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NCT Heidelberg und Universitätsklinikum Tübingen sind Onkologische Spitzenzentren

Das Universitätsklinikum Tübingen und das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg gehören zu den von der Deutschen Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren. Das hat die Deutsche Krebshilfe auf ihrer Jahrespressekonferenz am 6. Juli 2011 in Berlin bekannt gegeben. Die gemeinnützige Organisation unterstützt mit ihrem Förderschwerpunkt-Programm die Zentrums-/Netzwerkbildung für eine Krebsmedizin auf höchstem Niveau. Insgesamt fördert die Deutsche Krebshilfe jetzt bundesweit 11 Onkologische Spitzenzentren, darunter auch das Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU).

Dr. h.c. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe © Deutsche Krebshilfe

„Die Deutsche Krebshilfe hat seit ihrer Gründung im Jahr 1974 rund 1,75 Milliarden Euro an Spenden und sonstigen Zuwendungen aus der Bevölkerung erhalten“, so Dr. h.c. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz der Organisation in Berlin am 6. Juli 2011. „Der Kampf gegen den Krebs ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – die Hilfe jedes Einzelnen ist unverzichtbar.“ Die Deutsche Krebshilfe stellte zudem weitere von ihr initiierte Onkologische Spitzenzentren vor: In der 3. Phase ihres Förderschwerpunkt-Programms unterstützt die gemeinnützige Organisation die Netzwerkbildung für eine Krebsmedizin auf höchstem Niveau an den Universitätsstandorten Dresden, Heidelberg, Köln/Bonn, Tübingen und Würzburg mit jeweils einer Million Euro pro Jahr. Damit existieren in Deutschland nun insgesamt 11 Spitzenzentren der Krebsmedizin, die alle von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden.

Weiterhin Spitzenzentren ist das Südwestdeutsche Tumorzentrum in Tübingen

Das Südwestdeutsche Tumorzentrum am Universitätsklinikum Tübingen wird bereits seit 2007 von der Deutschen Krebshilfe als onkologisches Spitzenzentrum gefördert und hat jetzt eine Förderzusage für weitere drei Jahre erhalten. Das Team um Professor Dr. Diethelm Wallwiener - Direktor des Zentrums - konnte die internationalen Gutachter und Experten der Deutschen Krebshilfe davon überzeugen, dass die interdisziplinäre Patientenversorgung auf höchstem Niveau in Tübingen in den letzten drei Jahren gelungen ist. „Wir sind der Deutschen Krebshilfe sehr dankbar für diese überaus wichtige Initiative für die Krebs-Patienten“, sagte Wallwiener. Die erneute Förderung ist Anerkennung für das in der ersten Förderperiode Geleistete, aber ganz klar auch Auftrag für die Zukunft. Wir sind in der Pflicht, eng vernetzt mit den anderen Spitzenzentren weiter daran zu arbeiten, dass in ganz Deutschland jeder Krebspatient und jede Krebspatientin nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft auf einem gleich hohen Standard behandelt wird.“

Eine wichtige Rolle in dieser Zukunftsvision spielt die Krebsforschung und der schnelle Weg vom Labor ans Krankenbett. „Hier ist Tübingen sehr stark, insbesondere in den Bereichen Immuntherapie, Zelltodforschung, Bildgebung und Pharmakogenetik“, bestätigt der Forschungsdirektor des CCC Tübingen, Prof. Klaus Schulze-Osthoff. „Nicht umsonst wurde Tübingen auch als ein Standort im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) ausgewählt - das ist eines der neuen Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, die die Bundesregierung zur Bekämpfung der Volkskrankheiten ins Leben gerufen hat. Prof. Michael Bamberg, der Vorstandsvorsitzende des Klinikums, ist stolz auf die Anerkennung durch das Fachgremium. „Das Universitätsklinikum wird als exzellenter Standort für Forschung und Krankenversorgung gestärkt und die Onkologie als wichtiger Schwerpunkt für Tübingen ausgebaut“, erklärt der bekannte Onkologe und langjährige Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

Auch das Nationale Centrum für Tumorerkrankung Heidelberg wird gefördert

Und auch das Team um Professor Dr. Christof von Kalle vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg, konnte die internationalen Gutachter und Experten der Deutschen Krebshilfe davon überzeugen, dass am NCT eine interdisziplinäre Patientenversorgung auf höchstem Niveau erfolgt. Das Zentrum wird nun ebenfalls für drei Jahre als Onkologisches Spitzenzentrum gefördert.

Das NCT Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg, der Thoraxklinik Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist die Verknüpfung von vielversprechenden Ansätzen aus der Krebsforschung mit der Versorgung der Patienten von der Diagnose über die Behandlung, die Nachsorge sowie der Prävention. Die interdisziplinäre Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik.

Krebshilfe fördert seit 2007 Onkologische Spitzenzentren

Um die Krebsmedizin bundesweit zu verbessern und auf ein Spitzen-Niveau zu bringen, fördert die Deutsche Krebshilfe bereits seit 2007 im Rahmen eines Schwerpunkt-Programms so genannte „Onkologische Spitzenzentren“. An den jetzt geförderten 11 universitären Standorten werden in einem regionalen Netzwerk alle Tumorpatienten interdisziplinär versorgt und psychosozial begleitet, unter Einbeziehung des ambulanten Bereiches. Auch die Krebsforschung ist ein wesentliches Aufgabenfeld von Onkologischen Spitzenzentren. Jedes Zentrum wird von der Deutschen Krebshilfe mit jeweils einer Million Euro pro Jahr für zunächst drei Jahre gefördert.

