der Molekularbiologie“ heißt eines von 16 neuen Schwerpunktprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), das der Ulmer Martin Bossert koordiniert.

Molekularbiologische Vorgänge lassen sich als Prozesse der Nachrichtenübertragung auffassen und mit mathematischen Methoden aus der Informationstheorie untersuchen, sagt der Direktor des Instituts für Telekommunikationstechnik und angewandte Informationstheorie der Ulmer Uni, Martin Bossert. Das Konzept erarbeitete Bossert gemeinsam mit zwei Kollegen von der TU München und der Humboldt-Universität Berlin sowie Michael Kühl, Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Biologie der Ulmer Universität.

Die Zellkommunikation besser verstehen

Prof. Dr. Martin Bossert koordiniert das neue DFG-Programm. (Foto: Uni Ulm)
Trotz großer Fortschritte in der Bioinformatik glauben Bossert und Kollegen, „dass Informations- und Kommunikationstheoretiker gemeinsam mit Biologen und Medizinern zusätzliche Beiträge zum besseren Verständnis zellkommunikativer Vorgänge leisten können.“ Da Informationsübertragung und Codierungstheorie in der Informationstheorie abstrakt behandelt werden, sei zu erwarten, dass sich „die Konzepte, Modelle und Ergebnisse auf molekulare Kommunikationsvorgänge anwenden lassen.“

In diesem Schwerpunktprogramm werden deshalb ausschließlich interdisziplinäre Verbundprojekte zwischen Informations- und Kommunikationstheoretikern einerseits und Biologen und Medizinern andererseits gefördert. Die Flut neuer Daten erfordere eine Integration der traditionellen Biologie mit anderen Wissenschaften. Bossert ist überzeugt, dass neue theoretische Konzepte, moderne Methoden der Datenanalyse und mathematische Modelle „eine strategische Rolle in der Molekularbiologie spielen“.

Nur interdisziplinäre Vorhaben

Zusammenarbeiten werden Mathematiker, Informatiker, Elektrotechniker, Biologen und Mediziner aus dem gesamten Bundesgebiet, die jetzt ihr Interesse bekunden können. Dann werden internationale Gutachter zehn bis 15 Teams für das Projekt auswählen, die Mitte Oktober auf Schloss Reisensburg, dem Wissenschaftszentrum der Ulmer Uni, vorgestellt werden.

Die DFG stellt für das Vorhaben, das eine Laufzeit von sechs Jahren hat, zehn Mio. Euro zur Verfügung. Startschuss ist 2009.

Quelle: DFG; Uni Ulm (wp, 19.6.08 (P))
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/molekularbiologie-mathematik