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Netzwerk bietet Plattform für Forschungskooperationen – ein Beispiel aus der Praxis

Dass Netzwerkarbeit Früchte tragen kann, zeigt ein gemeinsames Forschungsvorhaben der Hochschule Esslingen und der Ulmer varionostic GmbH. Beide sind Mitglieder im Netzwerk „Bioaktive Pflanzliche Lebensmittel“. Die derzeit mehr als 20 Netzwerkpartner haben es sich zum Ziel gesetzt, das Thema Ernährung und Gesundheit in Baden-Württemberg voranzutreiben.

Amarant enthält alle essentiellen Aminosäuren © Uni Hohenheim

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten des Netzwerks stehen die bioaktiven pflanzlichen Inhaltsstoffe des Amarant (Amaranthus). In verschiedenen Arbeitsgruppen untersuchen die Netzwerkpartner innovative Forschungsaspekte zu Anbau, Verarbeitung und Gesundheitswirkungen und entwickeln gemeinsam Projektideen. Neben der Bestimmung relevanter Inhaltsstoffe (Mineralstoffe, Proteine, Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine etc.) werden auch zell- sowie molekularbiologische Studien durchgeführt.

Als Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation der Netzwerkpartner kann die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Esslingen, Fakultät für angewandte Naturwissenschaften, Abteilung Biotechnologie und der varionostic GmbH in Ulm genannt werden. Gemeinsam führen sie Versuche mit Amarant durch, indem zellbiologische Aktivitäten mit molekularbiologischen Studien (Epigenetik) kombiniert werden. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die gemeinsame Betreuung der Bachelorarbeit von Sarah Miller, Bachelorstudentin im Studiengang Biotechnologie der Hochschule Esslingen, durch die Professorin Dr. Bettina Weiß, Hochschule Esslingen und Uwe Gerstenmaier, varionostic GmbH, Ulm.

„Beidseitiger Wissenstransfer zwischen Akademie und Unternehmen ist wichtiger denn je und findet leider immer noch zu wenig statt. Daher begrüße ich es sehr, innerhalb des Netzwerkes eine bilaterale Entwicklungsarbeit durchführen zu können“, meint Uwe Gerstenmaier von der varionostic GmbH.

Kompetenzen ergänzen sich

Amarantfeld der Uni Hohenheim © Uni Hohenheim

Auch der wissenschaftliche Nachwuchs profitiert von dieser Selbstinitiative: „Ich finde es großartig, meine Bachelorarbeit in zwei Laboren mit unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Schwerpunkten machen zu können. Das bietet für mich als Studentin die Möglichkeit, viele Erfahrungen zu sammeln und methodisch breit aufgestellt ins weitere Berufsleben einzusteigen“, freut sich Sarah Miller.

An der HS Esslingen werden verschiedene Amarant-Proben mittels Dünnschichtchromatographie analysiert. Für funktionelle Untersuchungen stehen differenzierte Darmepithelzellen und Immunzellen zur Verfügung. Diese können in Transfiltersystemen auch zu Cokulturen kombiniert werden. In den zellulären Systemen wird die Vitalität nach einer Inkubation mit den Amarant-Extrakten bestimmt. Weitere Tests dienen zur Messung von ROS (reaktiver Sauerstoffverbindungen) und Cytokinen. Nach der Inkubation mit den Amarantproben kann die DNA der Zellen isoliert werden. Beim Netzwerkpartner varionostic GmbH in Ulm wird anschließend die Untersuchungsmethode für Methylierungen im Interleukin-8 Gen etabliert.

Damit ergänzen sich die methodischen Kompetenzen der beiden Netzwerkpartner ideal: zelluläre Assays an der Hochschule Esslingen und epigenetische Untersuchungen bei der Varionostic GmbH in Ulm. Sie können in der studentischen Abschlussarbeit grundlegend bearbeitet werden. Auch die Ergebnisse der Untersuchungen werden im Netzwerk weitergenutzt: sie werden hinsichtlich der entzündungshemmenden Wirkungen von Amarant ausgewertet und fließen in gemeinsame Projekte ein.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/netzwerk-bietet-plattform-fuer-forschungskooperationen-ein-beispiel-aus-der-praxis