„Diese Zentren haben bereits die Versorgung von Tumorpatienten in Deutschland optimiert und werden auch in Zukunft zur stetigen Verbesserung beitragen“, sagte Professor Dr. Walter Jonat, Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe. „Ein gerade abgeschlossener Evaluierungsprozess eines Teils der Zentren hat deutlich gemacht, welche Entwicklung die Deutsche Krebshilfe mit ihrem Förderprogramm vor vier Jahren angestoßen hat. Unsere Spitzenzentren sowie die von der Deutschen Krebsgesellschaft initiierten Organkrebszentren und Onkologischen Zentren ergänzen sich in hervorragender Weise und tragen dazu bei, dass Krebs-Patienten überall in Deutschland nach einheitlichen hohen Qualitätsstandards behandelt werden.“

Gemäß ihrem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ hat die Deutsche Krebshilfe mit den ihr anvertrauten Zuwendungen aus der Bevölkerung im Geschäftsjahr 2010 zahlreiche neue Projekte auf allen Gebieten der Krebsbekämpfung unterstützt. „Wir haben unmittelbare Hilfe für Krebs-Patienten und ihre Angehörigen geleistet, zahlreiche Forschungsprojekte gefördert und die Bevölkerung umfassend über die Krankheit Krebs und die Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung informiert“, so Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, in Berlin. Zudem habe die Organisation den Betroffenen politisches Gehör verschafft und der Bedeutung von Krebs-Selbsthilfe, Patientenvertretung sowie Patientenorientierung Rechnung getragen.

Pleitgen betonte nach dreimonatiger Amtszeit als Präsident, welch hohe Bedeutung die Arbeit der Deutschen Krebshilfe für die Krebsbekämpfung in Deutschland hat. Anhand einer aktuellen Bestandsaufnahme über die Erfolge der Organisation stellte er im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz heraus, dass die Bürger unseres Landes durch ihr Vertrauen in die Deutsche Krebshilfe an den Erfolgen in der Krebsmedizin in den letzten drei Jahrzehnten einen maßgeblichen Anteil hätten. „Die heutigen guten Versorgungsstrukturen für krebskranke Kinder, für Palliativmedizin oder auch für die Krebs-Selbsthilfe wären ohne die Deutsche Krebshilfe wahrscheinlich nicht denkbar gewesen.“ Vor dem Hintergrund, dass bisher nur die Hälfte der jährlich neu an Krebs erkrankten Menschen heute geheilt werden kann, wird dennoch deutlich, vor welch großen Herausforderungen wir nach wie vor stehen. Daher wird es wichtig sein, in Zukunft beispielsweise weiter in die Krebsforschung zu investieren.

Krebshilfe nimmt 2010 89,6 Millionen Euro ein

Die Einnahmen der Deutschen Krebshilfe lagen allein im Jahr 2010 bei insgesamt 89,6 Millionen Euro. Den größten Posten stellten die Erbschaften und Vermächtnisse mit 38,6 Millionen Euro dar. 23,1 Millionen Euro erhielt die Deutsche Krebshilfe aus Einzelspenden und Mitgliedsbeiträgen. Aus Veranstaltungen, Aktionen, Kondolenzspenden, Bußen und Jubiläen flossen ihr insgesamt sechs Millionen Euro zu. Die Organisation verzichtet bei ihrer Mittelakquise konsequent auf Spendenwerbung auf Provisionsbasis.

Auch gesundheitspolitisch ist die Deutsche Krebshilfe aktiv. „Der Nationale Krebsplan des Bundesministeriums für Gesundheit bietet hierfür grundsätzlich eine gute politische Plattform, um beispielsweise die Versorgung von Krebs-Patienten in Krebszentren/Netzwerken auf höchstem Niveau auch flächendeckend sicherzustellen“, betonte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Auch die Forschung ist unerlässlich im Kampf gegen den Krebs.

Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorsitzender des Beirats der Deutschen Krebshilfe, erläuterte in Berlin: „Zahlreiche Wissenschaftler und Forschergruppen an deutschen Kliniken und Instituten arbeiten daran, die Entstehung von Krebs weiter zu enträtseln. Nur so können neue Therapieansätze entwickelt werden.“ Die Deutsche Krebshilfe ist im Bereich Krebsforschung der größte private Drittmittelgeber. In Projekte der Grundlagenforschung, der klinischen Forschung und der Versorgungsforschung investierte die Organisation im Jahr 2010 insgesamt 35,3 Millionen Euro.
Darüber hinaus stellte die Deutsche Krebshilfe für Kinderkrebs-Projekte 2,4 Millionen Euro bereit. 4,8 Millionen Euro flossen in den Härtefonds. Dieser Fonds kann von Menschen in Anspruch genommen werden, die durch eine Krebserkrankung in finanzielle Not geraten sind. Die Kosten für Verwaltung und Spendenakquisition lagen bei 10,4 Prozent.

Hintergrund: Krebs in Deutschland
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich 450.000 Menschen neu an Krebs, 216.010 starben im Jahr 2009 an den Folgen dieser Erkrankung. Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs sind die häufigsten Krebsarten bei Frauen. Männer erkranken besonders häufig an Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs. Experten schätzen, dass rund zwei Drittel aller Krebskrankheiten durch Verzicht auf das Rauchen, gesunde Ernährung, Sport und einen vorsichtigen Umgang mit der Sonne vermieden werden könnten. Früh erkannt, haben viele Krebserkrankungen eine große Heilungschance.

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